Lokales FD 16.10.2026

Abschied in den Kaiserwiesen: Tegut-Kunden trauern um Markt

Fulda (sg) – Noch bis Ende Oktober können Kunden im Tegut-Markt in den Kaiserwiesen einkaufen, bevor sich die Türen endgültig schließen. Ab dem 5. November soll dort ein Edeka-Markt eröffnen. Für viele Stammkunden bedeutet das mehr als nur einen Wechsel des Supermarktes: Sie verlieren einen vertrauten Einkaufsort, schätzen das bisherige Sortiment und fragen sich, was sich mit dem neuen Markt verändern wird. Im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung erzählen sie, was ihnen am Tegut fehlen wird und welche Erwartungen sie an den Nachfolger haben.

Foto: Privat.

Bei den meisten stößt das Tegut-Aus auf großes Bedauern. „Schade, dass der Laden zumacht“, sagt eine 68-jährige Stammkundin. Sie sei mit dem Sortiment immer sehr zufrieden gewesen und mache sich nun vor allem Gedanken um die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch Susanne M. blickt wehmütig auf das Ende des Marktes. „Eine Ära geht wieder zu Ende“, sagt sie. „Ich bin sehr gerne in den Markt gegangen.“ Als einen möglichen Grund für die Schließung sieht sie den zunehmenden Preisdruck im Einzelhandel. „Es ist halt ein Zeichen der Zeit, dass die Leute nur noch nach dem Preis gucken, besonders bei Lebensmitteln und bei Kleidung, und dann hat halt der Markt, das Konzept keine Chance mehr gehabt.“

Hannah K. kann sich zwar gut vorstellen, auch ohne Tegut zurechtzukommen, empfindet das Ende des Marktes aber ebenfalls als Verlust. „Ich finde es schade, weil Tegut doch sehr lange Teil von allem war, und ich finde es schade, wenn Supermärkte verschwinden, weil die ja doch auch immer noch mal ihre eigenen Sachen hatten.“ Gerade diese Besonderheiten machten für sie den Unterschied aus. Auch die guten Angebote und die qualitativ hochwertigen Eigenmarken seien ihr positiv in Erinnerung geblieben.

Für Mechthild J. geht es bei der Schließung vor allem um die Frage, wo sie künftig bestimmte Produkte finden wird. Seit zehn Jahren lebt sie in Fulda und kauft regelmäßig in den Kaiserwiesen ein. Besonders das Bio-Angebot und die Möglichkeit, Obst und Gemüse unverpackt zu kaufen, schätzt sie. „Das finde ich in anderen Läden eher schwieriger“, sagt sie. Noch weiß sie deshalb nicht, wo sie künftig einkaufen wird. „Da muss ich mich gänzlich umstellen.“

Dem neuen Edeka-Markt, der im November eröffnen soll, begegnen die meisten Kunden pragmatisch. Sie können sich vorstellen, auch künftig in den Kaiserwiesen einzukaufen. Die Aussicht auf einen neuen Markt kann die Wehmut über das Ende des bisherigen Geschäfts allerdings nicht bei allen vertreiben. Zu sehr hängen manche an den gewohnten Produkten, den Abläufen und dem vertrauten Einkaufsort.

Eine 78-jährige Tegut-Stammkundin blickt dagegen zuversichtlich auf den Wechsel. Sie erwartet, dass das Sortiment ähnlich bleiben wird, und freut sich besonders über die Aussicht, vertraute Gesichter wiederzusehen. „Das Sortiment wird ähnlich sein, die Mitarbeiter werden übernommen, das finde ich sehr gut. Ich komme auf jeden Fall weiter hierher.“

So unterschiedlich die Reaktionen auf das Tegut-Aus auch ausfallen: Für viele Kunden ist die Schließung ein Abschied von einem Stück Alltag. Während sich die einen bereits auf den Nachfolger einstellen, müssen andere erst herausfinden, wo sie künftig ihre gewohnten Produkte bekommen. Fest steht: Mit dem Ende des Tegut-Marktes geht für viele Stammkunden mehr verloren als nur eine Einkaufsmöglichkeit.