Nachdem er vor zwei Jahren schon einmal ran durfte, um den traditionellen Leiterspruch aufzusagen, wird es bei Björn Urbach nun zur Tradition. „Wenn ich so in die Runde stehe, kann ich viele Menschen sehen, die geduldig darauf warten, dass wir den Kalten Markt gleich starten. Ich will euch alle herzlich grüßen, die da steht zu meinen Füßen“, sagte er auf der Leiter stehend. In seinem Rückblick ging es um ein bewegtes Jahr in Schlüchtern: Kommunalwahl im März, neue Mehrheiten im Stadtparlament, den verregneten Badesommer im Freibad aber auch um viele Feste, Jubiläen und Vereine.
Bürgermeister Matthias Möller begrüßte unter anderem die Gäste aus den Partnerstädten Jarocin in Polen und Fameck in Frankreich, die Marktmeister aus Steinau, die Feuerwehr, die Bürgergarde, die Stadtkapelle und den Club der Kalten Markt Präsidenten. „Wir als Stadt können 200 Buden organisieren, Fahrgeschäfte nach Schlüchtern locken, Sicherheitskonzepte entwickeln, aber was wir nicht können, ist diesem Markt die Seele einzuhauchen. Das schafft nur ihr – mit viel Gefühl und mit viel Respekt“, betonte Möller. Der Bürgermeister richtete seinen Dank auch an die zahlreich erschienenen Gäste: „Ihr macht Heimatgefühl sichtbar, spürbar und erlebbar. Dafür bin ich unglaublich dankbar und vor allem stolz.“ Außerdem bedankte er sich bei dem Bauhof, bei Marktmeister Knut Koller und allen Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Polizei, ohne die das Wochenende nicht möglich wäre.
Bei der Ehrung von Jörg „Toaster“ Schlögl wurde es emotional, denn er hatte drei Jahrzehnte immer wieder den Leiterspruch aufgesagt, selbst während der Coronazeit. „Du hast die Eröffnung des Kalten Markts in den letzten drei Jahrzehnten wie keine andere Person geprägt. Du bist ein Stück lebende Tradition“, betonte Möller und verlieh Schlögl für seine Treue das Stadtsiegel, welches die höchste städtische Auszeichnung ist. Außerdem wurden noch vier weitere Personen ausgezeichnet, die mit ihrer Treue den Markt zu etwas Besonderem machen.
Höhepunkt des Abends war die Schlüsselübergabe. Der neue Kalte Markt Präsident heißt Fabian Orth. In seiner Bestallungsurkunde heißt es: Er übernimmt die Schlüsselgewalt für die Dauer des Marktes und soll „für gute Stimmung und Fröhlichkeit während der Markttage sorgen“. Orth sei Vereinsmensch durch und durch, wie er in seiner Rede schilderte. Er sei von der Feuerwehr als Präsident vorgeschlagen worden. „Für mich bedeutet Feuerwehr vor allem Kameradschaft, Verantwortung und Zusammenhalt“, sagte Orth.
In diesem Jahr macht der Kalte Markt seinem Namen alle Ehre, doch trotz der niedrigen Temperaturen war in der Stadt jede Menge los. Die Menschen tummelten sich um die Fahrgeschäfte und Buden und genossen den ersten Abend. Noch bis Dienstag läuft der Markt. Ob ein neuer Blick auf die Stadt aus dem Riesenrad, Adrenalinkick in der Achterbahn oder Geselligkeit bei Speisen und Getränken – es wartet ein vielfältiges Angebot auf die Besucher.
