Lokales FD 31.10.2026

Arbeitslosigkeit in Osthessen steigt weiter – 4,3 Prozent im Oktober

Fulda (pm/sim) – Die Arbeitslosigkeit in Ost- und Waldhessen ist im Oktober leicht gestiegen. Zum Monatsende waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda 8342 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 130 mehr als im September und ein Anstieg um 1,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 4,2 auf 4,3 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte sie noch bei 4,0 Prozent gelegen.

Katharina Henkel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. Foto: Agentur für Arbeit Fulda

Gegenüber Oktober 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 602 beziehungsweise 7,8 Prozent. Bei der Agentur für Arbeit beziehen derzeit 3744 Menschen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. Das sind 795 mehr als vor einem Jahr, ein Plus von 27 Prozent. Die Jobcenter der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg zählen 4598 erwerbslose Personen und damit 193 weniger als im Oktober 2025 (minus 4,0 Prozent).

„Auch wenn man zum Teil von einer verbesserten Konjunkturaussicht spricht, bedeutet das für den Arbeitsmarkt noch keine generelle Trendwende“, erklärt Katharina Henkel, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Im Oktober meldeten sich im Agenturbezirk 969 Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos. Gleichzeitig konnten 614 Arbeitslose durch die Aufnahme einer Beschäftigung ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg derzeit 2548 freie Stellen vor. Das sind 197 mehr als vor einem Jahr. Henkel empfiehlt Unternehmen, ihren Fachkräftebedarf insbesondere durch Ausbildung zu decken. Betriebe, die für 2027 Auszubildende suchen, sollten ihre freien Stellen jetzt beim Arbeitgeberservice melden.

Arbeitslosenquote im Landkreis Fulda bei 4,0 Prozent

Im Landkreis Fulda waren im Oktober 5188 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 68 mehr als im September, ein Anstieg um 1,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 3,9 auf 4,0 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 3,8 Prozent gelegen.

Im Vergleich zum Oktober 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 285 beziehungsweise 5,8 Prozent. Bei der Agentur für Arbeit beziehen derzeit 2522 Menschen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. Das sind 550 mehr als vor einem Jahr (plus 27,9 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises zählt 2666 erwerbslose Personen und damit 265 weniger als im Vorjahresmonat (minus 9,0 Prozent).

Im Oktober meldeten sich 659 Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos. 387 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Dem Arbeitgeberservice liegen in der Region Fulda derzeit 1490 freie Stellen vor, 27 weniger als vor einem Jahr. Ein Großteil richtet sich an Fachkräfte und spezialisierte Beschäftigte. Nach Angaben der Arbeitsagentur zeigt sich ein struktureller Anpassungsprozess: Vorhandene und gesuchte Qualifikationen passten immer seltener zusammen.

Arbeitslosigkeit in Hersfeld-Rotenburg steigt auf 4,8 Prozent

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg waren im Oktober 3154 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 62 mehr als im September (plus 2,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg von 4,7 auf 4,8 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch bei 4,3 Prozent gelegen.

Gegenüber Oktober 2025 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 317 beziehungsweise 11,2 Prozent. Bei der Agentur für Arbeit beziehen derzeit 1222 Menschen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, 245 mehr als vor einem Jahr (plus 25,1 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises zählt 1932 erwerbslose Personen. Das sind 72 mehr als im Vorjahresmonat (plus 3,9 Prozent).

Im Oktober meldeten sich 310 Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos, während 227 Arbeitslose durch die Aufnahme einer Beschäftigung ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Dem Arbeitgeberservice liegen derzeit 1058 freie Stellen vor, 224 mehr als vor einem Jahr. Auch hier richtet sich ein Großteil der Angebote an Fachkräfte und spezialisierte Beschäftigte. Die Arbeitsagentur beobachtet, dass vorhandene und gesuchte Qualifikationen zunehmend seltener zusammenpassen.

Betriebe sollen Ausbildungsstellen für 2027 melden

Henkel empfiehlt Unternehmen, ihre zukünftigen Fachkräfte insbesondere durch Ausbildung zu gewinnen. Betriebe sollten freie Ausbildungsstellen für 2027 möglichst frühzeitig beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda melden. Je früher eine Stelle gemeldet werde, desto größer sei der Kreis potenzieller Bewerber. Zudem könnten längere Praktika, etwa in den Ferien, genutzt werden, um die Entscheidung für eine Ausbildung zu festigen.

Ein Praktikum komme für junge Menschen aller Schulformen infrage – unabhängig davon, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium anstrebten. Über die Berufsberatung der Arbeitsagentur an den Schulen könne der Kontakt zwischen Arbeitgebern und Jugendlichen hergestellt werden. Ausbildungsstellen können direkt beim Ansprechpartner im Arbeitgeberservice oder online unter arbeitsagentur.de gemeldet werden.