Lokales FD 26.05.2026

Wieder Telekom-Streik - Vierte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt

Fulda (pm/gü) – Vor der entscheidenden vierten Tarifverhandlungsrunde für die Deutsche Telekom am Dienstag und Mittwoch ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in dieser Woche bundesweit zu Warnstreiks auf, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Auch in Hessen sind am 26. Mai alle Telekom-Beschäftigten aufgerufen, sich an den Arbeitsniederlegungen zu beteiligen. Darunter erneut die großen Betriebsstandorte in Kassel, Lohfelden, Fulda, Wetzlar, Glauburg, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt.

Auch am Betriebsstandort Fulda sind die Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Foto: Pascal Fischer.

Es ist davon auszugehen, dass Kundentermine abgesagt werden müssen, und es zu erheblichen Verzögerungen bei den Telekom-Hotlines kommen wird, heißt es von der Gewerkschaft ver.di. „Das bisherige Angebot ist vage, unvollständig und angesichts der langen Laufzeit vollkommen unzureichend. Die Arbeitgeber sind am Zug, ein einigungsfähiges Angebot einzubringen, wenn sie keinen weitaus stärkeren Konflikt riskieren wollen“, sagte ver.di Verhandlungsführer Frank Sauerland. Mit dem Aufruf am Dienstag gehen die Warnstreiks bereits in die fünfte Woche. In der vorangegangenen Woche hatten sich laut ver.di über 10.000 streikende Telekom-Beschäftigte an Demonstrationen in zwölf Städten beteiligt.

„In der entscheidenden Verhandlungsrunde muss es eine deutliche Bewegung der Arbeitgeber geben. Unter den Beschäftigten wächst Unmut und Enttäuschung über die Arbeitgeber. Während die Vorstände auf social media die starke Leistung der Beschäftigten hervorheben, welche erneut ein Rekordergebnis für den Konzern eingebracht hat, vermissen die Beschäftigten diese Anerkennung in ihrer Tarifrunde“, so ver.di-Arbeitskampfleiter Pascal Röckert. Die Streikmaßnahmen insgesamt seien sehr wirkungsvoll gewesen, sagte Röckert. Es habe enorme Wartezeiten im Kundenservice gegeben, Techniker-Termine hätten abgesagt werden müssen und T-Shops seien zum Teil geschlossen worden. 

ver.di fordert in der diesjährigen Tarifrunde Deutsche Telekom eine Entgeltsteigerung in Höhe von 6,6 Prozent, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Zusätzlich fordert ver.di die Einführung eines ver.di-Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro im Jahr. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 120 Euro erhöht werden. Für diese fordert ver.di einen zusätzlichen Mitgliederbonus in Höhe von 240 Euro im Jahr.

Der Telekom-Konzern in Deutschland besteht aus insgesamt 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. ver.di und Deutsche Telekom AG haben im Vorfeld der Tarifrunde eine Vereinbarung über gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften geschlossen.