Was zeichnet eine gute Dekubitusmatratze aus?
Auf weichem Spezialschaum sinkt der Körper tiefer ein als auf einer herkömmlichen Matratze. Die Auflagefläche wächst und der Druck verteilt sich auf mehr Haut. Eine Dekubitusmatratze entlastet so die Körperstellen, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen.
Ein herstellerunabhängiger Maßstab sind die Anforderungen des GKV-Spitzenverbands, des Dachverbands der Krankenkassen. Er verlangt, dass die Matratze Druck verteilt und entlastet, Feuchtigkeit abführt und Scherkräfte mindert.
Scherkräfte wirken, sobald der Körper auf der Unterlage rutscht. Eine gute Dekubitusmatratze hält den Körper zudem in einer stabilen Lage.
Welche Vorteile bietet eine Dekubitusmatratze?
Eine Experten-Arbeitsgruppe zur Dekubitusvorbeugung empfiehlt, bei gefährdeten Menschen von Anfang an eine Dekubitusmatratze als Standardmatratze einzusetzen. Die Forschung zeigt, dass Spezialschaum Druckgeschwüren besser vorbeugt als gewöhnliche Krankenhausmatratzen.
Der Schaumkern arbeitet ohne Pumpe, also ohne Strom und ohne Geräusch. Davon profitieren vor allem Menschen mit Wahrnehmungsstörungen.
Eine Dekubitusmatratze kann außerdem die Abstände zwischen den Umlagerungen verlängern. Tägliche Hautkontrolle und Positionswechsel bleiben dennoch Teil der Pflege.
Was kostet eine gute Dekubitusmatratze?
Die Preisspanne für Schaumstoffmodelle reicht laut dem Ratgeberportal Pflege.de von 120 bis 700 Euro. Eingeschnittene Würfelmatratzen liegen preislich am unteren Ende, Steckmatratzen und mehrschichtige Modelle am oberen Ende.
Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Versorgung als Hilfsmittel. Die Zuzahlung beträgt für Erwachsene höchstens zehn Euro je Hilfsmittel. Ein Pflegegrad ist nicht nötig, die medizinische Notwendigkeit genügt.
Für Wunschprodukte oder Matratzen-Experten ohne Kassenvertrag kann eine Aufzahlung anfallen. Auch ohne Verordnung lässt sich eine Dekubitusmatratze kaufen. Dann gilt allerdings der volle Preis, dafür ist dann aber die Modellwahl frei. Seriöse Matratzen-Experten nennen Hilfsmittelnummer, Gewichtsgrenzen und Bezugsmaterial schon in der Produktbeschreibung.
Welche Dekubitusmatratze passt zu welchem Pflegebedarf?
Wie stark jemand gefährdet ist, schätzen Arzt oder Pflegefachkraft mithilfe einer Punkteskala ein. Maßgeblich ist, ob der liegende Mensch noch umgelagert werden kann.
Sind Positionswechsel kaum oder gar nicht möglich, rät die Experten-Arbeitsgruppe zu einem Wechseldrucksystem mit Luftkammern. Solche Systeme stellen die Kassen teils leihweise zur Verfügung.
Für alle anderen Gefährdeten empfiehlt sie die Antidekubitusmatratze aus Schaum. Die Einschätzung durch Fachkräfte hat dabei Vorrang vor Herstellerangaben. Das Hilfsmittelverzeichnis unterscheidet vier Bauformen der Dekubitusmatratze aus Schaum.
- Ebene Liegefläche: Ein durchgehender Schaumkern kommt ohne Einschnitte aus.
- Strukturierte Liegefläche: Wellen oder Luftkanäle gliedern die Oberfläche.
- Würfelelemente: Austauschbare Blöcke geben den Druck kaum an ihre Nachbarn weiter.
- Integrierte Freilagerung: Gefährdete Körperstellen werden gezielt entlastet.
Der Härtegrad muss zum Körpergewicht des liegenden Pflegebedürftigen passen. Den Rahmen setzt die Angabe des zulässigen Patientengewichts.
Wie bleibt eine Dekubitusmatratze hygienisch und lange haltbar?
Für jede Dekubitusmatratze schreiben die Kassen einen wechselbaren Bezug vor, der sich bei 60 Grad waschen lässt. Der Kern muss sich ohne Bezug reinigen und desinfizieren lassen. Ob er auch eine Dampfsterilisation verträgt, steht in den Herstellerangaben.
Bezüglich des Bezugsmaterials zählt vor allem die Atmungsaktivität. Denn luftdurchlässige Gewebe leiten Feuchtigkeit besser ab als PVC. Dünne, dehnbare Laken halten Scherkräfte von der Haut fern. Dasselbe leisten gute Matratzenschoner, sofern sie faltenfrei aufliegen.
Für die Haltbarkeit gilt ein höheres Raumgewicht als Anhaltspunkt. Das Raumgewicht gibt an, wie dicht der Schaum ist. Je dichter der Schaum, desto länger behält er in der Regel seine Form. Eine Probelage und der Abgleich mit dem Körpergewicht im Onlinefachhandel oder stationären Fachhandel sagen mehr als das Datenblatt allein.
Welche Qualitätsmerkmale machen eine Dekubitusmatratze zu einer guten Wahl?
Der GKV-Spitzenverband führt eine frei durchsuchbare Datenbank aller gelisteten Antidekubitusmatratzen. Sie nennt je Produkt den Aufbau, die Höhe, den Bezug und die Gewichtsgrenzen. Eine Listung ist ein gutes Zeichen, die Kassen prüfen den Einzelfall aber trotzdem.
Die Hilfsmittelnummer gehört auf das Produkt oder in die Unterlagen. Fehlt sie, hilft die Datenbank weiter. Einer Dekubitusmatratze sollte auf folgende Qualitätsmerkmale geprüft werden:
- CE-Kennzeichnung: Das Zeichen weist das Produkt klar als Medizinprodukt aus.
- Pflichtangaben: Raumgewicht, die Festigkeit des Schaums sowie das kleinste und größte zulässige Patientengewicht sind ausgewiesen.
- Maße und Freigabe: Die vorgeschriebenen Mindestmaße sind eingehalten und das Modell ist für Pflegebetten mit Seitengitter und verstellbarer Liegefläche freigegeben.
- Randzone: Härterer Schaum am Rand erleichtert das Aufsetzen, den Einstieg und den Ausstieg.
Eine gute Dekubitusmatratze ist an vollständigen Angaben zum Produkt zu erkennen, an der Hilfsmittelnummer, an einem waschbaren Bezug und an der Passung zum Gewicht des liegenden Menschen.
Dazu kommen ein dichter Schaum und eine festere Randzone. Mit diesen Merkmalen lässt sich die optimal passende Dekubitusmatratze über die Kasse beziehen oder direkt in einem gut sortierten Onlineshop bestellen.
