osthessen-fasching.de 02.11.2026

Ein Jahr im närrischen Rampenlicht: Prinzessin Isabel blickt zurück

Fulda (sim) – Rund 200 Termine, unzählige Begegnungen, große Emotionen und jede Menge Fastnachtszauber: Für Dr. Isabel Hohmann, Prinzessin Isabel von Brief und Siegel LXXXIII. von Fulda, geht eine ganz besondere Zeit zu Ende. Als zweite Frau in diesem Amt wollte sie nicht nur die Frauen vertreten, sondern die Menschen zusammenbringen, gemeinsam feiern und auch eingefleischte Fastnachtsmuffel von der närrischen Begeisterung anstecken. Das ist ihr gelungen. Nun blickt sie dankbar auf eine unvergessliche Kampagne zurück – und ist schon gespannt, wer als nächste Tollität das Zepter übernimmt.

Wenige Tage vor dem Start in die fünfte Jahreszeit blickt Prinzessin Isabel von Brief und Siegel LXXXIII. von Fulda auf ihre Regentschaft zurück. Fotos: Manfred Völler

„Man kann es irgendwie noch gar nicht richtig fassen, aber alles hat ein Ende“, sagt Hohmann im Gespräch mit Osthessen-Zeitung. Die vergangenen Monate seien eine tolle Zeit gewesen, für die sie sehr dankbar sei. Gleichzeitig wächst die Neugier auf die Nachfolge. Bis zum 11. November dauert es nicht mehr lange. Wie emotional dieser Tag für sie selbst wird, kann sie noch nicht sagen. „Ich habe schon einige emotional ergriffene Prinzen am 11.11 gesehen. Wie das bei mir wird, weiß ich noch gar nicht.“ Eines steht für sie aber fest: Sie hat diese einmalige Erfahrung in vollen Zügen genossen.

Besonders in Erinnerung bleibt ihr der Hessentag. Anders als bei klassischen Fastnachtsveranstaltungen habe sie dort die Termine etwas entspannter erleben können. Während einer Kampagne sei man schnell im Flow, erklärt Hohmann. Ein Termin folge auf den nächsten, und obwohl man jeden Moment genießen wolle, bleibe manchmal kaum Zeit, alles richtig auf sich wirken zu lassen. Der Hessentag habe ihr dagegen die Gelegenheit gegeben, die besondere Atmosphäre bewusster wahrzunehmen. Auch der Rosenmontagsumzug sei einmalig gewesen – nur sei dieser viel zu schnell vorbeigegangen.

Mit ihrer Regentschaft verband Hohmann von Anfang an eine klare Botschaft: Sie wollte nicht nur die Frauen vertreten, sondern alle Menschen zusammenbringen. „Ich wollte nicht nur die Frauen vertreten, sondern zusammen feiern, dass wir eine Einheit bilden.“ Genau das sei ihr wichtig gewesen. Gemeinsam lachen, den Alltag für ein paar Stunden vergessen und die Sorgen hinter sich lassen – das sei schließlich ein wesentlicher Teil der Fastnacht. Sogar den einen oder anderen Fastnachtsmuffel habe sie von der närrischen Sache überzeugen können, zumindest im eigenen Freundeskreis.

Dass sie mit ihrer offenen Art Menschen erreicht hat, zeigen auch die Rückmeldungen, die sie während der Kampagne bekam. Besonders oft sei ihr gesagt worden, dass es schön gewesen sei, eine Frau an der Spitze der Fuldaer Fastnacht zu sehen. Und noch etwas blieb offenbar hängen: ihr Lachen. „Dass ich immer so schön gelacht habe, habe ich viel gehört. Das war schön zu hören“, erzählt Hohmann. Für sie ist das ein schönes Zeichen dafür, dass ihre Freude an der Fastnacht auch bei anderen angekommen ist.

Wenn sie auf die Höhepunkte zurückblickt, darf ein Abend nicht fehlen: der Ball der Stadt Fulda. Mit der gesamten FKG einzumarschieren, sei ein echtes Gänsehauterlebnis gewesen. „Da so mannstark einmarschieren zu können, ist Gänsehaut.“ Solche Momente seien es, die eine Kampagne besonders machten – nicht nur die großen Auftritte, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl dahinter.

Einen ganz besonderen Platz in ihren Erinnerungen hat dabei ihr Team. Prinzenmariechen Anna Weißenberger und die beiden Adjutanten Johannes Alt und Johannes Uth standen ihr während der Kampagne zur Seite. Die Prinzessin betont, wie eng alle zusammengehalten hätten und wie sehr sie sich auf ihre Mitstreiter verlassen konnte. „Da gilt mein besonderer Dank meinem Team. Wir haben wirklich zusammengehalten. Daran werde ich mich mein ganzes Leben erinnern, wie sie an meiner Seite standen.“ Für Hohmann ist klar: Eine solche Zeit lässt sich nicht allein gestalten. Hinter den vielen Auftritten, Terminen und Begegnungen stehen Menschen, die mitziehen, unterstützen und gemeinsam dafür sorgen, dass die Fastnacht lebendig bleibt.

Natürlich war die Kampagne nicht nur Glitzer, Konfetti und gute Laune. Rund 200 Termine zu absolvieren, ist anstrengend. „Es wäre gelogen, würde ich sagen, dass es nicht anstrengend war“, sagt Hohmann. Allerdings wisse man vorher, worauf man sich einlasse. Wer diese Aufgabe übernehme, müsse bereit sein, viel Zeit und Energie zu investieren. Für sie habe sich der Einsatz gelohnt – auch, weil sie so viele besondere Begegnungen erleben durfte.

Ganz verabschieden wird sich Hohmann von der Fuldaer Fastnacht ohnehin nicht. Schon vor ihrer Zeit als Prinzessin war sie bei den „Lilien“ aktiv, und der FKG möchte sie weiterhin verbunden bleiben. Die rund 200 Termine der vergangenen Kampagne wird sie künftig zwar nicht mehr in diesem Umfang absolvieren, doch die nächste Tollität soll auf ihre Unterstützung zählen können. „Die neue Tollität werde ich mit Kräften mit unterstützen“, verspricht sie.

Wer das sein wird, entscheidet das Präsidium der FKG. Hohmann selbst hat darauf keinen Einfluss und möchte der Entscheidung nicht vorgreifen. Sie ist aber zuversichtlich, dass sich eine geeignete Nachfolge finden wird. Dafür brauche es vor allem Leidenschaft, Zeit und die Bereitschaft, sich voll auf die Aufgabe einzulassen. Einfach sei das angesichts des großen Engagements, das eine solche Kampagne erfordere, sicher nicht. Doch Hohmann glaubt daran, dass es der FKG gelingen wird.

Wenn sie heute noch einmal ein Jahr zurückspringen könnte und mit dem Wissen von heute vor der Entscheidung stünde, ob sie das Amt der Prinzessin übernehmen soll, wäre ihre Antwort eindeutig: „Auf alle Fälle.“ Für sie war die Regentschaft eine einmalige Erfahrung, die sie nicht missen möchte. Nun freut sie sich darauf, die kommende Kampagne aus einer anderen Perspektive zu erleben und gemeinsam mit allen Närrinnen und Narren gespannt auf die neue Tollität zu warten.

Was sie ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben würde, passt dabei zu ihrer gesamten Regentschaft: „Einfach so sein, wie man ist, und sich nicht verstellen.“ Denn bei aller Tradition, den vielen Terminen und den großen Auftritten komme es am Ende auf die Menschen an. Auf Freude, Zusammenhalt und die Fähigkeit, andere mitzureißen.

Für Isabel Hohmann endet damit eine närrische Traumzeit, die sie geprägt hat und an die sie sich ihr Leben lang erinnern wird. Der Abschied wird sicher emotional. Doch lange dauert es nicht mehr, bis in Fulda wieder die fünfte Jahreszeit beginnt. Und dann wird auch sie wieder mittendrin sein – diesmal ohne Federn, aber ganz sicher mit einem Lachen im Gesicht.

Rückblick von Prinzessin Isabel von Brief und Siegel. Fotos: Manfred Völler