Schon der gemeinsame Aufmarsch war ein eindrucksvolles Bild: Aktive Kirmesmitglieder, ehemalige Tänzer und zahlreiche Kinder marschierten Seite an Seite auf den Kirmesplatz. Für den ersten Vorsitzenden Lukas Raacke war das ein besonderer Moment. Wie groß die Altersspanne innerhalb der Gruppe ist, zeigte sich bei der Vorstellung der jüngsten und ältesten Teilnehmer. Martina Kohl, geboren am 26. Juni 1961, war die älteste Tänzerin. Der jüngste Teilnehmer war Finn Trabert, geboren am 22. November 2023 und damit gerade einmal zwei Jahre alt. Zwischen beiden lagen exakt 62 Jahre, vier Monate und 27 Tage.
Auch Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok zeigte sich beeindruckt von dem Bild, das sich ihm beim Einmarsch bot. „Die Vergangenheit, das gehört zum Brauchtum dazu, die Gegenwart, das seid ihr. Und die Zukunft, die ist voranmarschiert mit den Kinderpaaren. Das ist ein ganz, ganz tolles Bild“, sagte er. Als Bürgermeister könne man auf eine solche Truppe nur stolz sein. Der Kirmesverein zeige, was einen Ort ausmache und wie lebendig Tradition in Mackenzell sei. Neben einem Flachgeschenk hatte Tschesnok auch eine besondere Überraschung dabei: den Mackenzeller Aha, den er augenzwinkernd als „weltbesten Aha“ bezeichnete und dem Verein überreichte.
Auch Vizelandrat Frederik Schmitt gratulierte im Namen des Landkreises zum Jubiläum. Besonders hob er hervor, dass eine Kirmes nicht einfach nur ein Fest sei, sondern von der jungen Generation eigenverantwortlich für die gesamte Dorfgemeinschaft organisiert werde. Dass sich seit 75 Jahren immer wieder junge Menschen fänden, die Verantwortung übernähmen, sei etwas Besonderes. 75 Jahre Kirmes bedeuteten schließlich auch 75-mal Baum aufstellen, 75-mal zur Probe gehen und unzählige Stunden Engagement für die Gemeinschaft. „Ich bedanke mich ganz herzlich dafür, dass ihr unsere Tradition, eure Tradition, unsere Heimat, eure Heimat hochhaltet“, sagte Schmitt und wünschte dem Verein alles Gute für die nächsten 75 Jahre.
Hinter dem großen Aufmarsch steckte eine Menge Vorbereitung. Die Planungen für das Jubiläum hatten bereits Anfang des Jahres begonnen. Die Idee, passend zum 75. Geburtstag 75 Kirmespaare zusammenzubringen, gab es schon länger. Beim 60. und 70. Jubiläum war das Vorhaben allerdings noch an der Organisation gescheitert. Dieses Mal klappte es. Neben den 24 aktiven Kirmesmitgliedern beteiligten sich zahlreiche Kinder und ehemalige Mitglieder. Dass sich so viele Ehemalige meldeten, sei auch der Mundpropaganda innerhalb der Gruppe zu verdanken, hatte Raacke bereits im Vorfeld berichtet.
Mit dem Dreireihentanz fand ein ereignisreiches Jubiläumswochenende seinen Höhepunkt. Zuvor hatten am Freitag die Partyband Dirty Mind im „Goldenen Engel“ und am Samstag die erste Mackenzeller Kneipen-Kirmes mit DJ Fox für Stimmung gesorgt. Am Sonntag gehörte der Kirmesplatz dann ganz den Tänzerinnen und Tänzern – und einer Tradition, die in Mackenzell auch nach 75 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wird.
