Besonders das Auftreten gefiel Bronnzells Trainer Johannes Ihrig diesmal, nach der unterirdischen Leistung beim 2:4 gegen Calden in der Vorwoche: „Wir haben das heute super gemacht, das war eine Reaktion auf die Katastrophe vom letzten Spiel. Es gab Chancen auf beiden Seiten, wir waren am Ende aber dem 2:1 näher“, musste sich der Coach schon ärgern, dass es nicht für einen Sieg langte: „Uns helfen nur drei Punkte, das ist klar. Aber die Reaktion war da, und wir waren hier über die 90 Minuten die bessere Mannschaft. Das muss uns jetzt nochmal Auftrieb geben“.
Zwar ging es wieder denkbar schlecht los und die Bronnzeller kassierten durch einen „blöden Fehler“ das vermeidbare Gegentor schon nach gut zwei Minuten. Der Ex-Barockstädter Peer Küllmer traf für den TSV Wabern, doch nach gut zehn Minuten hatten sich die Gäste zurück ins Spiel gekämpft: „Wir haben voll reingefunden, haben taktisch alles umgesetzt“, lobte Ihrig. Das Spiel war offen, und in Hälfte zwei gelang schließlich der verdiente Ausgleich durch Franz Ruppel, der nach Ballgewinn die Gunst der Stunde nutzte. Waberns Keeper stand zu weit vor dem Tor, Ruppel zog aus 25 Metern ab und der Ball schlug genau unter der Latte ein.
Etwas mehr als 20 Minuten waren noch zu spielen, und Bronnzell drückte auf das zweite Tor. Doch Ruppel flog wenig später unglücklich vom Platz – er hatte bereits Gelb, abseits des Spielgeschehens lief er dann ohne Absicht in einen Gegenspieler, was der Schiri erneut ahndete. Doch auch in Unterzahl steckte die Viktoria nicht auf. „Die Jungs haben das auch mit einem Mann weniger super gemacht“, so Ihrig. Es spitzte sich zu, bis in die Nachspielzeit hinein. Dann war plötzlich wieder Gleichzahl am Platz, als auch Wabern eine Ampelkarte kassierte. Und zum Schluss hatte Bronnzell sogar die große Chance zum Sieg: Mit vier Mann spielte der Gast einen Konter gegen zwei Verteidiger aber schlampig aus. „Leider haben wir da das Abspiel verpasst – es wäre kitschig gewesen“, sagte Ihrig. Seine Mannschaft bleibt Vorletzter, schöpfte aber neue Hoffnung, während Wabern nach einem guten Saisonstart abfällt, seit nun vier Spielen nicht gewann und vorm Tor die Entschlossenheit etwas verlor. „Wir haben auch in Unterzahl auf Sieg gespielt – das zeigt, dass wir noch nicht zerlegt sind, sondern leben“, schloss Ihrig kämpferisch.
Wabern: Girschikofsky; Kuntze, Lukes, Küllmer (77. Herdt), Schmeer, Witt (69. Mi. Matthaei), Akin (64. Mo. Matthaei), Müller (64. Kuntz), Herpe, Rohde, Lange.
Bronnzell: Ihrig; J. Schneider, Lilly, Pecks, Hohmann, Weiß, Jordan, Horenkamp, Arnold (64. N. Schneider), Ruppel, Fromm (78. Ay).
Schiedsrichter: Sebastian Schäfer (Großalmerode)
Tore: 1:0 Peer Küllmer (2.), 1:1 Franz Ruppel (68.)
Zuschauer: 100
Gelb-Rote Karten: Franz Ruppel (Bronnzell, 82.), Marius Rohde (90.+1)
