Rasant ging es los, kurios ging es weiter – und etwas einseitiger endete es: Der SV Flieden kam nach zweimaligem Rückstand zurück und durfte sich bei Doppelpacker Ronaldo Zenuni bedanken, dessen zweiter Treffer des Tages eine Viertelstunde vor Ende die drei Punkte sicherte: Er köpfte einen Ball mustergültig und bockstark ein. Wie wichtig das war, zeigt die Tabelle: Sechs Punkte ist die Buchonia nun vor Eiterfeld/Leimbach, die SGEL hat zwar zwei Spiele in der Hinterhand, aber nun den direkten Vergleich verloren. „Wir haben Big Points geholt“, fasste es Fliedens Trainer Christian Kreß treffend zusammen: „Chapeau an die Mannschaft, sie hat weiter Gas gegeben, Moral gezeigt und ist in den entscheidenden Momenten da gewesen. Wir haben ein packendes Spiel gezeigt und die Zuschauer mitgenommen“. Der Sieg gibt nun auch Selbstvertrauen für das Pokalfinale gegen den SV Neuhof kommende Woche.
Kurios war an der ersten Hälfte, dass die ersten vier Tore alle auf ähnliche Weise fielen: Jeweils über links ging es nach vorne bis kurz vor die Grundlinie, Querpass in die Mitte und eingeschoben. „Man kann natürlich sagen, dass das schlecht verteidigt war. Aber das ist auch schwer zu verteidigen in dieser gefährlichen Zone“, gab Kreß an. Manß und Zenuni brachten die Hausherren jeweils zurück ins Spiel, weitere gute Chancen wurden von Zenuni und Jasching vor der Pause, und von Larbig direkt nach der Pause noch vergeben. Den Gästen vom Hain reichte am Ende weder die 1:0-Führung nach rund 60 Sekunden durch Ferhat Yildiz, noch die 2:1-Führung durch Joshua Winter, der bei nahezu jeder gefährlichen Aktion seines Teams die Füße im Spiel hatte.
„Beim Tabellennachbarn zu verlieren, ist natürlich bitter. Ein Punkt wäre verdient gewesen, die Mannschaft hat alles gegeben“, sagte SGEL-Trainer Andjelko Urosevic nach Spielende sichtlich geknickt, zumal er noch Kevin Preis und Samuel Hildebrand angeschlagen vom Platz nehmen musste. Die Gäste witterten ihre Chance, da Flieden die Doppelbelastung mit dem Pokal händeln musste, und machten die rechte Seite der Buchonia als Schwäche aus. „Der Plan ist erstmal aufgegangen“, sagte Urosevic. Beide Tore spielte der Gast dort heraus, ging früh ins Pressing, doch verteidigte selbst nicht aufmerksam genug. „Das war unnötig“. Mit der robusten Spielweise des Gegners hatte Eiterfeld/Leimbach ab und an Probleme, und auch das 2:3 konnte besser verteidigt werden. „Da können wir schon die Flanke verhindern. Der Kopfball war dann wirklich klasse gemacht“, so Urosevic. Am Ende löste er die Defensivkette auf und brachte unter anderem noch Keeper Alex von Butler in die Offensive, doch zum Ausgleich langte es nicht mehr, wenngleich unter anderem Winter noch eine 100-prozentige Chance hatte und es „zu genau“ machen wollte.
Flieden: Stüss; Chahibi, Hilgenberg, Zenuni (81. Barth), Schäfer (85. Kullmann), Sippel (88. L. Müller), Manß, Friedrich, Larbig (90.+4 Schöppner), Alles (90.+2 Zeller), Jasching.
Eiterfeld/L.: Budenz; Preis (81. Kramer), Kurz, Rakk, Winter, Schilling, Erkan (88. von Butler), Hildebrand (56. F. Petrich), Wolf (76. Röhn), L. Köller, Yildiz (71. R. Köller).
Schiedsrichter: Marius Ulbrich (Düdelsheim)
Tore: 0:1 Ferhat Yildiz (2.), 1:1 Pascal Manß (12.), 1:2 Joshua Winter (17.), 2:2 Ronaldo Zenuni (38.), 3:2 Ronaldo Zenuni (75.)
Zuschauer: 400
