„Bei 15 Spielen und 14 Siegen kann man nur zufrieden sein“, sagt Giemza. Nach dem personellen Umbruch sei zunächst nicht abzusehen gewesen, wie sich die Mannschaft entwickeln würde. Als der Kader schließlich festgestanden habe, habe er die Lage besser einschätzen können. „Die Jungs nehmen das ernst und nehmen das an. Wir haben in jedem Training mindestens 20 Mann dabei. Deswegen ist es für mich nicht ganz überraschend.“ Die Mannschaft wolle etwas beweisen, betont der Trainer. „Es ist harte Arbeit, die sie machen, und es macht Spaß.“
Ein Schlüssel zum Erfolg liegt für Giemza in der Arbeit gegen den Ball. Schon in der Vorbereitung habe die Mannschaft daran intensiv gefeilt. Klare Regeln und Absprachen sollen es den Gegnern schwer machen, zu Torchancen zu kommen. Dazu kommt ein ausgeprägter Zusammenhalt. „Der eine kämpft für den anderen. Wir haben auch nicht den einen Goalgetter, sondern die Mischung macht es“, erklärt Giemza.
Dass Horas nach der Hinrunde so weit oben steht, weckt natürlich Ambitionen. „Wenn man gegen jeden Gegner einmal gespielt hat und nur einmal verloren hat, muss man sagen, dass man oben bleiben will“, sagt Giemza. Bis zur Winterpause warten allerdings noch wichtige Aufgaben. Gelinge es, diese erfolgreich zu gestalten, sehe es für das Saisonziel gut aus. Eine Garantie sei das aber nicht: „In der Liga im Amateurbereich kann auch schnell was passieren, auch mit Studium, Familie und so weiter.“ Zudem würden die Gegner alles daransetzen, dem Spitzenreiter ein Bein zu stellen. „Mit jedem Sieg wird es schwieriger.“
Der Neustart in der B-Liga war für den FV Horas keine spontane Entscheidung, sondern eine bewusste Weichenstellung. Weil der Rückzug aus der Kreisoberliga Mitte zu spät erklärt worden war, musste der Verein den Gang in die B-Liga antreten. Für Giemza war es dennoch die richtige Entscheidung. „Wir hatten zwei Möglichkeiten: Kreisoberliga oder B-Liga. Als wir das entschieden haben, war das zu dem Zeitpunkt die beste Möglichkeit.“
Menschlich habe die Mannschaft zwar hervorragend zusammengepasst, sportlich sei die Lage nach den vielen personellen Veränderungen aber schwer einzuschätzen gewesen. „Wer weiß, ob wir die Kreisoberliga hätten halten können?“ Stattdessen soll sich das Team nun Schritt für Schritt entwickeln. „So erarbeiten wir uns die A-Liga und lassen die Mannschaft wachsen.“ Denn der Erfolg könne auch beim Aufbau helfen: „Sind wir ehrlich: Mit Erfolg ist es einfacher, eine Mannschaft aufzubauen, als wenn man an sich zweifelt.“
Wie gut der eingeschlagene Weg bislang funktioniert, zeigt nicht nur der Blick auf die erste Mannschaft. Bei der Entscheidung sei noch nicht einmal sicher gewesen, ob Horas überhaupt zwei Teams stellen könne. Mittlerweile stehen beide an der Spitze ihrer Ligen. „Das ist auch der Verdienst der Jungs, die uns das Vertrauen schenken. Die Jungs aus der ersten und zweiten Mannschaft sind sich einig“, sagt Giemza.
Am Sonntag (12.30 Uhr) wartet mit dem Haimbacher SV II die nächste Herausforderung. Giemza erwartet einen guten Gegner, der vor allem defensiv stark aufgestellt sei. Horas will den Lauf dennoch fortsetzen und den nächsten Schritt machen. Die Tabellenführung ist schließlich ein schönes Zwischenzeugnis – aber noch kein Abschluss.
