Lokales FD 05.11.2026

Streik für mehr Geld: Beschäftigte gehen in Fulda auf die Straße

Fulda (st) – Die Tarifrunde 2026 in der Metall- und Elektroindustrie geht in die heiße Phase. Am Donnerstag sind die Beschäftigten von Wagner Fahrzeugteile und der Kugelfabrik in Fulda auf die Straße gegangen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Unter dem Motto „Weil du zählst“ fordert die IG Metall fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie sichere Arbeitsplätze.

Fotos: Stephanie Trapp

Im Mittelpunkt der Forderungen stehen zwei Themen: mehr Geld und Beschäftigungssicherheit. „Wir wollen auf der einen Seite den Kaufkraftverlust ausgleichen, den wir in den vergangenen Jahren erlitten haben. Wir haben heute eine Kaufkraft wie vor sechs, sieben Jahren“, erklärte Gewerkschaftssekretär Kevin Eckert. Gleichzeitig gehe es um den Wunsch nach Sicherheit, Beschäftigungsgarantien und dem Erhalt der Arbeitsplätze.

Konkret verlangt die IG Metall fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Forderung gilt auch für die Ausbildungsvergütungen. Hinzu kommen eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen und Instrumente zur Beschäftigungssicherung. Betriebsrat Lars Haselow unterstrich, worauf es der Belegschaft derzeit besonders ankommt: „Aktuell steht die Standortsicherung und Beschäftigung im Vordergrund, dass wir hierbleiben können, dass wir unseren Job erhalten können.“

Die Arbeitgeberseite hatte in der ersten Verhandlungsrunde zunächst eine Nullrunde angeboten. In der zweiten Verhandlung folgte ein konkreter Vorschlag: eine Einmalzahlung von 500 bis 600 Euro im kommenden Jahr – allerdings nur für Unternehmen, die sich diese leisten können. Eine Erhöhung der Entgelttabellen um 1,3 Prozent soll zudem erst 2028 erfolgen. Für Eckert ist das nicht ausreichend: „Das ist ein Angebot, was zu weiterem Kaufkraftverlust führen wird“, kritisierte der Gewerkschaftssekretär.

Sollte kein nachgebessertes Angebot vorgelegt werden, mit dem sich ernsthaft verhandeln lasse, kündigt die IG Metall weitere Arbeitskampfmaßnahmen an. Für den 23. November seien in diesem Fall 24-stündige Streiks vorgesehen.

Auch Rentner beteiligten sich an der Aktion. Ihr Anliegen: Die Entwicklung der Renten hängt ebenfalls von den Tarifabschlüssen ab. Fällt die Tariferhöhung entsprechend aus, können sich auch die Rentner ab dem kommenden Jahr auf eine höhere Rente einstellen.

Streik in Fulda. Fotos: Stephanie Trapp