Für viele war das in den vergangenen Wochen schon abzusehen – doch vor dem Beginn der Runde stapelte der KSV noch tief, und Meistertrainer Danny Overkamp erinnerte sich zurück: „Mit dem Umbruch, den wir hatten, musste der Klassenerhalt das Ziel sein. Alles andere wäre sehr ambitioniert gewesen, zumal wir auch Gelder eingespart hatten. Wir sind auch eine zweite Mannschaft, da hast du nicht immer die riesige Unterstützung oder ein großes Team um dich herum“. Doch die Löwen, die sich zu dieser Saison im Schnitt um etwa drei Jahre verjüngt hatten, spielten sich immer mehr in einen Flow. „Wir kamen dann schon ein bisschen aus der Lauerstellung“, so Overkamp: „Und am Ende bin ich einfach nur stolz auf die Jungs. Das geht nicht einfach so, sondern die Jungs haben das ganze Jahr richtig was abgerissen“.
Das 6:1 beim Absteigerin Hofbieber war letztlich nur Formsache, Silas Hagemann und Sebastian Schmeer schossen die Nordhessen mit ihren Buden zum Titel und machten es deutlich. „Es ging hoch und runter, aber mit mehr Höhen als Tiefen“, berichtete ein emotionaler Coach zum Spiel, wollte sich aber lieber den Feierlichkeiten widmen und schmunzelte: „Mal sehen, wer heute Abend abschließt. Aber jetzt haben wir erstmal eine gute Heimfahrt und einen tollen Abend“. Der Hauptsponsor habe für den Abend Fitnessstudio mit Sauna- und Wellnessbereich zur Verfügung gestellt. Doch die Party begann schon in der Rhön auf dem Rasen…
Auf der anderen Seite verbesserte sich der SV Hofbieber bei seinem letzten Verbandsliga-Heimspiel vor dem Abstieg zumindest vom 1:9 im Hinspiel auf ein 1:6. Grämen wollte sich niemand: „Zur Wahrheit gehört natürlich, dass da große Qualitätsunterschiede sind, im letzten Drittel und im Abschluss. Kassel hat in der ersten Halbzeit sechsmal aufs Tor geschossen und fünf waren drin. Sie sind verdient Meister geworden und da kann man einfach nur gratulieren“. Der SVH hatte aber auch einige vielversprechende Umschaltmomente und erzielte den Ehrentreffer nach einem Standard. Schöne Geschichte: Christian Weiß, der mit über 50 Jahren zuletzt schon im Tor aushelfen musste, bekam am Ende nochmal wenige Minuten und hat damit nun 70 Verbandsliga-Spiele in seiner Vita stehen.
Hofbieber: Schneider; Hosenfeld, Müller, Fischer, Haas, Steinbach, Ruppert, Krieger, Gradl, Brehler, Bleuel (Reinhard, Traber, Scholz, Schuhmann, Weiß).
Hess. Kassel II: Sauer; Wagner, Eckhardt, Schmeer, Hofert, Pagna, Hagemann, Kasperczyk, Ljatifi, Stegmann, Guel (Heussner, Schönewolf, Gehrke, Boukhatem, Di Giglio).
Schiedsrichter: Niclas Höfer (Hünfelder SV)
Tore: 0:1 Sebastian Schmeer (21.), 0:2 Silas Hagemann (23.), 0:3 Silas Hagemann (27.), 1:3 Torsten Müller (34.), 1:4 Sebastian Schmeer (42.), 1:5 Silas Hagemann (45.), 1:6 Silas Hagemann (62.)
Zuschauer: 130
