Lokales MKK 16.10.2026

Betriebsrat kämpft für Zukunft des OPMobility Werks in Sterbfritz

Sterbfritz (pm/gü) – Das Werk in Sinntal-Sterbfritz muss erhalten bleiben – das fordern die Kunststoffgewerkschaft IGBCE und der Betriebsrat von OPMobility. „Wir werden für die Arbeitsplätze kämpfen“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Tobias Weikinger: „Wir haben hier eine motivierte und gut funktionierende Mannschaft, ein außergewöhnliches Team. Und eine recht zentrale Lage in Deutschland – ein großer Vorteil für die Logistik.“

In dem Sterbfritzer Werk werden zurzeit unter anderem Stoßfänger für Mercedes-Modelle hergestellt. Symbolfoto: Pixabay.

Zurzeit stellt der Betrieb Stoßfänger für Kunden aus der Automobilindustrie her, etwa für die S- und die C-Klasse von Mercedes und den Porsche Panamera. Aber das muss nicht so bleiben. „Wir sind offen in alle Richtungen“, sagt Weikinger. Zu den Kernkompetenzen des Betriebs gehören die Fertigung von Spritzguss-Teilen aus Kunststoff und das Lackieren der Stoßfänger. Die Beschäftigten beherrschen aber auch weitere Fertigungsschritte – bei den Stoßfängern etwa die Montage der heute üblichen Sensoren, Kabelbäume, Anbauteile, Chromteile und Kameras.

OPMobility hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass das Unternehmen die Produktion am Standort Sinntal-Sterbfritz bis Ende 2027 einstellen möchte. Rund 400 Arbeitsplätze würden dadurch verloren gehen. Mit Unterstützung der IGBCE will der Betriebsrat nun die wirtschaftliche Lage untersuchen. „Die Beschäftigten hier haben etwas Besseres verdient als die Abwicklung ihres Betriebs“, sagt Astrid Rasner, Betriebsbetreuerin der IGBCE: „Wir wollen, dass alle Optionen zum Fortbestand ernsthaft geprüft werden, auch die Übernahme durch ein Unternehmen außerhalb der Automobilindustrie.“

Die Gewerkschaft IGBCE und der Betriebsrat unterstützen die Beschäftigten nun in der Phase der Unsicherheit. „Die Kolleginnen und Kollegen waren geschockt, starr, und einige haben geweint“, beschreibt Tobias Weikinger die Atmosphäre bei den Betriebsversammlungen, in denen das Unternehmen über die Schließungspläne informierte: „Damit hatten sie nicht gerechnet.“ Viele von ihnen arbeiten seit Jahrzehnten in dem Werk; eine ganze Reihe haben bereits bei einer Insolvenz im Jahr 2009 um ihre Arbeitsplätze gebangt. Trotz des Schocks sind sie wieder an ihre Arbeitsplätze gegangen. „Die Produktion hier läuft – und das dank der Menschen hier und dank ihres Könnens“, sagt Tobias Weikinger: „Wir verlangen ihnen gegenüber nun Fairness.“