Lokales FD 02.11.2026

Uber in Fulda: Dom Taxi setzt auf Stammkunden statt Preiskampf

Fulda (sim) – Seit Uber in Fulda Fahrten vermittelt, ist die Konkurrenz auf dem örtlichen Taxi-Markt größer geworden. Die günstigeren Preise des neuen Anbieters könnten zunächst Kunden kosten. Bei „Dom Taxi Fulda“ sieht man der Entwicklung allerdings gelassen entgegen. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt Dr. Mukaram Rana, strategischer Berater des Familienunternehmens. Statt in Panik zu verfallen, wolle man den Markt beobachten und sich selbst weiterentwickeln.

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Dr. Mukaram Rana. Fotos: Privat

Dom Taxi Fulda

Dass Uber irgendwann auch in Fulda starten würde, sei für diejenigen, die den Markt beobachten und analysieren, keine Überraschung gewesen. Entsprechend hält Rana wenig davon, jetzt eine Schockstarre zu verfallen. „Wir haben einen neuen Mitstreiter, aber das ist ja nichts Schlechtes.“ Auch in anderen Branchen gehöre Wettbewerb zum Alltag. Entscheidend sei am Ende, wer es schaffe, die Fahrgäste langfristig an sich zu binden.

Ganz ohne Auswirkungen werde der Markteintritt allerdings wohl nicht bleiben. Aus anderen Städten wisse man, dass die Nachfrage bei den etablierten Taxiunternehmen zunächst zurückgehen könne. Viele Kunden seien im ersten Moment vom günstigeren Preisangebot Ubers angezogen. Deshalb rechne auch Dom Taxi mit einem gewissen Rückgang der Fahrten. Das bedeute aber keineswegs das Ende des klassischen Taxi-Gewerbes. „Der Fahrgast entscheidet am Ende, wen er lieber buchen möchte. Der Markt wird es am Ende regulieren“, ist Rana überzeugt.

Kein Preiskampf mit Uber

Einen direkten Preiskampf hält der strategische Berater allerdings nicht für den richtigen Weg. Die Kosten für Taxiunternehmen ließen sich nur begrenzt beeinflussen. Neben den Ausgaben für Fahrzeuge und Kraftstoff spielten auch die steigenden Personalkosten eine Rolle. Mit Blick auf den erneut steigenden Mindestlohn im kommenden Jahr sieht Rana deshalb kaum Spielraum, sich dem Preisniveau von Uber anzunähern.

Dass der Fahrdienst seine vergleichsweise günstigen Preise anbieten könne, führt Rana auch auf mögliche finanzielle Unterstützung in der Anfangsphase zurück. Für ihn stellt sich daher die Frage, wie lange ein solches Preisniveau wirtschaftlich tragfähig sei. Statt die eigenen Preise immer weiter zu senken, spricht er sich für vergleichbare Rahmenbedingungen im Wettbewerb aus. „Es sollte vielleicht für Uber eine Regulierung geben, damit ähnliche Konditionen für alle Mitstreiter gelten.“ So ließen sich aus seiner Sicht auch die örtlichen Unternehmen und die Arbeitsplätze in der Region besser schützen.

Dom Taxi wolle sich derweil auf das konzentrieren, was das Unternehmen auszeichne: die Verbindung zu Fulda und seinen Menschen. Dazu gehörten langjährige Kunden ebenso wie Kooperationen mit örtlichen Unternehmen. Gerade die Stammkundschaft sei für ein Taxiunternehmen wichtig. „Davon lebt das Taxiunternehmen und nicht von Eintagsfliegen, die heute in Fulda sind und ihre Uber-App zücken, weil sie es aus der Großstadt kennen“, sagt Rana.

Taxipreise sind behördlich festgelegt

Auch die Kritik an den Preisen der Taxiunternehmen beschäftigt ihn. Immer wieder werde der Eindruck vermittelt, Fahrgäste müssten bei einer Taxifahrt überhöhte Preise befürchten oder würden nicht ausreichend über die Kosten informiert. Rana möchte diesem Bild entgegenwirken. Die Tarife würden nicht von den Taxiunternehmen selbst festgelegt, sondern seien behördlich reguliert. In Fulda gebe es einen klar definierten Tarif, an den sich die Unternehmen halten müssten. Fahrgäste könnten sich vor Fahrtantritt informieren und die Kosten einer Strecke nachvollziehen.

Zugleich verweist Rana auf die gestiegenen Betriebskosten, insbesondere beim Kraftstoff. Diese Entwicklungen gingen auch an den Taxiunternehmen nicht vorbei. Ihm sei wichtig, Kritik ernst zu nehmen und transparent zu sein. Wer Fragen oder Beschwerden habe, könne sich direkt an das Unternehmen wenden. „Jegliche Form von Kritik möchte ich annehmen“, betont er.

Für die kommenden Wochen und Monate will Dom Taxi die Entwicklung genau verfolgen und zugleich an den eigenen Angeboten arbeiten. Der Start von Uber sei eine Herausforderung, aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Rana appelliert deshalb auch an die Fahrgäste, sich selbst ein Bild zu machen und nicht allein auf den Preis zu schauen: „Macht euch selber ein Bild. Schaut nicht nur in die Medien. Überzeugt euch selber und trefft für euch selber eine Entscheidung.“