Fußball 07.11.2026

Regionalliga – Fehler und Rot: Weisbäcker tragische Figur beim 0:2

Fulda (pf) – Die kleine Erfolgsserie der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Fußball-Regionalliga ist schon wieder gerissen: Auf den Sieg in Kassel folgte am Samstag eine verdiente Niederlage im nächsten Hessenderby. 921 Zuschauer – einer mehr als beim Heimerfolg gegen Mainz – sahen ein 0:2 (0:1) der SGB gegen den TSV Steinbach Haiger, bei dem Torwart Maximilian Weisbäcker in der ersten Hälfte der Unglücksrabe war (update).

Die Szene des Spiels: SGB-Keeper Weisbäcker sieht Rot. Foto: Manfred Völler

Die erste Hälfte war eine ganz bittere aus Barockstadt-Sicht und vor allem für Keeper Maximilian Weisbäcker. Er war zuletzt guter Rückhalt und sorgte in Kassel für das erst Zu-Null-Spiel der SGB seit dem ersten Spieltag. Doch gegen Steinbach Haiger sah er schon beim Gegentor zum 0:1 maximal unglücklich aus, als er eine Flanke von Galle nicht festhalten und nur in die Mitte abwehren konnte, wo Deniz Bindemann locker ins leere Tor einschieben konnte (32.). Doch damit nicht genug, wurde er zehn Minuten später zur tragischen Figur: Er zögerte mit einem Abschlag und dribbelte aus dem Strafraum, spielte die Kugel dann Steinbach direkt in die Füße – Hajdaraj zog aus großer Distanz ab, Weisbäcker erwischte den Ball mit seinem Fuß, von wo aus er an seine Hand sprang. Der Schiri wertete das als Handspiel außerhalb des Sechzehners und stellte den Fuldaer Keeper mit Glatt-Rot runter. Es folgten Diskussionen der Hausherren über die Absicht dieses Handspiels – vergebens. Leon Pomnitz, der für den verletzten Wähling gerade erst in die Startelf zurückgekehrt war, musste für Ersatzkeeper Jannik Horz Platz machen.

Vor dem Gegentreffer hatte die SGB die größten Chancen in Person von Moritz Dittmann, der aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf (16.) beziehungsweise dann aus 18 Metern zu zentral aufs Tor abschloss (26.). Die Mittelhessen die drei Spiele in Folge sieglos angereist waren, prüften Weisbäcker durch Levin Müller früh (3.), brachten danach aber nach vorne wenig zustande. Doch der Treffer zeigte dann Wirkung. Mit dem 0:1 war die optisch leichte Überlegenheit der Barockstadt dahin, die Fuldaer Defensive geriet ins Wanken und Steinbach Haiger bekam mehr und mehr Aufwind.

„Wir waren bis zur Roten Karte top im Spiel. Am Anfang hatten wir das Chancenplus, danach war es auf Augenhöhe. In Unterzahl mussten wir dann natürlich leidenschaftlich und im Verbund arbeiten“, sagte SGB-Trainer Miroslav Jagatic nach dem Spiel.

Als das 0:2 dann aber kurz nach dem Seitenwechsel fiel, war das Hessenderby so gut wie gelaufen: Steinbach befreite sich an der Außenlinie zunächst stark aus der Klemme, dann ging es zu einfach aus SGB-Sicht: Krasniqi bediente Bindemann mit dem Rücken zum Tor, der sich drehen durfte und im Strafraum frei vor Horz stand, weil alle Fuldaer zu weit weg waren (52.). Beim Abschluss – so eiskalt wie die Temperaturen in der Johannisau – konnte Horz nichts machen, verhinderte dann aber das schnelle 0:3, an dem die Gäste erstmal näher dran waren, als Fulda dem Anschlusstreffer.

Erst und einmal mehr Emmanuel Elekwa brachte der SGB-Offensive nach seiner Einwechslung etwas Leben und es wurde nach vorne hin gefälliger. Reinhard traf kurz zuvor per Kopf zwar die Latte, stand aber dabei im Abseits (69.), und ein Freistoß von Hillmann blieb in der Mauer hängen (84.). Auf der anderen Seite hätte Steinbachs Hajdaraj sogar bei der Chance zum 0:3 sogar noch einen Elfmeter bekommen können (80.). In den Schlussminuten – das musste man der Jagatic-Elf zugutehalten – entwickelten die Gastgeber nochmal Druck und spielten Powerplay auf das Tor des TSV, doch für einen Treffer sollte es nicht mehr langen. Auch Elekwa verzog in der Nachspielzeit knapp. „Wir haben Mentalität bewiesen. Wenn der Anschlusstreffer fällt, wird es hier nochmal spannend“, betonte der Fuldaer Trainer und sah das Positive trotz der Niederlage: „Der Gegner hatte mehr mit sich selbst zu tun, hat alle gelb vorbelasteten Spieler rausgenommen, damit sie nicht auch noch runterfliegen. Für uns ist es jetzt natürlich ärgerlich in der Situation, aber wir wollen darauf aufbauen und gestärkt rausgehen. Am liebsten hätte ich morgen schon gleich das nächste Spiel“, sagte Jagatic kämpferisch. So aber stand ein bitteres 0:2, mit der die Barockstadt weiter im Tabellenkeller festhängt, während sich Steinbach Haiger wieder ins Tabellenmittelfeld vorarbeiten konnte.

SG Barockstadt: Weisbäcker – Kraft (75. Elekwa), Habermehl, Frey, Hillmann – Ivankovic, Pomnitz (43. Horz) – Dittmann, Sarpei, Schmitt (64. Iljazi) – Reinhard. 

Steinbach Haiger: Ibrahim; Galle, Mentzel, Donner (52. Näpflein), L. Müller (78. Herrmann), Hajdaraj, Krasniqi (64. Mika), Firat (78. Pfahl), M. Müller (46. Lippert), Bindemann, Käuper.

Schiedsrichter: John Bender (Tübingen)

Tore: 0:1 Deniz Bindemann (32.), 0:2 Deniz Bindemann (52.)

Zuschauer: 921

Rote Karte: Maximilian Weisbäcker (Barockstadt, 41.) – Handspiel außerhalb des Strafraums