Nach anstrengenden Stunden und unter ständigem Luftalarm erreichten die Helferinnen und Helfer am Mittwoch vergangener Woche eine Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung in Iwano-Frankiwsk. Für einige Fahrerinnen und Fahrer war der Besuch ein emotionales Wiedersehen mit den Menschen vor Ort, die bereits bei früheren Hilfstransporten unterstützt wurden. Mit Hygienemitteln, Lebensmitteln, medizinischen Hilfsgeräten sowie Kleidung konnte vielen Menschen geholfen und eine große Freude bereitet werden. Auch für Katharina Kaufmann, Vorstandsmitglied von „Fulda stellt sich quer“, war die Reise sehr bewegend: „Die Begegnungen mit den Menschen vor Ort gehen einem unglaublich nahe. Trotz Krieg, Angst und Unsicherheit erleben wir dort eine enorme Dankbarkeit und Herzlichkeit. Besonders die Freude in den Gesichtern der Menschen zeigt uns jedes Mal aufs Neue, wie wichtig unsere Hilfe ist.“
Im Austausch mit Hilfsorganisationen aus Lwiw und Iwano-Frankiwsk wurden bereits die nächsten Hilfstransporte abgestimmt. Bereits im September soll der nächste Transport aus Fulda in die Ukraine starten. Schwerpunkt werden erneut Kinderheime sowie Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung sein. Hans Martin Schubert, stellvertretender Vorsitzender von „Fulda stellt sich quer“, erklärt: „Gerade die Kinder in den Waisenheimen und die Menschen mit Beeinträchtigung sind besonders hart von diesem Krieg betroffen. In den Heimen und Einrichtungen stehen oft nur minimale Summen für Ernährung und Hygiene zur Verfügung. Deshalb ist unsere Hilfe dort besonders dringend nötig.“
Die ständigen Luftalarme während der Fahrt hinterließen bei den Mitgliedern des Vereins bleibende Eindrücke. Dazu sagt Schubert: „Man schaut ständig auf die Warn-Apps und verfolgt, welche Gebiete gerade gefährdet sind. Wenn dann erneut Sirenen ertönen oder Meldungen über Raketenangriffe erscheinen, merkt man sehr deutlich, wie nah der Krieg dort für die Menschen jeden Tag ist. Diese Anspannung begleitet einen dauerhaft.“
„Fulda stellt sich quer“ bedankt sich ausdrücklich bei allen Einzelpersonen und Firmen, die die Hilfsfahrt materiell und finanziell unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt zudem der AWO Fulda, die Fahrzeuge für den Transport zur Verfügung gestellt hat. Andreas Goerke, Vorsitzender von „Fulda stellt sich quer“, betont: „Ohne die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer wären solche Fahrten nicht möglich. Allein die Spritkosten sind für uns als Verein nur schwer zu stemmen.“ Gleichzeitig macht der Verein auf ein akutes Problem aufmerksam: „Wir benötigen dringend eine Lagerhalle oder andere Lagermöglichkeiten in Fulda. Aktuell können wir die Unterstützungen nur schwer verarbeiten – unsere privaten Garagen und Keller sind bereits randvoll. Häufig erhalten wir von Firmen mehrere Paletten mit dringend benötigter Ware für die Ukraine, können diese aber kaum noch einlagern“, so Goerke weiter. Abschließend ruft „Fulda stellt sich quer“ weitere Vereine und Organisationen dazu auf, sich an der Ukrainehilfe zu beteiligen: „Die Hilfe für die Menschen in der Ukraine ist nötiger denn je.“
