Lokales FD 10.05.2026

Tag gegen den Schlaganfall: Hochleistungsmedizin im Klinikum Fulda

Fulda (pm/jah) – Jährlich erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Zum bundesweiten Aktionstag ziehen die Experten des Klinikums Fulda eine positive Bilanz: Dank modernster Katheter-Technik und einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit können heute selbst schwerste Fälle erfolgreich behandelt werden. Als eines der führenden Zentren der Region setzt das Klinikum seit Jahren auf die mechanische Thrombektomie. Durch die synergetische Kooperation von Neuroradiologie und Neurologie bietet das Klinikum eine Schlaganfall-Versorgung auf nationalem Spitzenniveau.

Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin. Fotos: Klinikum Fulda.

Priv.-Doz. Dr. Kai Kallenberg

Wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn verschließt, zählt jede Sekunde. „Zeit ist Gehirn“, lautet der Leitsatz der Schlaganfall-Medizin. Während früher nur Medikamente zum Auflösen von Gerinnseln (Thrombolyse) eingesetzt wurden, hat sich in den letzten Jahren ein mechanisches Verfahren als zusätzliche Therapie bei schweren Fällen etabliert: die mechanische Thrombektomie.

 

Mechanische Thrombektomie: Präzisionsarbeit im Gehirn

„Bei diesem minimal-invasiven Katheterverfahren führen wir über die Leisten- oder Armarterie einen hauchdünnen Katheter bis direkt in die verstopfte Hirnarterie vor“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Kai Kallenberg, Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Klinikum Fulda. „Dort wird das Gerinnsel mit einem feinen Drahtgeflecht, einem sogenannten Stent-Retriever, gefasst und sicher herausgezogen oder mittels Unterdruck abgesaugt.“

Aktuelle Daten des nationalen Interventionsregisters (DeGIR/DGNR) belegen den hohen Stellenwert: Im Jahr 2025 wurden bundesweit über 19.000 dieser Eingriffe dokumentiert – ein neuer Höchststand. Am Klinikum Fulda gehört dieses Hochleistungsverfahren zum klinischen Alltag, um die Durchblutung des Gehirns so schnell wie möglich wiederherzustellen und bleibende Behinderungen zu verhindern.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Ein Schlaganfall ist ein komplexes Ereignis, das Teamarbeit erfordert. „Die Thrombolyse und die mechanische Thrombektomie kommen für bis zu 30 Prozent der Patienten infrage, insbesondere bei Verschlüssen großer Gefäße“, erläutert Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin, Direktor der Klinik für Neurologie. „Entscheidend ist dabei die schnelle Diagnose direkt nach der Ankunft im Krankenhaus, um die beste Therapie für jeden Patienten festzulegen (Thrombolyse und /oder Mechanische Thrombektomie). Aber auch die anderen Schlaganfallpatienten, bei denen keine der beiden Akuttherapien möglich ist, profitieren sehr von der intensiven Behandlung auf der überregional zertifizierten Schlaganfallstation. Hierfür steht ein spezialisiertes Team aus Ärzten, Pflege und Therapeuten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.“

 

Qualität durch Zertifizierung

Um eine Versorgung auf diesem Niveau sicherzustellen, sind hohe Qualitätsstandards und eine spezielle Ausbildung notwendig. Das Klinikum Fulda erfüllt diese Anforderungen konsequent. Die deutsche Schlaganfallgesellschaft (DSG) sowie die Fachgesellschaften für Neuroradiologie (DGNR) und Interventionelle Radiologie (DeGIR) haben hierfür strukturierte Zertifizierungsprogramme entwickelt, die eine leitliniengerechte Behandlung garantieren.

 

Appell an die Bevölkerung: Symptome ernst nehmen

Trotz aller medizinischen Fortschritte bleibt der Faktor Zeit das größte Hindernis. Die Experten des Klinikums Fulda rufen daher dazu auf, bei ersten Anzeichen eines Schlaganfalls – wie plötzlichen Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder hängenden Mundwinkeln – sofort den Notruf 112 zu wählen. „Nur wenn die Betroffenen schnell in ein geeignetes Zentrum wie das Klinikum Fulda gelangen, können wir die modernen Möglichkeiten der Thrombektomie voll ausschöpfen und die Chance auf ein Leben ohne Folgeschäden massiv erhöhen“, so Prof. Neumann-Haefelin und Priv.-Doz. Dr. Kallenberg abschließend.