Die Kundgebung wurde von der Regionalgruppe des Bundesverbandes Fatigatio organisiert und war Teil eines bundesweiten Protests. Am frühen Nachmittag lagen Betroffene und Unterstützer symbolisch auf dem Universitätsplatz, um sichtbar zu machen, was für viele Erkrankte Alltag ist: Extreme Erschöpfung, Schmerzen und der vollständige Rückzug aus einem normalen Leben. Offiziell eröffnet wurde die Veranstaltung von Joachim Penz, Vater einer Betroffenen. Er machte deutlich, wie sehr die Krankheit nicht nur die Erkrankten selbst, sondern ganze Familien belaste und wie wichtig mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit sei.
Besonders eindrücklich sprach Manja Penz über ihr Leben mit ME/CFS. Sie schilderte, wie die Erkrankung ihren Alltag bestimme. Angefangen hatte es, als sie 2021 an Covid19 erkrankt war. Selbst kleinste Belastungen stellen für sie eine große Herausforderung dar. Ihre Rede beeindruckte viele Zuhörer, welche später auch noch Gespräche mit ihr führten, um einen besseren Einblick in ihren Alltag zu bekommen. Die Mutter einer Betroffenen berichtete von den Folgen für Angehörige und nahestehende Menschen. Sie las einen Brief einer Freundin ihrer Tochter vor, in dem klar wurde, dass ME/CFS das ganze Umfeld verändere. Gewohnte Abläufe, gemeinsame Erlebnisse und Zukunftspläne würden oft von einem Tag auf den anderen unmöglich.
ME/CFS, die Abkürzung für Myalagische Enzephalomyelitis/Chronische Fatigue Syndrom. Es ist eine schwere, oft nach Infektionen wie Covid19 oder dem Epstein-Barr-Virus auftretende Erkrankung. Sie führt zu extremer körperlicher Schwäche und einer massiven Belastungsintoleranz. Mit der zweiten Liegend-Demo wurde in Fulda erneut ein Zeichen gesetzt für mehr Forschung, bessere medizinische Versorgung und gesellschaftliche Anerkennung einer Krankheit, die für viele noch immer unsichtbar bleibt.
