Lokales MKK 01.10.2026

Ankommen und Aufwachsen: Caritas-Jugendwohngruppe eingeweiht

Linsengericht-Altenhaßlau (pm/jah) – Ein neues Zuhause auf Zeit für Kinder, ein Ort für Sicherheit und Entwicklung und zugleich ein nachhaltiges Bauprojekt: In Linsengericht-Altenhaßlau hat die Caritas im Bistum Fulda eine neue Kinder- und Jugendwohngruppe des Jugendhilfeverbunds St. Elisabeth eingeweiht. Nach dem symbolischen Spatenstich im Juni 2025 ist aus dem ehemaligen Pfarrhaus und dem ergänzenden Neubau ein moderner Lebensort für neun Kinder und Jugendliche geworden.

Pfarrer Andreas Schweimer (von links), Prälat Christof Steinert, Caritas-Vorstandsmitglied Ansgar Erb, Bürgermeister Markus Betz, Bereichsleiter Martin Seifert, Ulrike Ullinger vom Main-Kinzig-Kreis und Einrichtungsleiter Christof Schneider bei der Baumpflanzung im Garten der neuen Wohngruppe Lucia. (Foto: Ann-Katrin Jehn/Caritas Fulda)

Die stationäre Wohngruppe Lucia richtet sich an Kinder im Alter von etwa 6 bis 13 Jahren, die vorübergehend nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können. Sie finden hier einen verlässlichen und geschützten Lebensort in einer pädagogisch betreuten Gemeinschaft. Fachkräfte begleiten die Kinder rund um die Uhr und geben ihnen eine stabile Tagesstruktur sowie Raum für persönliche Entwicklung. 

„Mit diesem Projekt schaffen wir einen guten Lebensort für Kinder und investieren gleichzeitig in eine nachhaltige und zukunftsfähige Infrastruktur“, sagt Ansgar Erb, Vorstand des Caritasverbands für die Diözese Fulda. „Dass aus dem ehemaligen Pfarrhaus nun ein Ort geworden ist, an dem Kinder neue Perspektiven finden können, ist dabei besonders schön.“

Auf dem rund 1.140 Quadratmeter großen Grundstück wurde das ehemalige Pfarrhaus umfassend renoviert und durch einen modernen Neubau ergänzt. Beide Gebäudeteile sind über einen neuen Eingangsbereich miteinander verbunden. Die Gesamtwohnfläche beträgt rund 430 Quadratmeter. Im sanierten Altbau befinden sich die zentralen Gemeinschaftsbereiche der Wohngruppe. Küche, Esszimmer und Wohnzimmer bilden den Mittelpunkt des gemeinsamen Alltags. Im Neubau sind neun Einzelzimmer für die Kinder sowie ein Nachtbereitschaftszimmer, ein Büro und ein Besprechungsraum untergebracht. Der neugestaltete Garten bietet den Kindern einen geschützten, naturnahen Raum für Spiel, Bewegung und Freizeit. Bei der Gestaltung wurden zugleich Aspekte des Klimaschutzes, der Versickerung und des Hitzeschutzes berücksichtigt. Die Gesamtbaukosten des Projekts einschließlich des Erwerbs der Immobilie belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro.

Das Gebäude verbindet soziale Verantwortung mit einem zukunftsorientierten Energiekonzept. Eine rund 200 Quadratmeter große Photovoltaikanlage erzeugt jährlich etwa 30.000 Kilowattstunden Strom. Beheizt wird die Einrichtung über eine energieeffiziente Wärmepumpe.

Auch die Mobilität wurde in das Energiekonzept einbezogen: Zwei Elektro-Pkw und ein E-Lastenrad können über bidirektionales Laden eingebunden werden. Ein stationärer Stromspeicher mit einer Kapazität von 44 Kilowattstunden ermöglicht es, überschüssig erzeugte Energie zwischenzuspeichern. Für die Gartenbewässerung wird zudem Regenwasser genutzt. Im großen Garten der Wohngruppe wurde bei der Einweihungsfeier symbolisch für die neue Belebung des ehemaligen Pfarrhauses ein Mirabellenbaum gepflanzt.

„Mit der Wohngruppe Lucia schaffen wir einen Ort, an dem Kinder Sicherheit, Zugehörigkeit und Verlässlichkeit erfahren können“, sagt Christof Schneider, Leiter des Jugendhilfeverbunds St. Elisabeth. Die neue Wohngruppe ist Teil eines bereits bestehenden Caritas-Netzwerks in der Region. Die Caritas in den Regionen Hanau und Main-Kinzig ist in Altenhaßlau bereits mit ambulanten Angeboten der Familien- und Jugendhilfe tätig. Diese unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien in unterschiedlichen Lebenssituationen. Gleichzeitig soll die Wohngruppe eng mit dem sozialen Umfeld verbunden sein. Die Kinder besuchen weiterhin ihre Schulen, Vereine und Freizeitangebote vor Ort. Kooperationen mit Schulen, Vereinen und weiteren Partnern in Linsengericht und der Umgebung werden weiter aufgebaut.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist außerdem die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern und den Herkunftsfamilien. 

Bei der Einweihung würdigte der Caritasverband insbesondere die Unterstützung der Kirchengemeinde St. Raphael, die das Grundstück des ehemaligen Pfarrhauses für die neue Wohngruppe zur Verfügung gestellt hat. Auch der Gemeinde Linsengericht und dem Main-Kinzig-Kreis gilt der Dank für die Begleitung des Projekts. Linsengerichts Bürgermeister Markus Betz betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit des Angebots. Caritas Aufsichtsratsvorsitzender Prälat Christof Steinert und Pfarrer Andreas Schweimer segneten im Rahmen eines Wortgottesdienstes das Gebäude.