„Das macht es natürlich nicht leichter, auswärts bei so einer Spitzenmannschaft anzutreten“, weiß Fliedens Coach Christian Kreß um die Schwere der Aufgabe beim Ligaprimus – der Trainer legt den Fokus dennoch auf die eigene Mannschaft und vermeidet es im Vorfeld, sich zu sehr mit dem Gegner zu beschäftigen: „Wir dürfen einfach nicht den Kopf verlieren und müssen Ruhe bewahren, wir sind immer noch in der Pole Position im Abstiegskampf“, fordert Kreß. Mit 35 Punkten belegt die Buchonia aktuell Platz und hat damit in der Tat die besten Karten aller Teams in der unteren Hälfte der Tabelle – allerdings hat Flieden auch bereits 28 Spiele absolviert und damit teilweise zwei mehr als die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt – eine Tatsache, die für Kreß und Co. jedoch keine Rolle spielt: „Wir sind in der besten Position und die müssen wir verteidigen. Wir müssen weiter arbeiten und Gas geben, um die nötigen Punkte einzufahren.“ Bei der Kasseler Reserve hängen die Trauben naturgemäß hoch, allerdings sind auch die Nordhessen nicht unschlagbar – das hat vor Wochenfrist erst die SG Johannesberg bewiesen. „Die Liga ist verrückt. Jeder kann jeden schlagen“, bringt es Kreß abschließend auf den Punkt.
Auf Fliedener Schützenhilfe dürfte auch die SG Bad Soden noch offen, immerhin liegen die Sprudelkicker bei einem mehr absolvierten Spiel nur noch zwei Punkte hinter den Nordhessen – und das Rückspiel gegen Kassel steht noch aus. Zuvor ist die Elf von Trainer Lars Schmidt allerdings bei der Dreierspielgemeinschaft aus Kleinalmerode, Hundelshausen und Dohrenbach gefordert – eine unangenehme, aber schöne Aufgabe, wie der Hauptübungsleiter der Sodener betont: „Ich kenne die Fahrt dorthin und den Platz, die Aufgabe ist ambitioniert. Aber ich mag die Truppe, das macht eigentlich immer Spaß gegen Kleinalmerode zu spielen, weil sie selbst Fußball spielen wollen.“ Genau das gelte es für sein Team, zu verhindern, erläutert Schmidt: „Wenn sie ins Rollen kommen, sind sie sehr gefährlich. Genau das müssen wir unterbinden und selbst an das anknüpfen, was wir in den letzten Wochen gezeigt haben.“ 13 von 15 möglichen Punkten holte Bad Soden zuletzt, zudem werden die ausstehenden Partien auch für Lars Schmidt nochmal etwas Besonderes: Wie Verein und Trainer am Freitagmorgen kommunizierten, werden sich die Wege am Saisonende nach dreieinhalb Jahren trennen – und nach zwei gescheiterten Aufstiegsversuchen will sich der Trainer natürlich mit dem größtmöglichen Erfolg von der Bornwiese verabschieden. Trotz des knappen Rückstandes auf die Tabellenspitze schauen die Sprudelkicker allerdings nicht auf die Tabelle, wie Schmidt hervorhebt: „Wir bleiben bei uns, alles andere macht keinen Sinn. Wir kennen unsere Aufgaben und wissen wie es ist, gerade zum Saisonende hin werden die Spieler schärfer und man muss mehr arbeiten.“
Zeitgleich mit der SG Bad Soden ist auch der SV Hofbieber im Norden des Bundeslandes gefordert, die Mannschaft von Sebastian Vollmar gastiert beim FSV Wolfhagen – eine Herkulesaufgabe für die Rhöner, nicht zuletzt ob der nach wie vor angespannten Personalsituation, die sich am Donnerstagabend nochmal verschlechterte: Tarik Faber riss sich im Duell mit der Barockstadt-Reserve die Achillessehne und musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. „Dadurch haben wir noch weniger Spieler. Natürlich werden wir alles versuchen, um dort etwas zu holen, allerdings weiß ich aktuell wirklich noch nicht wie“, hadert Coach Sebastian Vollmar.
Verbandsliga
Samstag
15 Uhr
Eiterfeld/Leimbach – Johannesberg (in Eiterfeld)
Willingen – SV Steinbach
Calden/Meimbressen – Eichenzell (in Calden)
Sonntag
12.45 Uhr
Hessen Kassel II – Flieden
15 Uhr
Vellmar – Lichtenauer FV
Dörnberg – TSV Wabern
Wolfhagen – Hofbieber
Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – Bad Soden (in Kleinalmerode)
