Lokales FD 03.11.2026

Kirche mit offenen Türen: Pfarrei Heilig Kreuz entwickelt neue Ideen

Blankenau (pm/sim) – Wie kann Kirche Menschen erreichen, die bisher wenig oder keinen Kontakt zur Gemeinde haben? Und wie lassen sich Angebote so gestalten, dass sich möglichst viele willkommen fühlen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 25 Engagierte aus den Kirchorten der Pfarrei Heilig Kreuz im Fuldaer Land bei der zweiten Zukunftswerkstatt am Samstag, 24. Oktober, in Blankenau. Vorbereitet und geleitet wurde der Workshop vom Team der Pastoralen Innovation des Bistums Fulda.

Kurzvorträge und verschiedene Methoden halfen den Teilnehmern, die Perspektive zu wechseln und Kirche mit den Augen derer zu betrachten, die „nicht oder nicht mehr da sind“. Ein Selbsttest zeigte zudem, welcher der „sieben Zugänge zum Glauben“ dem eigenen entspricht. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich Menschen ihren Glauben erleben und wie vielfältig deshalb auch die Angebote einer Pfarrei sein können.

Neben neuen Ideen stand auch eine Zwischenbilanz auf dem Programm. Bei der ersten Zukunftswerkstatt Ende Mai in Großenlüder hatten mehr als 40 Teilnehmer aus den Kirchorten gemeinsam Projekte für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt. Einige davon sind inzwischen umgesetzt und wurden nun ausgewertet: der Impulsspaziergang „Akku leer?“ für Menschen, die Erholung und einen geistlichen Impuls suchen, das „Flimmer Dinner“ für Familien sowie „Ein offenes Ohr für Sie“ – Einzelgespräche mit kompetenten Frauen aus der Pfarrei. Ein Willkommensbrief für neu zugezogene Katholiken ist in Planung.

Dass Kirche vom Miteinander lebt, zeigte sich auch abseits der Arbeitsphasen. Bei Kaffee und einer deftigen Kartoffelsuppe in der Mittagspause kamen die Teilnehmer über die Grenzen ihrer Kirchorte hinweg ins Gespräch und knüpften neue Kontakte.

Manche waren überrascht, wie breit das Angebot in der Pfarrei bereits aufgestellt ist – vielleicht nicht im eigenen Kirchort, dafür aber an anderer Stelle. Mit der „Brille eines Fremden“ wurden zudem Dinge sichtbar, die sich mit wenig Aufwand verbessern lassen, damit sich Menschen willkommen fühlen. Viele Anregungen nahmen die Teilnehmer deshalb mit in ihre Kirchorte.

Seit ihrer Gründung wird die Pfarrei vom „Dienstprogramm NEO (neu-einladend-ortsverbunden) für Pfarreien, die aufbrechen wollen“ unterstützt. Es ist ein Angebot der Fachstelle Pastorale Innovation im Bistum Fulda.

Das Fazit des Tages: Der Heilige Geist wirkt – und manchmal braucht es nur kleine Gesten, um dies sichtbar zu machen. Eine freundliche Begrüßung oder eine Tasse Kaffee nach dem Gottesdienst können bereits dazu beitragen, Menschen mehr zu geben, als sie erwarten.

Eine Teilnehmerin zog eine positive Bilanz: „Persönlich hat mich heute ermutigt, dass wir gemeinsam und hoffnungsvoll in die Zukunft geschaut haben und keine Zeit mit Jammern verplempert haben.“ Pfarrer Joachim Hartel stellte fest: „Bei diesem innovativ-missionarischen Weg, den die Pfarrei eingeschlagen hat, wagen sich Menschen aus der Deckung und zeigen offen, wofür sie brennen.“

Wer die Kirche vor Ort mitgestalten möchte, ist eingeladen, eigene Ideen und Zeit einzubringen – sei es in einem Kirchort-Team, bei einem der neuen Projekte oder mit einem eigenen Vorschlag. Ansprechpartner sind die Kirchort-Teams und das Zentrale Pfarrbüro in Großenlüder unter 06648 60797-0 oder per E-Mail an heilig-kreuz.grossenlueder@bistum-fulda.de. Weitere Informationen gibt es unter www.katholische-kirche-heiligkreuz.de.