Der siebte Sieg im siebten Spiel – das war letztlich das, was für den TV Hersfeld zählte. „Klar kommt bei so einer Serie mal etwas Müdigkeit auf“, sagte Trainerin Sanja Fabijanic, und musste feststellen, dass ihr Team „die ersten fünf Minuten verschlafen hat“. Erstmals in dieser Spielzeit war der TVH nicht von Beginn an voll fokussiert und musste so eine „wackelige erste Halbzeit“ erleben. Erst nach diversen Umstellungen in der Abwehr kam der Zugriff.
Dass die HSG Großenlüder/Hainzell derweil als krasser Außenseiter angereist war, war den Gästen bewusst. Umso mehr war Trainer Liviu Pavel beeindruckt von seinen Mädels, die anfangs mit 3:0 führten, Hersfeld kalt erwischten und die Partie lange offenhielten. „Das war richtig toll“, so Pavel, der auch am Ende trotz des 25:34 zufrieden war: „Ich glaube, das ist das erste Mal im Leben, dass ich sage: Wir haben mit neun Toren verloren und sind trotzdem gefühlter Sieger“.
Als die Konzentration beim TVH wieder da war, gab es die erste Führung für den Tabellenführer nach rund zehn Minuten. Bis zur Halbzeitpause waren es dann vier Tore Vorsprung, doch erst danach konnte der Favorit wirklich davonziehen – auch aufgrund starker Torhüterleistungen, wie Fabijanic lobte. Doch auch Pavel hob seine Torhüterinnen hervor, besonders die junge Anne Frodl: „Sie ist traurig, wenn sie ein paar Bälle nicht halten kann. Aber heute hat sie für mich ihr bestes Spiel gemacht. Ich bin super stolz auf sie, da waren viele tolle Paraden dabei“.
Den Gästen fehlte die eine oder andere Spielerin, mit der die Luft vielleicht für längere Zeit gereicht hätte. So wurde es im Verlauf der zweiten Halbzeit dann doch deutlich, obendrauf musste mit Luca Möller eine Stütze in der Abwehr mit drei Zeitstrafen nach 39 Minuten vom Feld. All das änderte aber nichts daran, dass Pavel betonte: „Die Mädels haben das toll gemacht, auch die, die zuletzt wenige gespielt haben“. Auch der TV Hersfeld bekam ein Lob aus Großenlüder mit: „Wir haben gut mitgehalten gegen eine Mannschaft, die einen tollen, schnellen und modernen Handball spielt. Das muss man einfach sagen. Leider haben wir nicht diese Konstanz über die 60 Minuten“. Dennoch hätten alle bei der HSG Spaß gehabt – während Hersfeld nun zwei spielfreien Wochen entgegenblickt. Trainerin Fabijanic: „Ich hoffe, dass uns das nicht aus dem Rhythmus bringt. Aber wir können noch einige Sachen besser machen und wollen jetzt daran arbeiten“.
TV Hersfeld: L. Raguse (5/2), Berk, Teichmann (10/1), Söllner (3), Berg (1), Köhler, Holzapfel (3), Fischer (6), Niering, Fennel, Bittorf (4), Lucas (2), Willems, Eimer.
Großenlüder/H.: Frodl, H. Möller (1), Sippel (1), Jordan (2), Wiegand (3), L. Möller (2), Hartmann, Feldmann, Kaub (4/1), Schwarz (3), Schmitt (5), Peppler (4), Otterbein.
