„Wenn wir gewinnen, spielen wir um den Aufstieg, und wenn wir verlieren, spielen wir wieder gegen den Abstieg“, gab Sodens Trainer Sedat Mehic grob das wieder, was er und die Grün-Weißen teilweise in den Medien lesen. Doch den Coach selbst interessiert all das wenig: „Die Liga ist verrückt, das habe ich schon mal gesagt. Aber darum geht es nicht. Wir haben eine junge Mannschaft, mit ein paar Erfahrenen drin. Entscheidend ist für mich die Entwicklung, und wie wir die zwei Niederlagen weggesteckt haben, war heute sehr gut zu sehen. Die Jungs sind willig, und haben wieder gezeigt, zu was sie fähig sind. Und diese Mannschaft macht mir einfach sehr viel Spaß“, hatte Mehic gut Lachen nach dem 4:0 gegen einen der Titelkandidaten.
Während die Adler sich die bisher höchste Saisonniederlage abholten, überzeugte Bad Soden von Beginn an. Schon in der Vorwoche bei Klei/Hun/Doh hätten in Hälfte eins Tore fallen können, doch die Sprudelkicker ließen die Entschlossenheit vermissen. Nun sah das ganz anders aus: „Das war unser bestes Spiel, in allen Belangen“, lobte Mehic: „Kämpferisch, läuferisch, spielerisch, und vor allem von der Chancenverwertung her“. Nach einem Freistoß von Daiki Shigeno erwischte Admir Ljutic Mitte der ersten Halbzeit den Abpraller und traf zum 1:0, damit war der Anfang gemacht. Lukas Ehlert legte per Kopf nach einem Standard von Liam Mehic nach, und noch vor der Halbzeitpause traf Mirza Kovac zum 3:0. Der Trainer schwärmte zu diesem Tor: „Das war schulmäßig gemacht. Wir haben die Ruhe bewahrt, den Ball ohne eigenes Ego hin und her gespielt“. Die Adler waren bereits so gut wie abgestürzt – und spätestens mit dem 4:0 durch Spase Arsov direkt nach Wiederanpfiff war alles gelaufen. Auch Torschütze Arsov hob der Coach hervor: „Der Junge macht Spaß, er hat sich belohnt für richtig gute Spiele. Seine Leistungskurve geht richtig stark nach oben“.
Letztlich war der Sieg für Soden nie in Gefahr, „und der Gegner kann sich nicht beschweren, wenn es höher ausgeht“. Ob nun der Blick nach oben oder unten geht, konnte und wollte Mehic nicht beantworten: „Wir werden sehen, wo die Reise hingeht, wenn wir Kontinuität reinbekommen. Erstmal macht es mich einfach stolz, dass wir nach zwei Niederlagen heute so unser Ding gemacht haben und gezeigt haben, was wir imstande sind zu leisten“.
Bad Soden: Ersöz; Nogueira (83. Tarnovschi), Nix (46. Neiter), Shigeno, Mehic, Kovac (79. A. Memeti), Ehlert, Ljutic (64. I. Memeti), Vinojcic, Tanaja, Arsov (72. D’agostini).
Weidenhausen: Sieland; Renke, T. Ullrich, Steinmetz, Gerbig, Jung, Löffler, J. Ullrich, Binneberg, Schütz, Fiebiger (Schurbert, Ebhardt, Weber, Görs, Nickel).
Schiedsrichter: Ali-Kaan Pelitli (Fernwald)
Tore: 1:0 Admir Ljutic (23.), 2:0 Lukas Ehlert (41.), 3:0 Mirza Kovac (44.), 4:0 Spase Arsov (49.)
Zuschauer: 100
