„Als ich Saja kennengelernt habe, habe ich sofort ihren Wissensdurst und ihre Motivation gespürt“, sagt Susanna Kruppa, die als Kursleiterin der Volkshochschule Hersfeld-Rotenburg (vhs) für das ABC-Café aktiv ist. Bei den wöchentlichen Treffen in der Schlosserstraße kommen Menschen aller Nationalitäten zusammen, um die Deutsche Sprache zu lernen. Kruppa, die viele Jahre als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache in anderen Institutionen gearbeitet hat, geht auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden individuell ein, denn jede und jeder hat ein anderes Level, lernt im eigenen Tempo und hat andere Fragen. „Mit Saja habe ich oft auch nach dem ABC-Café noch gelernt“, sagt sie voller Freude über die Entwicklung der Syrerin.
Doch das ABC-Café ist für Menschen wie Saja Bajbouj mehr als nur ein Sprachkurs. In der Schlosserstraße knüpfen Menschen, die neu in Bad Hersfeld sind, neue Kontakte, bekommen Hilfe bei Fragen rund um das Leben in Deutschland und die Chance, sich einzubringen. „Beispiele wie die Geschichte von Saja Bajbouj zeigen, wie wichtig niederschwellige Angebote und Orte wie das ABC-Café und unserer Volkshochschule für gelingende Integration sind. “, sagt Dirk Noll, Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent, der in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit zwischen Kreisstadt und Landkreis hervorhebt.
Das unterstreicht auch Anke Hofmann, Bürgermeisterin der Kreisstadt Bad Hersfeld. Sie sagt: „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt im Rahmen der Gemeinwesenarbeit für ein weiteres Jahr durch das Land Hessen gefördert wurde und hoffen natürlich, dass die Förderung und damit die wichtige Integrationsarbeit im Stadtteil Hohe Luft weiter bestehen wird.“
Saja Bajbouj absolviert derzeit ein Praktikum in der Kindertagesstätte Rasselbande, um erste Erfahrungen für ihre anstehende Berufsausbildung zu erlangen. „Ich habe ein Ziel und während des Praktikums und in den Gesprächen mit den Kolleginnen und den Kindern lerne ich viel dazu, das ist sehr wichtig für mich“, sagt die 29-Jährige bestimmt.
