Dass der Neubau ein wichtiger Schritt für den Rettungsdienst in Hünfeld ist, darüber waren sich alle Beteiligten beim Spatenstich einig. „Es ist ein ganz besonderer Termin, ein wunderschöner Anlass“, begrüßte Bürgermeister Benjamin Tschesnok die Gäste. Für den DRK-Kreisverband sei das Vorhaben ein Meilenstein, zugleich erhöhe es dauerhaft die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Neben der verbesserten Einsatzfähigkeit gehe es auch um die Arbeitsbedingungen der Rettungskräfte. Die neue Wache werde eine zeitgemäße Ausstattung bieten und künftig auch Platz für die Notärzte schaffen, die bislang an anderer Stelle untergebracht sind.
Wie entscheidend der zusätzliche Standort für die rettungsdienstliche Versorgung ist, erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt. In Hessen gilt grundsätzlich die Vorgabe, dass Rettungswagen den Einsatzort innerhalb von zehn Minuten erreichen sollen. Die Standorte der Rettungswachen im Landkreis Fulda seien deshalb anhand eines mathematisch berechneten Systems festgelegt. Für Hünfeld sei die bisherige Situation allerdings mit Nachteilen verbunden gewesen: Vom bestehenden Standort auf der anderen Seite der Stadt dauere die Fahrt in den südlichen Bereich rund zweieinhalb Minuten länger. „Das hört sich im ersten Moment vergleichsweise kurz an. Aber im entscheidenden Moment sind es die entscheidenden Minuten, die fehlen“, betonte Schmitt.
Mit der neuen Wache ließen sich die Fahrzeiten nicht nur innerhalb Hünfelds, sondern auch in Richtung Michelsrombach, Sargenzell, Nüsttal, Mackenzell, Silges und Rimmels reduzieren. Zwei Fahrzeuge sollen am neuen Standort rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Schmitt hob zugleich die Bedeutung der Menschen hervor, die später in dem Gebäude arbeiten werden. Ein modernes Gebäude allein reiche nicht aus: „Wir brauchen am Ende des Tages auch Menschen im Gebäude, nämlich Rettungssanitäter, die rausfahren und die Einsätze wirklich leisten.“ Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK sprach er ausdrücklich seinen Dank für ihre tägliche Arbeit aus.
Auch für den DRK-Kreisverband Hünfeld ist der Neubau eine Investition in die Zukunft. Kreisgeschäftsführer Stefan Bott verwies auf die Möglichkeiten, die sich durch die neuen Räumlichkeiten ergeben. Neben den eigentlichen Einsatzzeiten sollen diese auch Raum für Training sowie die Vor- und Nachbesprechung von Einsätzen bieten. Gerade die Zusammenarbeit mit den Notärzten könne dadurch verbessert werden. „Wir schaffen eine Grundlage, alles andere ist dann in eurer Hand“, wandte sich Bott an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Er sei überzeugt, dass das Team die neue Wache mit Leben füllen werde.
Dass das Projekt nun tatsächlich starten kann, sei auch der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken, unterstrich der Geschäftsführer. Die Stadt Hünfeld habe frühzeitig bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück unterstützt. So konnte ein Teil des Mitarbeiterparkplatzes der Helios-Klinik für den Neubau genutzt werden. Auch die Abstimmung mit dem Landkreis, den Planern und den ausführenden Unternehmen sei reibungslos verlaufen. „Wir freuen uns, dass wir so gute Partner haben“, sagte Bott. Noch vor Weihnachten solle die Bodenplatte verlegt werden.
Architekt Alexander Wuttke bestätigte den zügigen Verlauf der Planungen. Besonders die Zusammenarbeit auf dem Klinikgelände sei eine Herausforderung gewesen, die gemeinsam gut bewältigt worden sei. Nach der Einreichung des Bauantrags habe es lediglich sechs Wochen bis zur Baugenehmigung gedauert. „Das war wirklich unglaublich angenehm und effizient, wie wir hier vorangekommen sind“, lobte Wuttke die beteiligten Mitarbeiter der Stadt und des DRK. In der kommenden Woche sollen zunächst 37 Pfahlgründungen vorgenommen werden, sodass die Bodenplatte stabil gelagert werden kann. Die Fertigstellung der Rettungswache ist im Laufe des kommenden Jahres vorgesehen.
Auf dem rund 1400 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein Gebäude in Holzbauweise. Die Fahrzeughalle wird zwei Stellplätze sowie einen zusätzlichen Reserveplatz bieten. Hinzu kommen Ruheräume, Umkleiden, ein Aufenthaltsbereich mit Küche und Pausenraum sowie verschiedene Funktionsräume und eine Terrasse. Neben dem zusätzlichen Rettungsdienststandort soll die Wache auch die Ausbildung stärken: Die Kapazität für Auszubildende kann von derzeit neun auf künftig zwölf Plätze steigen. Mit dem Spatenstich beginnt damit nicht nur ein Bauvorhaben, sondern auch ein weiterer Schritt zur Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung im südlichen Landkreis Fulda.
