Fußball 02.11.2026

Regionalliga – Jagatic schwört auf Zusammenhalt und harte Arbeit

Fulda (sim) – Drei Siege aus den letzten drei Pflichtspielen, ein Sprung in der Tabelle und spürbar neues Selbstvertrauen: Bei der SG Barockstadt ist nach den jüngsten Erfolgen wieder mehr Ruhe eingekehrt. Doch Trainer Miroslav Jagatic weiß, dass die Mannschaft noch einen langen Weg vor sich hat. Beim Sponsorenabend in der Kaffeerösterei Reinholz sprach der Coach am Montag über die Bedeutung des Zusammenhalts, die aktuelle sportliche Situation, verletzte Spieler – und darüber, warum hinter einem Fußballer häufig auch eine starke Frau stehen muss.

Miroslav Jagatic beim Sponsorenabend der SGB. Foto: Silas Messing

„Das tat gut, aber das liegt jetzt alles schon wieder ein paar Tage zurück“, ordnete Jagatic die drei Siege ein. Die Mannschaft habe die Erfolge zwar genossen, müsse nun aber schnell wieder den Blick nach vorne richten. „Jetzt müssen wir allesamt noch einmal analysieren. Es geht weiter, und wir werden weiterhin hart arbeiten.“ Für den Trainer ist klar: Die jüngsten Ergebnisse sind ein Anfang, aber noch lange kein Grund, sich zurückzulehnen.

Dass die Barockstadt inzwischen nicht mehr auf dem letzten Tabellenplatz der Regionalliga Südwest steht, sei durchaus erfreulich. Allzu viele Gedanken an die Tabellenkonstellation verschwende er allerdings nicht. Viel wichtiger sei ihm die tägliche Zusammenarbeit: „Wir haben alle Lust, zusammenzuarbeiten. Wir haben eine super Mannschaft. Das sind super Jungs mit tollen Charakteren – und genau das macht mir als Trainer Spaß.“ Sein Blick richte sich lieber auf die gemeinsame Arbeit als auf Schlagzeilen oder Tabellenstände. Dabei gelte für ihn: „Hinten wird die Ente fett.“

Einfach ist die Situation personell trotzdem nicht. Verletzungen und krankheitsbedingte Ausfälle zwingen den Trainer immer wieder dazu, die Mannschaft neu zusammenzustellen. Besonders schmerzlich sei der Ausfall von Nicolas Wähling, der nach einem starken Auftritt in Kassel nun länger fehlen wird. „Das Bittere ist: Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Umso mehr tut es weh, dass er jetzt ausfällt. Er wird uns fehlen“, sagte Jagatic. Umso mehr habe ihn gefreut, dass Wähling trotz der bevorstehenden Operation am Donnerstag bei der Mannschaft gewesen sei. „Das ist einfach super, was der Junge für das Team gibt. Er ist ein echter Teamplayer.“ Den Sieg in Kassel habe die Mannschaft auch ihm schenken wollen – allerdings sei dieser „teuer bezahlt“ gewesen.

Dass die SG Barockstadt im Alltag zwischen Amateur- und Profifußball unterwegs ist, macht die Arbeit zusätzlich anspruchsvoll. Viele Spieler kommen direkt von der Arbeit zum Training. Jagatic versucht deshalb, die Belastung im Blick zu behalten und zugleich den sportlichen Anspruch hochzuhalten. „Die Karriere als Fußballer ist kurz“, gab er seinen Spielern mit auf den Weg. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie schnell eine Verletzung alles verändern könne. „Lebt diese Momente. Die sind absolut geil.“ Auch Niederlagen gehörten dazu. Entscheidend sei, als Team daraus hervorzugehen und die gemeinsame Zeit bewusst zu erleben.

Wie wichtig ihm dabei das Umfeld ist, machte Jagatic mit einem besonders persönlichen Einblick deutlich. Der Trainer sprach auch über die Partnerinnen und Familien der Spieler, die den Fußballalltag häufig mittragen müssen. „Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Ohne die läuft es nicht“, sagte er. Er wisse aus eigener Erfahrung, wie viel Geduld und Verständnis das Familienleben erfordere – gerade dann, wenn der Fußball einen großen Teil der Freizeit einnehme. „Ich kann die Frauen verstehen, gerade wenn Kinder da sind. Aber sie sollen diese Momente auch mit ihren Partnern leben.“ Denn irgendwann sei die aktive Fußballzeit vorbei und genau diese gemeinsamen Erlebnisse würden fehlen.

Für den Coach ist das ein weiterer Teil des Mannschaftsgedankens: Nicht nur die Spieler auf dem Platz, sondern auch die Menschen dahinter tragen zum Erfolg bei. „Wir müssen alle noch einen Schritt mehr gehen. Nur gemeinsam können wir das schaffen“, betonte er. Dazu gehörten neben Mannschaft und Trainerteam auch Sponsoren, Fans und das gesamte Vereinsumfeld. Die jüngsten Erfolge hätten gezeigt, dass die ersten Schritte gemacht seien. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Bis wir richtig gut sind, liegt aber noch ein weiter Weg vor uns.“