Rund um die Stadtpfarrkirche kamen zahlreiche Vespa-Fahrer zusammen, um sich und ihre Maschinen segnen zu lassen. Bereits zum sechsten Mal nahm Stadtpfarrer Stefan Buß die traditionelle Vespasegnung vor – ein fester Termin im Kalender der mittlerweile fast 200 Mitglieder starken Gemeinschaft.
„Herzlich willkommen zur sechsten Segnung der Vespa“, begrüßte Initiator Andreas Ruhl die Teilnehmer. „Unsere Gruppe gibt es jetzt seit zehn Jahren. Wir haben eine tolle Tour geplant, die in Dipperz endet.“ Besonders freute er sich über Gäste aus anderen Regionen: „Wir haben Besucher aus Aschaffenburg, Rüsselsheim und auch Freunde aus Gelnhausen hier – das ist einfach wunderbar.“
Was vor knapp einem Jahrzehnt als lockerer Zusammenschluss für gemeinsame Ausfahrten begann, hat sich längst zu einer lebendigen Szene entwickelt. Ob moderne Automatik-Vespa oder liebevoll restaurierter Klassiker – bei „Vespa Fulda“ sind alle willkommen. „Bei uns steht der Spaß am Fahren und der Austausch im Vordergrund“, so Ruhl.
Dieser Austausch findet nicht nur auf der Straße statt. Die WhatsApp-Gruppe ist Dreh- und Angelpunkt der Community: Hier werden Touren organisiert, technische Fragen geklärt oder kurzfristig gemeinsame Fahrten verabredet. Oft genügt eine Nachricht, um Mitfahrer für eine spontane Runde zu finden.
Mit der Segnung bekam der Saisonstart auch eine nachdenkliche Note. Stadtpfarrer Stefan Buß erinnerte daran, dass der kirchliche Segen kein Freifahrtschein sei: „Segnung heißt nicht, dass nichts mehr passieren kann und wir die Hände in den Schoß legen. Es bedeutet, dass wir uns Gott anvertrauen – aber auch selbst Verantwortung übernehmen und im Straßenverkehr aufmerksam und rücksichtsvoll bleiben.“
Gleichzeitig hob Buß die Gemeinschaft hervor: „Es geht nicht nur um die Motoren, sondern vor allem um die Menschen.“ Zudem dankte er der Gruppe für ihre Unterstützung: Durch eine Spende aus dem vergangenen Jahr konnte unter anderem eine neue Tontechnik angeschafft werden.
Neben dem „Anrollen“ im Frühjahr und dem „Abrollern“ zum Saisonende haben sich weitere feste Formate etabliert. So treffen sich die Fahrer klassischer Schaltroller seit dem vergangenen Jahr regelmäßig zum „Classic Sundowner“, einer entspannten Feierabendrunde mit anschließender Einkehr.
Auch über die Region hinaus ist „Vespa Fulda“ inzwischen gut vernetzt. Freundschaften zu anderen Vespa-Clubs werden gepflegt, gemeinsame Treffen organisiert und die Leidenschaft für die italienischen Kultroller geteilt.
Trotz der Größe bleibt die Gemeinschaft offen für neue Mitglieder. Wer Lust auf gemeinsame Touren, technische Gespräche und italienisches Lebensgefühl hat, ist jederzeit willkommen. Mit der Segnung und der anschließenden Ausfahrt fiel nun der Startschuss für die neue Saison – ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Fahrfreude und einem sicheren Miteinander auf zwei Rädern.
