osthessen-fasching.de 08.11.2026

Närrische Bilanz und neue Pläne: Die FKG freut sich auf die Kampagne

Fulda (sim) – Konfetti in der Luft, volle Säle und ein Rosenmontagszug, der die Domstadt in ein buntes Narrenmeer verwandelt: Hinter der Fuldaer Karnevalsgesellschaft (FKG) liegt eine Kampagne voller Fastnachtsfreude, besonderer Begegnungen und unvergesslicher Momente. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Kampagne. Für die FKG war das ein voller Erfolg“, sagt Präsident Oliver Weißenberger im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung. Doch nach der Kampagne ist vor der Kampagne: Die nächste steht bereits in den Startlöchern. Mit einer neuen Prinzenmannschaft, großen Plänen und gerade einmal fünf Wochen Zeit im neuen Jahr wartet auf die Fuldaer Fastnachter eine besondere Herausforderung.

Fotos: Manfred Völler

Weißenberger blickt zufrieden auf die vergangenen Monate zurück. Sowohl der Ball der Stadt als auch die Fremdensitzungen seien gut besucht gewesen. Auch aus den befreundeten Randstaaten habe er positive Rückmeldungen und gute Besucherzahlen mitbekommen. Für den Präsidenten ist das eine schöne Bestätigung für die Arbeit, die hinter den Kulissen geleistet wird. „Da lohnt sich die Arbeit, das ist ein gutes Gefühl“, sagt er. Denn bis in Fulda die Narrenkappen sitzen, die Musik spielt und die Säle beben, braucht es viele helfende Hände, unzählige Vorbereitungen und Menschen, die mit Herzblut bei der Sache sind.

Ein besonderer Trumpf der vergangenen Kampagne war die Prinzenmannschaft. Die Mischung aus jungen und erfahrenen Aktiven habe hervorragend gepasst. „Die haben einen überragenden Job gemacht“, lobt Weißenberger. Die Mannschaft habe die Aufgabe mit Bravour gemeistert – und das, obwohl gerade in der Fastnachtszeit viele Augen auf die Aktiven gerichtet seien. „Da sind wir sehr stolz drauf“, sagt der FKG-Präsident. Für alle Beteiligten sei es eine sehr schöne Zeit und eine unvergessliche Kampagne gewesen.

Für Weißenberger war die Fastnacht in diesem Jahr auch eine ganz persönliche Herzensangelegenheit. Seine Tochter Anna Weißenberger gehörte als Prinzenmariechen zur Prinzenmannschaft. „Da ist man als Vater stolz, wenn die Tochter dabei ist“, sagt er. Dass Prinzessin Isabell Anna aus freien Stücken ausgewählt habe, mache diesen Moment noch einmal besonders. Es sei ihre eigene Entscheidung gewesen, betont Weißenberger, und Isabell habe eine wunderbare Mannschaft zusammengestellt. Für ihn ist das ein schönes Beispiel dafür, wie viel Vertrauen, Zusammenhalt und persönliche Verbundenheit in der Fuldaer Fastnacht stecken.

Auch der Rosenmontag gehört für den Präsidenten zu den Höhepunkten der Kampagne. Zwar sei die Zahl der Zuschauer wegen des Wetters etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben, mit dem Verlauf des Tages sei die FKG dennoch sehr glücklich. Besonders hebt Weißenberger die Zusammenarbeit mit der Stadt, der Feuerwehr, Polizei und den Rettungsdiensten hervor. „Da fühlen wir uns sehr wohl und sicher“, sagt er. Man spüre, dass die Stadt und die gesamte Gefahrenabwehr engagiert seien und ihr Bestes gäben. Es werde ein maximaler Aufwand betrieben, um die Sicherheit der Feiernden zu gewährleisten. So können die Narren auf den Straßen schunkeln, lachen und Kamelle sammeln, während im Hintergrund zahlreiche Einsatzkräfte dafür sorgen, dass das närrische Treiben sicher abläuft.

Dass Fastnacht zugleich Tradition und Veränderung bedeutet, zeigt sich auch bei der Suche nach der Besetzung an der Spitze der FKG. „Die Zeiten haben sich generell geändert. Wir halten heute nicht nur nach Prinzen Ausschau, sondern sind sehr flexibel. Die ganze Gesellschaft hat sich gewandelt“, erklärt Weißenberger. Die FKG wolle das Brauchtum bewahren, zugleich aber offen für neue Wege bleiben. Dabei schaue man sowohl auf die Tradition als auch nach vorn. Dass es bis zur nächsten Frau an der Spitze der Fuldaer Fastnacht wieder Jahrzehnte dauern müsse, glaubt Weißenberger nicht. Für ihn gehört es dazu, sich den gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen, ohne dabei die Wurzeln der Fuldaer Fastnacht aus dem Blick zu verlieren.

So ausgelassen die fünfte Jahreszeit nach außen wirkt, so viel Einsatz verlangt sie den Aktiven ab. Neben Zeit und Stress dürfe auch die finanzielle Belastung nicht unterschätzt werden. Gerade bei der Suche nach einem neuen Regenten oder einer Regentin müsse man berücksichtigen, was eine solche Aufgabe mit sich bringe. Wer an der Spitze der Fuldaer Fastnacht steht, übernimmt zahlreiche Termine, steht im Rampenlicht und muss damit umgehen können, dass die Öffentlichkeit genau hinschaut. Besonders in den sozialen Medien würden Auftritte und Aussagen mitunter kritisch kommentiert. „Das ist heute echt eine Herausforderung, vor der jeder großen Respekt hat“, sagt Weißenberger. Das gelte für die Verantwortlichen ebenso wie für die Prinzenmannschaft. So schön es sei, mit den Medien zusammenzuarbeiten, gebe es auch eine Kehrseite. Umso wichtiger sei es, souverän aufzutreten und sich der Aufmerksamkeit bewusst zu sein.

Während die letzte Kampagne noch nachklingt, laufen die Vorbereitungen für die nächste längst auf Hochtouren. „Nach der Kampagne ist vor der Kampagne“, sagt Weißenberger. Er sei sehr glücklich damit, wie sich die Dinge derzeit entwickelten. Die neue Prinzenmannschaft habe sich gefunden, und er sei zuversichtlich, dass wieder eine starke Gruppe mit viel Leidenschaft und einer guten Mischung aus Erfahrung auf die Beine gestellt werde. Die Vorfreude auf den Start sei groß – vom närrischen Auftakt am 11.11. am Buttermarkt bis zur abendlichen Inthronisierung.

Eine echte Herausforderung wird allerdings der enge Zeitplan. Im neuen Jahr bleiben netto nur fünf Wochen für die Kampagne. Trotzdem möchte die FKG bei ihren eigenen Veranstaltungen ebenso präsent sein wie bei den befreundeten Vereinen in den Randstaaten. Absagen wolle man möglichst vermeiden. „Wir freuen uns“, sagt Weißenberger. Die kurze Kampagne habe allerdings einen Haken: Die Kosten blieben gleich, auch wenn weniger Zeit zum Feiern bleibe. Deshalb hofft der Präsident auf viele Besucher, volle Säle und ein Publikum, das gemeinsam mit den Aktiven die fünfte Jahreszeit genießt.

Auch die Frage nach der Regentschaft ist geklärt: In der kommenden Kampagne wird wieder ein Prinz das närrische Zepter in Fulda übernehmen. Wer das sein wird, wollte Weißenberger allerdings noch nicht verraten. „Ich habe Schweigepflicht“, sagte er mit einem Lachen.

Auch bei den Fremdensitzungen verändert sich der Ablauf. Während diese bislang auf zwei Wochenenden verteilt waren, finden sie künftig gebündelt von Freitag bis Sonntag im Maritim statt. Vorgesehen sind zwei Fremdensitzungen und eine Seniorensitzung am Sonntag. Damit konzentriert die FKG ihre Veranstaltungen auf ein Wochenende – und hofft, dass die Narren auch dann zahlreich erscheinen, wenn die Kampagne besonders schnell vorbeizieht.

Ein weiteres Highlight wirft bereits seine Schatten voraus: der Rosenmontagsorden. Das Motiv verbindet verschiedene Elemente, die Fulda und die Region prägen. Die ursprüngliche Idee stammt von Designer Karlos Aha und war bereits vor der Corona-Pandemie entstanden. Jan-Christoph Frühauf habe den Entwurf später weiterentwickelt, unter anderem mit dem Riesenrad des Hessentags. Der Orden soll damit nicht nur die Fastnacht würdigen, sondern auch die Verbundenheit mit Fulda und dem Hessentag sichtbar machen.

Groß ist die Vorfreude außerdem auf ein neues Fernsehformat des Hessischen Rundfunks. Unter dem Titel „Bütt, Tusch & Theke – Fastnacht aus Fulda“ ist eine Aufzeichnung im Fuldaer Hof geplant. Das Programm soll gemeinsam mit osthessischen Vereinen gestaltet werden. Bewerbungen sind möglich, und die FKG hofft, möglichst viele Akteure aus der regionalen Fastnachtsszene zusammenzubringen. „Ich hoffe, dass wir ein buntes, schönes Programm aus der Region zusammenstellen“, sagt Weißenberger. Für ihn ist das eine große Chance, Fulda als Fastnachtshochburg zu präsentieren und die Vielfalt der Vereine über die Region hinaus sichtbar zu machen.

Bei aller Neuerung bleiben die großen Klassiker der FKG gesetzt: der Ball der Stadt, der 11.11., die Fremdensitzungen und die beiden Umzüge. Das seien die Veranstaltungen, die den Aktiven besonders lange im Gedächtnis blieben. Und so heißt es für die Fuldaer Fastnachter schon bald wieder: Kostüme richten, Narrenkappen aufsetzen und die Stimmen ölen. Denn auch wenn die nächste Kampagne kurz wird, soll es an närrischer Lebensfreude, schunkelnden Sälen und einem kräftigen „Föllsch Foll – Hinein!“ ganz sicher nicht fehlen.