Dr. Sonja Dreymann begann mit einer Einführung in die zentralen Bodenprozesse und erklärte, wie diese die Anpassungsfähigkeit landwirtschaftlicher Systeme stärken können. Sie betont die Mikrobiologie als Schlüssel für einen gesunden Boden und unterstreicht die Bedeutung von aktiven Mikroorganismen und Mikronährstoffen. Voraussetzungen für Humusbildung seien eine geschlossene Pflanzendecke und der Anbau von Zwischenfrüchten. Mit dem Anbau von Zwischenfrüchten könnte der Boden vor Wind- und Wassererosion geschützt werden. Durch den Verzicht aufwendende Verfahren in der Bodenbearbeitung, also auf das Umbrechen des Bodens beim tiefen Pflügen, könnten zusätzlich die Bodenstruktur und das Bodenleben geschont werden. So kann eine verbesserte Nährstoffversorgung erreicht werden. Die Pflanzengesundheit profitiere von Maßnahmen gegen Bodenverdichtung und einer ganzheitlichen Betrachtung der Nährstoffverfügbarkeit und tatsächlichen Nährstoffaufnahme. Erkennen könne man gesunde Böden beispielsweise an einem geförderten Wurzelwachstum und einer fortschreitenden Humusbildung.
Um das theoretische Wissen erlebbar zu machen, verlagerte sich der Kurs am Nachmittag auf vier unterschiedlich bewirtschaftete Praxisflächen rund um Fulda zu Bestands- und Bodenansprachen. Die Teilnehmenden verglichen die Flächen hinsichtlich Wurzelwachstum mit Fokus auf die Ausbildung von Feinwurzeln und untersuchten das Verhältnis von Wurzel zu Halm als Hinweis auf die Pflanzenstabilität und Nährstoffverfügbarkeit. Mit einem einfachen Versuchsaufbau konnte die Neigung der Böden bei Starkregenereignissen zum Verschlämmen eingeschätzt werden, um Struktur und Erosionsanfälligkeit zu bewerten. Dr. Sonja Dreymann, Agraringenieurin und Landwirtin arbeitet freiberuflich als Pflanzenbauberaterin mit langjähriger Praxis-, Wissenschafts- und Laborerfahrung. Sie berät Landwirte, die die Bodenfruchtbarkeit wieder mehr in die Anbaupraxis rücken wollen.
