Bisher hat Hansjörg Friedrich den Metzgereibetrieb gemeinsam mit seiner Frau und sieben Mitarbeitern gestemmt. Über die Umsätze hätte er sich nicht beschweren können, und auch die Kunden seien mit den Fleisch- und Wurstwaren vollauf zufrieden gewesen. Trotzdem ist nach dem 12. Dezember Schluss.
„Ich mache das schon so viele Jahre, da ist es natürlich schwer für mich, jetzt aufzuhören. Aber so ist es das Vernünftigste“, erklärte Friedrich im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung. Die Schließung habe allerdings nichts mit der ungewissen Zukunft des tegut-Marktes, in dem sich der Laden befindet, zu tun. Der Hauptgrund sei vielmehr, dass es seit geraumer Zeit immer schwieriger werde, geeignetes Personal einzustellen. „Ich kriege einfach keine neuen Mitarbeiter mehr zusammen“, führte der gelernte Metzger aus Horas aus. „Man findet höchstens noch Stundenkräfte, aber Azubis oder Vollzeitkräfte werden immer seltener.“ Dieses Problem sei allgemein in der Lebensmittelbranche zu beobachten.
Aber auch sein Alter und seine eigene Gesundheit hätten den 59-Jährigen dazu gebracht, den Betrieb einstellen zu wollen. Nach einem Unfall Anfang des Jahres sei ihm endgültig klar geworden, dass er nun kürzertreten müsse. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leichtgemacht, aber ich hielt es letztlich für besser, den Laden jetzt zu schließen, anstatt zu warten, bis wir noch größere Probleme haben“, betonte Friedrich. Bis zum letzten Verkaufstag soll das Geschäft normal weitergeführt werden. Danach findet die 30-jährige Geschichte der Metzgerei Friedrich ihr Ende.
