Auch wenn alles schon entschieden ist: Die SG Bad Soden fährt selbstredend mit den Ambitionen nach Johannesberg, zu gewinnen. „Wir haben immer die 70 Punkte erreicht, das wollen wir auf jeden Fall auch diese Saison wieder“, denkt Trainer Lars Schmidt an die vergangenen beiden Spielzeiten zurück, in denen er durchgehend an der Linie stand: 70 Punkte reichten 2023/24 für Rang zwei hinter Wolfhagen, im Vorjahr waren es 76 Zähler, die Platz zwei hinter CSC Kassel bedeuteten. Nun stehen die Sprudelkicker bei 67 Punkten, Platz zwei ist längst fix, während Hessen Kassel II mittlerweile Meister ist. Für das Spiel beim Tabellenschlusslicht, das den einzigen Saisonsieg kurioserweise gegen den Meister holte, muss sich Schmidt wohl mit Personal aus der Gruppenliga-Mannschaft behelfen – die jüngst beim Abschluss auf Mallorca mit Kevin Volland Bekanntschaft machte –, da zuletzt schon drei Akteure fehlten. Dennoch gab es ein 6:1 gegen die Barockstadt-U23. Hinzu kommt aber nun noch Nico Damm, der bis Mitte nächster Woche nicht da ist. David Costa Sabate ist am Zeh angeschlagen. Doch Schmidt ist auch nach dem Ergebnis vergangene Woche gelassen: „Wir haben ja gesehen – vielleicht sollten wir es einfach auf uns zukommen lassen und uns vorher gar nicht so viel mit anderen Dingen beschäftigen“.
Klar ist: Am Donnerstag, 4. Juni, geht es auswärts mit dem Halbfinal-Hinspiel der Relegation los, beim Vertreter der Verbandsliga Süd. Schmidts Ex-Team Seligenstadt ist nach einem 0:3 gegen den direkten Konkurrenten Bornheim raus aus der Verlosung. Bornheim wird es höchstwahrscheinlich werden, es sei denn, die SG fängt Tabellenführer Unter-Flockenbach noch ab. „Bornheim habe ich zweimal gesehen, wir hatten ja auch Vorbereitungsspiele – wobei die Mannschaft von ihnen heute wenig mit der von damals zu tun hat“, meint der Sodener Coach. Auch den SVU habe er vor längerer Zeit beobachtet. Gen Süden wird am Wochenende kein Spion mehr geschickt, schließt Schmidt ab: „Wir haben unsere Infos, mit denen wir arbeiten“.
Ein letztes Mal steht auch der FC Britannia Eichenzell in dieser Saison auf dem Platz – kann dabei aber völlig befreit aufspielen. Aufgrund des Weckfresserfestes in Eichenzell am Sonntag, und weil die SGB am Samstag diverse Junioren-Spiele durchzieht, wurde das Verbandsliga-Duell in Lehnerz auf Freitag vorgezogen. Schließlich sind beide Teams gesichert, die Britannia dank des jüngsten Remis gegen Eiterfeld. Dazu hat Eichenzell 39 Punkte auf dem Konto – mit einem Erfolg oder schon einem Unentschieden wäre die Marke aus dem Vorjahr getoppt, was zumindest noch ein Anreiz ist. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis mit Barockstadt und sind erstmal dankbar, dass sie der Verlegung zugestimmt haben. Freitagabend ist ein schöner Termin, jetzt wollen wir einen ordentlichen Abschluss haben – obwohl die Rückrunde schon sehr zufriedenstellend war“, sagt Trainer Heiko Rützel, der weiterhin noch auf Nico Jäckel verzichten muss. Rützel selbst verabschiedete sich im Abschlusstraining bei einer Runde am Grill bereits – er gibt den Trainerposten dann an Marius Grösch weiter. „Das war schon ein schöner Abschluss, und ich bin natürlich heilfroh, dass wir das mit dem Klassenerhalt geschafft haben“. Zeitlich sei es ein riesiger Aufwand gewesen, künftig könne er sich wieder auf die Vorstandsaufgaben konzentrieren. Ob Neu-Trainer Grösch sich das Duell gegen „seine“ Eichenzeller anschaut oder gar selbst mitspielen wird, ist wohl noch offen. In sechs Meisterschaftsspielen der SGB in der Regionalliga nach der Winterpause kam er bisher zum Einsatz, die Barockstadt-U23 könnte sich es also mal genauer anschauen und durch den Kopf gehen lassen. Doch unter der Woche weilte Grösch noch mit dem Regionalligisten auf Mallorca.
Der SV Steinbach hat am Sonntag zum Abschluss noch die Ehre, den Meister KSV Hessen Kassel II in die Hessenliga zu verabschieden. Die SG Eiterfeld/Leimbach hingegen mobilisiert mi Hintergrund schon alles für die anstehende Abstiegsrelegation. Das letzte Saisonspiel am Samstag zuhause gegen Hofbieber ist die letzte Prüfung, ehe der nächste Gegner FSG Gudensberg oder SC Edermünde heißt. „Wir rechnen mit Gudensberg“, sagt SGEL-Coach Andejlko Urosevic, der jedoch erstmal feststellt: „Wir haben uns das selbst eingebrockt“. Zuvor muss das letzte Punktspiel absolviert werden, dabei braucht der eine oder andere Angeschlagene eine Pause „Dafür kriegen andere die Möglichkeit, die zuletzt hintendran waren“, so der Coach, der angibt: „Wir wissen jetzt am Saisonende, wo wir stehen. Die Relegation wird ein großes Event, der Verein plant schon, aber wir konzentrieren uns weiterhin nur auf das Sportliche“.
Verbandsliga
Freitag
19 Uhr
Barockstadt Fulda-Lehnerz II – Eichenzell (in Lehnerz)
Samstag
14 Uhr
Willingen – Dörnberg
15 Uhr
Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – TSV Wabern
16 Uhr
Eiterfeld/Leimbach – Hofbieber (in Eiterfeld)
Sonntag
15 Uhr
Wolfhagen – Vellmar
Calden/Meimbressen – Lichtenauer FV
Hessen Kassel II – SV Steinbach
Johannesberg – Bad Soden
