Fußball 28.10.2026

A-Liga Süd – Distelrasen grüßt von der Spitze: Jöckel bleibt bescheiden

Hintersteinau (sim) – 15 Spiele, 13 Siege, zwei Unentschieden, keine Niederlage: Die SG Distelrasen hat in der Fußball-A-Liga Süd eine beeindruckende erste Saisonhälfte hingelegt und sich mit 41 Punkten an die Tabellenspitze gespielt. Der Vorsprung ist das Ergebnis einer bislang starken Runde – doch zum Zurücklehnen sieht Trainer Christoph Jöckel keinen Anlass. Am Freitag (19 Uhr) geht es bei Schlüchtern II weiter. Die zweite Hälfte der Saison beginnt, und beim Spitzenreiter ist die Botschaft klar: Die bisherige Arbeit zählt, aber die nächsten 15 Spiele müssen erst noch gespielt werden.

Fotos: privat

„Es sind erst 15 Spiele, aber es sind noch 15 zu spielen. Wir gehen das ganz bescheiden an“, sagt Jöckel. Der Trainer weiß, wie schnell sich die Stimmung im Fußball drehen kann. In der vergangenen Saison hatte seine Mannschaft ebenfalls einen Vorsprung, brachte diesen am Ende aber nicht über die Ziellinie. Eine Erfahrung, die nachwirkt – ohne die aktuelle Mannschaft zu belasten. „Das sitzt nicht in den Köpfen, wir gehen da ganz entspannt rein.“ Der Respekt vor der Konkurrenz ist groß: In dieser Liga könne an jedem Spieltag etwas passieren.

Dass Distelrasen nach der Relegation nun so souverän dasteht, hätte Jöckel selbst nicht unbedingt erwartet. Einen wichtigen Anteil am Aufschwung haben für ihn drei Neuzugänge: Christian Baus, Paul Bendisch und Philip Maly. „Die haben frischen Wind reingebracht und passen wie die Faust aufs Auge. Die passen in allen Belangen zu uns“, sagt der Coach. Gleichzeitig wird die personelle Situation schwieriger. Obwohl der Kader groß ist, fallen nach und nach Spieler weg. „Das wird echt enger. Momentan kann ich nur den Hut vor den Jungs ziehen die auf dem Platz stehen. Die machen das alle echt gut“, betont Jöckel – auch mit Blick darauf, wie die Mannschaft die Belastungen bislang auffängt.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für ihn ohnehin nicht allein in einzelnen starken Auftritten oder herausragenden Spielern. Vielmehr trägt die Geschlossenheit das Team. „Unsere mannschaftliche Geschlossenheit ist unser Erfolgsrezept. Nicht nur in der ersten Mannschaft, sondern von oben nach unten. Alle ziehen an einem Strang, das zeichnet uns aus“, erklärt Jöckel. Dazu komme eine „Jetzt-erst-recht-Mentalität“, die die Mannschaft über die vergangenen Monate entwickelt habe.

Auch sportlich hat Distelrasen dazugelernt. Nicht immer müsse man die bessere Mannschaft sein, um ein Spiel zu gewinnen. Manchmal reiche ein knappes 1:0, wenn die Einstellung stimme und die Defensive halte. „Wir haben gut gelernt, dass wir nicht in jedem Spiel die bessere Mannschaft sein müssen, sondern dass auch mal ein 1:0 reicht“, sagt Jöckel. Ergebnisorientierter zu spielen, sei Teil der Entwicklung – ohne den Teamgedanken aus den Augen zu verlieren.

Der Blick auf die Tabelle ist verlockend, doch Jöckel will die Saison nicht schon jetzt bis zum Ende durchplanen. Erst einmal steht Schlüchtern II an. Für Freitag gibt sich der Trainer kämpferisch: „Wir fahren nach Schlüchtern und wollen gewinnen.“ Bis zur Winterpause wolle Distelrasen möglichst weit oben bleiben. Der langfristige Wunsch ist ebenfalls klar: Im kommenden Jahr soll die Mannschaft ganz oben stehen. Doch der Coach weiß, dass dafür noch ein langer Weg vor ihr liegt. „Seitdem ich da bin, arbeiten wir daran und das tun wir weiter. Aber vorher sind noch 15 Spiele zu spielen.“