Die rund 300 Besucherinnen und Besucher der Preisverleihung erlebten nicht nur überzeugende Finalisten auf der Bühne, sondern auch spannende Talks und eine beeindruckende Video-Lightshow. Der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori übergab als erster Laudator die Auszeichnung an die Finalisten und Finalistinnen in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“: Enviotech aus Bad Vilbel, Elmi Power aus Niddatal und ODW Engineering aus Wald-Michelbach. „Wir wollen, dass Hessen nicht nur ein Land guter Ideen ist, sondern ein Land, in dem aus guten Ideen erfolgreiche Unternehmen und gute Arbeitsplätze werden. Dafür brauchen wir Menschen, die den Mut haben, Neues zu wagen, und einen Staat, der sie dabei unterstützt, statt ihnen Steine in den Weg zu legen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Gründungen erleichtern, Innovationen voranbringen und jungen Unternehmen die besten Voraussetzungen geben, um zu wachsen. Denn die wirtschaftliche Stärke von morgen entsteht durch die Entscheidungen, die wir heute treffen. Der Hessische Gründerpreis zeigt eindrucksvoll, wie viel Unternehmergeist und Innovationskraft in unserem Land stecken. Diesen Gründergeist wollen wir stärken und aus guten Ideen wirtschaftliche Erfolge machen“, sagte Minister Mansoori, Schirmherr des Hessischen Gründerpreises. Im Anschluss ehrte er Enviotech als Sieger dieser Kategorie. Mit der Technik von Enviotech lässt sich bestehende Straßenbeleuchtung intelligent nachrüsten, Elmi Power entwickelt intelligente Systeme für Schnellladestationen von E-Autos und von ODW Engineering kommen autonome Geräteträger für die Arbeit im Stall, auf dem Hof und in der Kommune.
Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, übergab als Laudator der Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“ die Preise an Schutzlicht aus Frankfurt, Improtheater Fulda sowie Political X Change aus Heuchelheim. „Gründer schaffen Perspektiven – für Wirtschaft und Menschen“, sagte Martin. „Sie eröffnen berufliche Chancen und stärken den Arbeitsmarkt. Deshalb ist es wichtig, ihre Potenziale zu erkennen und sie zu fördern. Der Gründerpreis zeigt, wie viel Mut, Innovationskraft und gesellschaftliche Verantwortung in Hessen stecken.“ Improtheater Fulda bietet Improvisationskurse und Workshops, die Selbstvertrauen, Kreativität und Teamfähigkeit stärken. Political X Change aus Heuchelheim entwickelt eine digitale Plattform für Jugendbeteiligung in Städten und Gemeinden und Schutzlicht bietet Kurse zu Prävention, Selbstbehauptung und Selbstvertrauen für den Schutz von Menschen vor Gewalt. Martin übergab Schutzlicht als Sieger dieser Kategorie den Pokal. Für alle drei gab es, wie auch in den anderen Kategorien ein professionelles Unternehmensvideo, das auf der Gala gezeigt wird. Shaggy Schwarz, schildert in seinem Video, seine Geschichte und erzählt was das Improtheater ihm und den Teilnehmenden seiner Workshops – vom Kind bis zur Führungskraft – gibt.
In der dritten Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ war Sven Volkert, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, der Laudator für die Finalisten Pflegezentrum Rosenhöhe aus Bad König, Gebr. Schulz aus Wiesbaden und Nolte Bedachungen aus Frankfurt. „Unternehmensnachfolge ist eine der unterschätzten Möglichkeiten unserer Zeit, gerade für junge Menschen, die nach einer echten Chance suchen. Sie müssen kein Unternehmen von null aufbauen, sie können eines übernehmen, das schon existiert, das Menschen beschäftigt, das eine Geschichte hat, und es nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Wer das mit Herzblut angeht, leistet Großes: für die Beschäftigten, für die Region, für die Wirtschaft. Der Hessische Gründerpreis macht sichtbar, wie viel Mut und Leidenschaft dazugehören, und ich freue mich jedes Jahr, diese Nachfolgerinnen und Nachfolger persönlich auszeichnen zu dürfen.“ Zum Sieger dieser Kategorie kürte er das Pflegezentrum Rosenhöhe. Das bietet insgesamt 200 Plätze, im Zuge der Nachfolgelösung konnten über 200 Arbeitsplätze gerettet werden. Gebr. Schulz baut, verkauft, repariert und restauriert Klaviere und Flügel und vermietet Instrumente, Nolte Bedachungen vereint Dachdeckerei, Zimmerei und Bauspenglerei, setzt dabei auf neue Technologien und betreibt aktiv Mitarbeitergewinnung und -bindung.
Schließlich zeichnete Laudator Maximilian Faust, Aufsichtsrat der Bildungsgruppe Fresenius und Gründer Pioneer Lab, die Preisträger in der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ aus. Das sind Mamaye aus Neu-Isenburg, Fablon aus Darmstadt und QiTech aus Darmstadt. „Hochschulen sind der beste Nährboden für Gründungen: Hier treffen Menschen, die ein Problem erkannt haben, auf Forschung, andere Talente und ein Netzwerk, das Türen öffnet. Ob im Studium, in der Wissenschaft oder als Alumni: Diese Ideen verdienen eine Bühne und den Mut, sie groß zu machen“, so Faust. Fablon entwickelt eine modulare Infrastruktur für das Bioprinting von Fleisch und später auch von Organen. QiTech entwickelt eine offene Software für die Steuerung von Industriemaschinen und Mamaye vertreibt Lebensmittelprodukte, die den Zugang zur afrikanischen Küche im Alltag erleichtern. Als Sieger dieser Kategorie erhielt Mamaye die Trophäe aus den Händen von Maximilian Faust.
„Innovation, Gründergeist, Kreativität, Ideen, Mut, Netzwerke, Kenntnisse, all das und noch einiges mehr brauchen Menschen, die ein Unternehmen gründen oder ein bestehendes Unternehmen übernehmen und modernisieren. Diese Eigenschaften sind überall in Hessen zu finden, nicht nur in den wirtschaftlich traditionell starken Städten und Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen. Natürlich sind die Hochschulen und damit auch die Regionen drumherum Zentren der Innovation und des Gründergeistes. Aber wir haben in diesem Jahr erneut eine breite Streuung der teilnehmenden Unternehmen gesehen, von denen ein großer Anteil nicht aus den Ballungsräumen kommt. Nur die Hälfte unserer zwölf Preisträger stammt aus Städten mit einer Hochschule. Unser Netzwerk deckt alle ländlichen Regionen Hessens ab“, erklärt Elisabeth Neumann, Projektleiterin des Hessischen Gründerpreises bei der KIZ Sinnova gGmbH. „Alle Menschen, die ein Unternehmen zum Laufen bringen, leisten etwas sehr Wichtiges für unsere Gesellschaft. Deshalb entscheiden beim Hessischen Gründerpreis auch nicht ausschließlich die Zahlen über den Erfolg, sondern die Menschen und ihre Ideen. Der Hessische Gründerpreis hilft den teilnehmenden Unternehmen mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit, einem hochwertigen Unternehmensvideo, mit Zugang zu exklusiven Netzwerken und wichtigen Trainings. Beim Hessischen Gründerpreis ausgezeichnete Unternehmen können in der Folge häufig Aufträge, Umsatz und Gewinn steigern, finden neue Beschäftigte und genießen einen Vertrauensbonus bei Kunden und Kundinnen“, so Neumann.
Michael Wilczynska, CEO von Wianco Ott Robotics und Jurymitglied beim Hessischen Gründerpreis 2026, schickte zunächst einen Roboter vor, bevor er selbst die Bühne betrat. Er sagte: „Wer wissen möchte, wie es um den Unternehmergeist in Deutschland steht, sollte sich die innovativen Startups beim Hessischen Gründerpreis ansehen. Die Vielfalt und Innovationskraft der Ideen und Gründungen, die wir in diesem Jahr erleben durften, stimmen mich außerordentlich zuversichtlich für die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes.“ Wianco Ott war 2023 Preisträger beim Hessischen Gründerpreis.
Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent von Offenbach und diesjähriger Gastgeber des Hessischen Gründerpreises, übergab den Staffelstab an Patrick Burghardt, Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent der Stadt Rüsselsheim am Main. „Hier in Offenbach schlug im Jahr 2003 die Geburtsstunde des Hessischen Gründerpreises. Dass wir nun zum dritten Mal Gastgeberin für diesen renommierten Wettbewerb sein dürfen, erfüllt uns mit großem Stolz. Dies ist nicht nur eine Hommage an die Geschichte des Wettbewerbs, sondern auch ein starkes Zeichen für unsere dynamische Gründer- und Kreativszene“, so Schwenke. „In Rüsselsheim am Main wurde aus einer Werkstatt Weltgeschichte geschrieben. Als eine Stadt mit Gründer- und Gründerinnen-DNA stehen wir bis heute für Ideen, die Zukunft gestalten. Wir freuen uns daher, 2027 Gastgeber des 25. Hessischen Gründerpreises zu sein und gratulieren den diesjährigen Preisträgern“, erklärte Burghardt.
Gründungen, Nachfolgelösungen und junge Unternehmen brauchen Finanzierungen. Deshalb unterstützen die Sparkassen den Hessischen Gründerpreis von Anfang an. Dominic Biste, Vorsitzender des Vorstandes der Städtischen Sparkasse Offenbach, sagte: „Die Sparkasse Offenbach hat den Hessischen Gründerpreis 2026 gerne begleitet. Die gelungenen Workshop-Tage boten uns die Chance, Gründer und deren Ideen intensiv kennenzulernen. Vielen Dank an die Verantwortlichen für die partnerschaftliche Zusammenarbeit und die hervorragende Organisation.“
Wettbewerbsablauf, Preise, Beteiligung
Im ersten Schritt reicht das Ausfüllen des Online-Bewerbungsformulars. Mit diesen Informationen wählt eine Jury in den vier Kategorien „Innovative Geschäftsidee“, „Zukunftsfähige Nachfolge“, „Gesellschaftliche Wirkung“ sowie „Gründung aus der Hochschule“ die jeweils zwölf überzeugendsten Unternehmen für das Halbfinale aus. Diese 48 Halbfinalisten und Halbfinalistinnen pitchen vor einer großen Jury und drei pro Kategorie ziehen ins Finale ein. Die zwölf Finalistinnen und Finalisten treten bei der Fachtagung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der hessischen Gründungsszene gegeneinander an. Abends werden sie im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet, auch vom Schirmherrn, dem Hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori, persönlich. Seit 2020 ergänzt ein Online-Voting das Finale, an dem seither jeweils einige tausend Menschen teilgenommen haben. Der Hessische Gründerpreis verteilt keine Geldpreise. Zu gewinnen gibt es große öffentliche Aufmerksamkeit, exklusive Netzwerkkontakte, hochwertige Expertentrainings und Workshops sowie ein professionelles Unternehmensvideo. Zudem sind wir vorschlagsberechtigt für den Deutschen Gründerpreis. Zu den vielfältigen Netzwerken, die Bewerberinnen und Bewerber beim Hessischen Gründerpreis erwarten, gehört auch ein aktives Alumni-Netzwerk und eine Roadshow durch ganz Hessen.
