Lokales FD 06.11.2026

Gemeindesitzung in Neuhof – Neues Konzept für Kalihalde

Neuhof (sg) – K+S, die Bürgerinitiative „Umwelt Neuhof“ und die Gemeinde Neuhof diskutieren seit Langem darüber, wie mit den salzhaltigen Haldenwässern am Kaliberg umgegangen und die Versalzung der umliegenden Landschaft eingedämmt werden soll. In der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend stand auch der aktuelle Stand zur Reduzierung der Haldenwässer auf der Tagesordnung. Bürgermeister Stolz erläuterte dabei eine neue Maßnahme von K+S, die in den folgenden Monaten weiter diskutiert und entwickelt werden soll.

Fotos: Sabrina Gram.

Dem Statusbericht, den der Bürgermeister verlas, zufolge hat K+S im Rahmen des Vertragsparteientreffens am 2. Oktober sein neues KDB-Konzept, also ein kombiniertes Abdeckungskonzept, detaillierter vorgestellt. „Im Prinzip geht es darum, dass man anstatt einer Dickschichtabdeckung die Flanken und das Top der Halde mit Kunststoffbahnen abdeckt. Im Zuge dessen soll entsprechendes Vorland für die Abflachung der Flanken das Auftragen von Salz genutzt werden“, erläuterte Stolz. Die Laufzeit der Abdeckung werde dadurch kürzer, sodass man den Bergbau weiterführen könne. Die Maßnahme gehe allerdings weiterhin mit einem erheblichen Landverbrauch im Vorland einher.

Dieser Plan von K+S sei in den Vertragsparteienrunden positiv zur Kenntnis genommen, allerdings zunächst nicht genauer besprochen worden, da er sich noch im Grobkonzeptstatus befinde. Die Vertragsparteien würden nun vorrangig das Ziel verfolgen, zu erreichen, dass der Vorschlag in den Maßnahmenkatalog Salz 2027 bis 2033 der Flussgebietsgemeinschaft Weser aufgenommen wird. Darin sei derzeit immer noch von der Dickschichtabdeckung die Rede, die jedoch unbedingt gestrichen werden müsse. Diesbezüglich hätten die Vertragsparteien ein Positionspapier mit einer groben Erklärung des neuen Vorschlags an die FGG Weser und an das hessische Umweltministerium versendet. „Wir versprechen uns schon davon, dass man im neuen Maßnahmenkatalog die Dickschichtabdeckung nicht mehr findet und stattdessen das KDB-Konzept aufgeführt wird“, betonte Stolz.

Die nächste Sitzung des Runden Tisches, der über den Umgang mit der Kalihalde berät, findet am 2. Dezember statt. Dort soll K+S den neuen Vorschlag noch einmal allen Mitgliedern präsentieren. Anfang 2027 wollen die Vertragsparteien laut Stolz daran arbeiten, die Maßnahme weiterzuentwickeln. K+S plane, 2032 mit der Umsetzung des Konzepts zu beginnen. „Wenn man die deutschen Planungshorizonte kennt, weiß man, dass das sehr, sehr sportlich ist. Das heißt, wir haben noch fünf Jahre Zeit, die ganzen Genehmigungsverfahren zu durchlaufen. Das ist aus meiner Sicht, ich will nicht sagen ‚unmöglich‘, aber schon an der Grenze zum Machbaren“, gab Stolz zu bedenken.

Allerdings würden die Vertragsparteien tatkräftig dabei mitwirken, den neuen Plan umzusetzen. Höchste Priorität habe es zunächst, die Wissenslücken aus den Bestandsanalysen aufzuarbeiten. Für weitere Diskussionen verwies Stolz auf die Sitzung des Runden Tisches im Dezember.