Kräfte aus insgesamt sieben Bundesländern sowie von Zoll und Bundespolizei brachten sich in die Aktion ein, die vom Landeskriminalamt Niedersachsen koordiniert wurde. Auch die hessische Polizei beteiligte sich an dem Einsatz, zeigte an Raststätten und Parkplätzen Präsenz, um mögliche Straftaten zu verhindern. Die Bilanz: 116 kontrollierte Fahrzeuge und 142 kontrollierte Personen. Es wurden drei Strafanzeigen gefertigt, unter anderem wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens.
Daniel Muth, Präsident des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA), erläutert: „Die Täter gehen häufig organisiert und arbeitsteilig vor. Eine Tatbegehungsweise ist das gezielte Ausspähen von Lkw und ihren Ladungen. Die für die Täter lohnenswerte Ware wird in der Folge über die aufgeschlitzte Plane oder direkt über die Hecktüre gestohlen und innerhalb kürzester Zeit abtransportiert.“
117 Fälle von Planenschlitzen 2025 in Hessen
Für 2025 sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Hessen 137 Fälle von Ladungsdiebstahl registriert, darunter 117 schwere Fälle durch Aufschlitzen der Plane. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von rund 2,67 Millionen Euro.
HLKA-Präsident Daniel Muth sagt: „Um Ladungsdiebstahl wirksam zu bekämpfen, sind eine enge länderübergreifende Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden, gemeinsame Einsätze und Ermittlungen sowie ein vernetzter Informationsaustausch erforderlich."
So schützen sich Lkw-Fahrer:
„- Informationen vertraulich behandeln: Sprechen Sie mit Fremden nicht über Ihre Route, Ihr Fahrtziel oder die transportierte Ladung.
- Parkplätze bewusst auswählen: Planen Sie Pausen und Ruhezeiten möglichst auf gesicherten oder gut beleuchteten und belebten Parkplätzen.
- Fahrzeug regelmäßig überprüfen: Kontrollieren Sie nach längeren Pausen, ob Plane, Fahrzeug oder Ladung beschädigt oder manipuliert wurden.
- Bei verdächtigen Situationen vorsichtig bleiben: Klopfen nachts Unbekannte an Ihr Fahrzeug, bleiben Sie in der Kabine und bieten Sie an, die Polizei zu verständigen.
- Verdächtige Beobachtungen melden: Informieren Sie bei verdächtigen Personen oder Fahrzeugen umgehend die Polizei über den Notruf 110.
- Jede Tat anzeigen: Melden Sie auch versuchte Diebstähle oder aufgeschlitzte Planen, selbst wenn keine Waren entwendet wurden. Solche Hinweise können entscheidend sein, um Tatserien und Zusammenhänge zu erkennen.“
Hintergrund AG Cargo
Grundlage der länderübergreifenden Zusammenarbeit ist die Arbeitsgruppe Cargo (AG Cargo), die aus einer 2018 gegründeten Projektgruppe hervorgegangen ist. Ihr gehören sechs Bundesländer sowie polnische Polizeibehörden an. Derzeit hat das Landeskriminalamt Niedersachsen den Vorsitz.
