Ein zentrales Anliegen des Vereins: mehr Sichtbarkeit und Räume für die queere Community sowie die Vernetzung mit lokalen Akteuren. Seit über zehn Jahren fehle es in Fulda an regelmäßig stattfindenden, explizit queeren Partyformaten. Einzelne Veranstaltungen könnten die bestehende Nachfrage bislang nicht decken – zuletzt habe sich dies auch bei stark ausgelasteten CSD-Aftershow-Partys gezeigt. Aus diesem Bedarf heraus hat der Verein „foll bunt" gemeinsam mit dem neu eröffneten Base Club ein Veranstaltungskonzept entwickelt. Unter dem Titel „barock, but make it queer“ (BBMIQ) startet am 9. Mai eine neue Partyreihe, die sich bewusst vom klassischen Club- und Rave-Angebot abheben will.
Das Konzept kombiniert zwei unterschiedliche Bereiche: Zwei Floors mit verschiedenen Techno-DJs und Genres sowie ein zweiter Bereich mit queeren Pop- und CSD-Klassikern, der gezielt Raum für Begegnung und Austausch bietet. Ergänzt wird das Angebot durch ein Rahmenprogramm mit Styling-Möglichkeiten vor Veranstaltungsbeginn, Infoständen, Fotobox und weiteren niedrigschwelligen Angeboten. Das Besondere am Konzept ist außerdem die Auswahl der DJs – Newcomer sowie FLINTA* (Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nicht-Binäre Personen, trans-Personen und Agender) sollen mit BBMIQ eine Bühne bekommen, da die Szene immer noch weitestgehend männlich geprägt sei.
„Uns ist wichtig, einen Raum zu schaffen, der sich klar von bestehenden Formaten unterscheidet. Wir wollen Menschen zusammenbringen, Vielfalt sichtbar machen und gleichzeitig einen sicheren Rahmen bieten“, erklärt Mitorganisatorin Charlie Rödel. Geplant sind unter anderem ein Awareness-Team sowie ein Shuttle-Service (die gesamte Nacht), um die Veranstaltung zugänglicher und sicherer zu gestalten. Wie der Verein das umsetzt, kann dabei auf sozialen Medien verfolgt werden. Die Partyreihe wird vollständig ehrenamtlich organisiert, die Erlöse fließen in die Vereinsarbeit. Für den neu gegründeten Verein bedeutet dies auch ein finanzielles Risiko – gleichzeitig aber ein bewusst gesetztes Signal für mehr queere Sichtbarkeit in Fulda.
„foll bunt“ versteht das Projekt zudem als Impuls für die lokale Club- und Barszene: Ziel sei nicht die Exklusivität, sondern die Erweiterung bestehender Angebote um queere Perspektiven und queere Angebote die auch die restliche Gesellschaft ansprechen.
„barock, but make it queer – Der erste queere Rave“ findet am Samstag, 9. Mai ab 23 Uhr in der Base, Kreuzbergstraße 40 in Fulda, statt. Tickets gibt es im Vorverkauf über www.shop.csd-fulda.de sowie an der Abendkasse. Ob aus dem Konzept wirklich eine neue Partyreihe für Fulda entstehen kann, entscheidet die Community mit dem Erfolg der Party am Samstag – ein nächstes Datum und viel Motivation gibt es bereits.
