„Wir müssen beides ein bisschen im Blick haben“, sagt Sodens Trainer Lars Schmidt und schaut auf die Tabelle: Mit einem Sieg wären die Sprudelkicker vorerst Spitzenreiter, haben es aber weiterhin nicht selbst in der Hand, da Kassel II noch ein Nachholspiel hat. Bei einer Niederlage könnte Steinbach nochmal nah herankommen. „Eine gewisse Euphorie ist schön“, so Schmidt, der aber auch Vorsicht walten lassen möchte: „Falls es nicht klappt, darfst du nicht völlig den Faden verlieren. Wir gehen aber trotzdem positiv mit der Situation um, in die wir jetzt nochmal gekommen sind“. Kassel patzte zuletzt in Johannesberg und Wabern, nun könnte Soden den Titelkampf nochmal richtig scharf machen.
„Es kann alles passieren“, betont Schmidt und merkt an, dass viele die Löwen schon als sicheren Meister gesehen hatten. „Jetzt heißt es, sie hätten das schwerere Restprogramm. Aber das ist immer eine Frage der Perspektive, das entwickelt sich aus der Situation heraus“. Vielmehr fokussiert sich der Tabellenzweite auf die eigenen Hausaufgaben – und die haben es in sich, schließlich gingen die bisherigen Duelle mit Hessen Kassel II allesamt verloren. „Wir haben dort im Hinspiel aber kein schlechtes Spiel gemacht“, so der Coach: „In der zweiten Halbzeit waren wir damals dominant. Aber unsere Fehler haben Kassel auch zu Toren eingeladen“. Eine gewisse Balance gilt es auch diesmal wieder zu finden, und Schmidt hofft, erstmal stabil in die Partie zu kommen – und nicht wie der FC Bayern unter der Woche früh in Rückstand zu geraten. Das Gipfeltreffen wird auf Rasen stattfinden, allerdings muss der Sodener Trainer noch an der Aufstellung basteln, will aber nicht zu viel verraten: „Ich hoffe nicht, dass es viele Veränderungen gibt, aber es deutet sich an, dass es die eine oder andere geben muss“.
Gänzlich andere Tugenden dürften dagegen parallel am Weiher gefragt sein, wo es zum Sechspunktespiel zwischen der Buchonia und Eiterfeld kommt. Beide Teams befinden sich aktuell knapp vor der Abstiegszone und könnten mit einem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen – die SGEL hat zwar drei Punkte Rückstand auf die Gastgeber, allerdings auch zwei Partien weniger absolviert und erfüllte zuletzt die Pflichtaufgabe mit einem spektakulären Heimsieg gegen Johannesberg. „Geglänzt haben wir da nicht“, blickt Trainer Andjelko Urosevic zurück auf die Partie, als sein Team eine komfortable 4:0-Führung beinahe noch verspielte, sich letztendlich aber mit 5:3 durchsetzte: „Es ist schwer zu erklären, letztendlich ist es aber egal, wie das zustande kam. Hauptsache ist, wir haben die drei Punkte.“ Drei weitere sollen nun im Idealfall am Weiher eingeheimst werden, wenngleich die Aufgabe nochmal schwieriger werden dürfte – das weiß auch Urosevic: „Ich habe sie gegen Kassel gesehen. Flieden hat zwar verloren, hat sich aber gut behauptet und das Spiel lange offen gehalten. Sie haben eine robuste Mannschaft und sind auf fast allen Positionen physisch stark besetzt.“ Allerdings hat der Eiterfelder Trainer genau diese Tatsache als mögliche Schwäche ausgemacht und erklärt den Matchplan: „Über außen sind sie verwundbar. Wir wollen unsere Geschwindigkeitsvorteile da ausspielen, das ist unser Rezept.“ Zentrale Rollen dürften dann wieder den in dieser Saison stark aufspielenden Flügelspielern Levi Köller und Joshua Winter zukommen, die zuletzt nicht nur mit ihrem Tempo zu überzeugen wussten. Nicht am Weiher auflaufen wird Daniel Mertens, dazu plagen sich Ruben Köller und Kevin Preis noch mit muskulären Beschwerden herum. „Das sollte aber reichen“, so Urosevic, der hofft, wieder auf seine etatmäßige Nummer eins Elias Budenz setzen zu können: „Das sah schon ganz gut aus im Training, ich hoffe einfach, dass das geht.“ Youngster Gabriel Köller, der Budenz zuletzt vertrat, wäre parallel in der Jugend im Einsatz, während Alexander von Butler nach wie vor ausfällt. Der SV Flieden wiederum geht gestärkt in das „Sechs-Punkte-Spiel“, wie es Trainer Christian Kreß unter der Woche nach dem Finaleinzug im Kreispokal untermauerte: „Wir gehen zuhause immer auf Sieg. Dort sind wir stark und wir wollen unbedingt die Punkte zuhause behalten“. Drei Zähler trennen beide Teams, die Begrifflichkeit des Sechs-Punkte-Spiels war also selten treffender, wenngleich die Buchonia schon zwei Spiele mehr hat als die SGEL.
Verbandsliga
Samstag
14.30 Uhr
Lichtenauer FV – Dörnberg
15 Uhr
Flieden – Eiterfeld/Leimbach
Bad Soden – Hessen Kassel II
TSV Wabern – Willingen
Sonntag
15 Uhr
Barockstadt Fulda-Lehnerz II – Johannesberg (in Lehnerz)
Eichenzell – Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach
Hofbieber – Calden/Meimbressen
SV Steinbach – Wolfhagen
