Erst die Fläche, dann der Pavillon
Wie groß der Pavillon sein muss, ergibt sich aus dem, was darunter passieren soll. Ein Verkaufstisch mit Plätzchen braucht wenig Tiefe. Beim Glühweinausschank stehen dagegen hinten Töpfe, Kisten und Spülwannen, und zwei Helfer müssen aneinander vorbeikommen. Hier hat sich das Format 3 x 6 Meter bewährt. Vorne wird verkauft, hinten gearbeitet. Auch eine kleine Firmenfeier im Freien passt darunter. Laut Herstellerangaben finden bei dieser Größe bis zu 15 Personen im Stehen Platz, an Tischen mit Bänken etwa acht.
Weil die Standplätze auf Märkten meist vorgegeben sind, sollten die Maße früh mit dem Veranstalter abgestimmt werden. Wer auf öffentlichem Grund aufbauen möchte, klärt Genehmigung und Stromanschluss rechtzeitig mit der Stadt oder Gemeinde. Oft vergessen wird der Boden. Wer vier Stunden hinter dem Tisch steht, friert zuerst an den Füßen. Eine Holzpalette mit einer dicken Gummimatte darauf hält Bodenkälte und Nässe fern.
Dichtes Dach, flexible Seitenwände
Wie gut ein Pavillon den Winter verträgt, zeigt sich zuerst an der Plane. Einfache Sonnenpavillons sind oft nur wasserabweisend, bei Dauerregen dringt die Nässe durch die Nähte. Besser geeignet sind Dächer aus PVC-beschichtetem Polyester, deren Nähte zusätzlich abgedichtet sind. Für einen Ausschank, der an mehreren Adventswochenenden draußen steht, lohnt deshalb ein stabiler, wasserdichter Faltpavillon im Format 3 x 6 Meter mit Stahl- oder Aluminiumgestell. Bei solchen Modellen gehören Seitenwände häufig schon zum Lieferumfang, etwa drei geschlossene Wände und eine mit Reißverschlusstür.
Weil jede Wand einzeln befestigt wird, lässt sich die Wetterseite schließen, während die Verkaufsseite offen bleibt. Wer zwei Pavillons zu einem langen Stand verbindet, hängt eine Regenrinne dazwischen. Sonst tropft es ausgerechnet in der Mitte des Standes.
Gewichte an jedes Bein
Im Winter ist der Wind der größere Gegner als der Regen. Auf freien Plätzen in der Rhön und im Vogelsberg trifft er oft ungebremst auf den Stand, und 18 Quadratmeter Dachfläche wirken dann wie ein Segel. Heringe greifen nur in weichem Boden. Auf Pflaster oder gefrorener Wiese braucht jedes Bein Ballast. Praktisch sind Gewichtstaschen, die vor Ort mit Sand oder Kies gefüllt werden und bis zu 14 Kilogramm fassen. Wie viel Ballast nötig ist, hängt von Standort und Wetterlage ab. Bei einem großen Pavillon reicht eine Tasche pro Bein oft nicht aus.
Zusätzlich werden Abspannleinen an den Dachecken befestigt. Geschlossene Seitenwände bieten dem Wind noch mehr Angriffsfläche. Am besten legt das Team vorher fest, wer die Wetterlage verfolgt und wann bei Böen die Seitenwände abgenommen werden oder der Pavillon abgebaut wird.
Schnee, Strom und der Abbau im Dunkeln
Faltpavillons halten Regen und leichten Schneefall ab, eine dicke Schicht Nassschnee tragen sie nicht auf Dauer. Nasser Schnee sammelt sich in Senken der Dachplane und drückt auf das Gestell. Deshalb sollte er rechtzeitig entfernt werden, am besten von innen mit einem weichen Besen. Bei starkem Schneefall wird der Pavillon besser abgebaut. Über Nacht sollte kein Pavillon mit Schnee auf dem Dach stehen bleiben.
Waffeleisen und Glühweinkocher ziehen viel Strom, die verfügbare Leistung am Anschluss klärt man vorab mit dem Veranstalter. Verlängerungskabel und Steckdosenleisten müssen für den Außeneinsatz geeignet sein und gehören erhöht ins Trockene. Bei Heizstrahlern sind die vom Hersteller angegebenen Sicherheitsabstände zu Plane und Seitenwänden einzuhalten.
Abgebaut wird meist im Dunkeln und mit kalten Fingern. Ein stabiler Pavillon dieser Größe wiegt zusammengelegt je nach Gestell knapp 50 bis gut 60 Kilogramm, zum Verladen braucht es zwei Leute. Eine nasse Plane darf nicht wochenlang in der Tasche bleiben, sonst drohen Stockflecken. Dachplane und Seitenwände werden spätestens am nächsten Tag zum Trocknen aufgehängt, etwa im Vereinsheim oder in einer Scheune, und erst verpackt, wenn auch die Nähte trocken sind. So ist der Pavillon im nächsten Advent wieder einsatzbereit.
