Fußball 03.05.2026

Verbandsliga – Wildes Derby: Acht Tore, Rote Karte und strittige Szenen

Eiterfeld (pf) – Am Eiterfelder Hain bekamen die Zuschauer was geboten: Das Osthessen-Derby zwischen der SG Eiterfeld/Leimbach und der SG Johannesberg in der Fußball-Verbandsliga wurde am Samstag zum Scheibenschießen, die Hausherren sammelten mit dem 5:3 (3:0)-Sieg ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf. Von beiden Trainern war aber Johannesbergs Coach Andre Wohnig keinesfalls der unzufriedenere.

Samuel Hildebrand (schwarzes Trikot) setzte den Schlusspunkt in einem hitzigen Duell seiner SG Eiterfeld/Leimbach gegen Johannesberg. Archivfoto: Manfred Völler

„Da muss ich den Hut vor der Mannschaft ziehen“, sagte SGJ-Trainer Andre Wohnig nach den über 90 Minuten in Eiterfeld, in denen sein Team nach 0:4-Rückstand fast noch punktete. Völlig von der Rolle war Johannesberg in der Anfangsphase und wurde von Eiterfeld/Leimbach überrannt, doch selbst nach dem 0:4 direkt nach dem Seitenwechsel gab sich der Gast nicht auf und spielte plötzlich Fußball.

„Völlig unnötig“, war die Reaktion von Eiterfelds Trainer Andjelko Urosevic: „Ich habe auch noch keine richtige Erklärung dafür, warum wir nach dem 4:0 ins Schwimmen kommen. Wir hatten zehn Minuten Blackout“. Hossini und zweimal Wolf brachten Johannesberg plötzlich zurück ins Spiel, etwas Glück und Dusel war bei den Treffern zwar auch dabei, doch davor hatte wohl niemand mehr einen Pfifferling auf die Gäste gesetzt. „Wir sind nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen und hatten dann noch Glück, dass das 4:4 nicht fällt“, so Urosevic weiter. Wahrlich war es Glück, denn einmal stocherte die SGJ den Ball sogar rein. So zumindest die Wahrnehmung des Absteigers: „Der Ball war klar hinter der Linie, der Schiri stand auch eigentlich gut“, ärgerte sich Wohnig. Doch der Ärger wurde noch größer, weil Mohammed Sharif mit Glatt-Rot vom Platz musste – nach einer eigentlich harmloseren Szene: Sharif stand vor seinem Gegenspieler im Zweikampf, bekam ein Bein gestellt und fiel auf den Gegner drauf, gewertet wurde das als Notbremse. Die Johannesberger verstanden die Welt nicht mehr. „Wir haben trotzdem nicht aufgegeben“, lobte Wohnig, dem die Sperre von Sharif für die nächste Englische Woche schon Bauchschmerzen bereitete. Ein bekannter Name stand auch im Kasten der SGJ: Hanns-Peter Schwarz hütete das Tor, er war zuletzt in Eichenzell aktiv.

Auf der anderen Seite gab Urosevic ein paar jungen Akteuren viel Spielzeit, unter anderem stand Gabriel Köller im Tor und hielt, was zu halten war. Er verhinderte ebenfalls einmal das 4:4, später vergaben seine Teamkollegen vorne die Entscheidung. „Wir wollten in der Überzahl ruhiger agieren, haben das aber mental nicht hinbekommen“, so Urosevic. Erst in der Nachspielzeit erlöste Hildebrand die SGEL.

Eiterfeld/L.: G. Köller; Preis, Kurz, Rakk (90.+2 Marte), Petrich (64. Röhn), Winter (56. R. Köller), Schilling, Hildebrand, Wolf (64. Kümmel), L. Köller, Yildiz (82. Erkan).

Johannesberg: Schwarz; Kamdem, Fabinho, De Paula Silva (46. N. Marquardt), Schmitt, Hailay, Wolf, Hauptkorn (63. Schlotzhauer), Hossini (87. Ahmad), Sharif, Butsch (89. T. Marquardt).

Schiedsrichter: Manuel Winkler (Landau)

Tore: 1:0 Levi Köller (4.), 2:0 Joshua Winter (14.), 3:0 Levi Köller (20.), 4:0 Steven Rakk (47.), 4:1 Amir Hossini (58.), 4:2 Jan Henrik Wolf (65.), 4:3 Jan Henrik Wolf (67.), 5:3 Samuel Hildebrand (90.+5)

Zuschauer: 100

Rote Karte: Mohammed Sharif (Johannesberg, 71.) – wegen Notbremse