Es war eine Zäsur – nicht nur für die Wasserfreunde, sondern auch für den Sport in Fulda: Über Jahrzehnte waren die Fuldaer Wasserballer eines der Aushängeschilder für Osthessen, brachten die Stadt in einer Randsportart auf die nationale Bühne. Vor etwa einem Jahrzehnt spielten die Wasserfreund noch Bundesliga, dann lange in der zweiten Liga. Nun folgte ein Schritt, der sich angebahnt hatte: Sportlich bitter, für die Entwicklung aber sinnvoll, zog sich der Verein in die hessische Oberliga zurück. Konstanz gibt es in der Trainerpersonalie: David Horvath steht weiterhin in der Verantwortung.
„Viele Stammspieler haben weniger Zeit zum Trainieren, sind studieren oder haben aufgehört. Wir müssen auf den Nachwuchs schauen, wollen die 13- bis 16-Jährigen an die Mannschaft ranführen, um etwas für die Zukunft aufzubauen“, begründet der Coach den Schritt: „Das können wir in der 2. Bundesliga nicht. In diesem Alter brauchst du Spielpraxis, aber ich kann keine 16-Jährigen als Stammspieler jede Woche gegen Topmannschaften einsetzen“.
Dass der Rückzug für die Entwicklung nicht die falsche Entscheidung war, zeigte das Vorbereitungsturnier unter dem Namen „Supercup“ am Sonntag in Fulda: Gegen Friedberg und Frankfurt gab es deutliche Niederlagen, die aber erstmal keine Rolle spielten: „Wir hatten eine sehr junge Mannschaft, die ganz jungen durften ausnahmsweise sogar spielen, weil es keine Liga war“, so Horvath. Jungs der Jahrgänge 2010 und 2011 schnupperten rein und machten ihre Sache schon sehr ordentlich: „Man hat natürlich den Unterschied zu den Gegnern gesehen, aber wir können mit den Jungs planen – das ist positiv. Wir wollten sehen, was sie können und wie sie im Team mitspielen“. Die Partien seien als „Trainingsspiele“ perfekt geeignet gewesen, meint der Trainer. Der Supercup fand vor wenigen Jahren schon einmal in Fulda statt, und auch diesmal boten sich die Wasserfreunde als Ausrichter an: „Das hat gut geklappt und die Teams sind gerne gekommen“.
Die verjüngte Mannschaft ist seit Sommer in der Vorbereitung, seit Anfang September kann allerdings im Sportbad Ziehers erst so richtig Gas gegeben werden: „Im Rosenbad ist es immer etwas schwierig, zu arbeiten, aber im Hallenbad haben wir das normale Feld und trainieren bis zu vier, fünf Mal die Woche, teilweise auch mit dem Nachwuchs zusammen“, sagt Horvath.
In der Oberliga werde er dann aber nicht immer nur ein blutjunges Team ins Becken schicken, sondern auch Unterstützung erhalten: „Die älteren Spieler helfen uns aus, aber sie wechseln sich ab. Mal der, mal ein anderer. Es geht aber hauptsächlich darum, dass die jüngeren spielen“. Vor allem Tarek Bary kann hier nicht unerwähnt bleiben, der als Jugendtrainer der Fuldaer seine Erfahrung weitergeben kann.
Die reguläre Saison wird wohl im Dezember starten, meint Horvath, einen genauen Termin gibt es aber noch nicht. In der Oberliga wird nach derzeitigem Stand wohl mit acht Mannschaften gespielt – zunächst soll es eine Hinrunde geben, in der Heim- und Auswärtsspiele gelost werden. Danach wird die Liga womöglich geteilt und im Playoff-Format weitergespielt – die ersten Vier unter sich, die Plätze fünf bis acht ebenfalls unter sich. Auch im Hessischen Pokal haben die Wasserfreunde gemeldet und spielen dort irgendwann im Winter auch noch das Duell beim VfB Friedberg II. Friedbergs erste Mannschaft war wiederum kein Gradmesser beim Supercup am Sonntag im Sportbad Ziehers, zu dem Horvath bilanzierte: „Wir hatten schon wirklich gute Phasen dabei, haben schönen Wasserball gespielt. Aber in anderen Phasen dann auch wieder nicht. Es war gut, zu schauen, wie weit die höherklassigen Teams von uns weg sind“.
Fulda: Rossbach, C. Möller, J. Möller, Vilmin, Atzert, Bech, Koch, Kreß, Flamme, B. Demir, O. Demir, Kauder, Jestädt, Schmidt.
Die Ergebnisse:
Wasserfreunde Fulda – VfB Friedberg 7:26 (2:4, 2:8, 2:8, 1:6)
Erster Frankfurter SC – VfB Friedberg 8:10 (3:2, 0:2, 3:3, 2:3)
Wasserfreunde Fulda – Erster Frankfurter SC 11:23 (1:5, 2:4, 3:7, 5:7)
