Das Besondere dabei: Meike Rötzer agiert solo auf der Bühne, zitiert, erzählt und geleitet mitreißend durch das Roman-Geschehen. Sie verbindet Schauspiel mit Lesung und kleinen eigenen Ergänzungen. Versiert und mit erkennbarer Lust am Spiel auf der Bühne begann Meike Rötzer, Fontanes sprachgewaltigen Roman über die Entwicklung Effi Briests vom jungen, unerfahren lebensfrohen Mädchen zur Ehefrau, Mutter und Geliebten bis zur lebensmüden Kranken vorzutragen. Mit viel Einfühlungsvermögen und großartiger Interpretationsfähigkeit präsentierte sie ein Psychogramm der jungen Frau im19. Jahrhundert, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Wünschen gefangen ist. Klaus W. Becker, Vorsitzender der „Freunde des Museums e.V.“, begrüßte zuvor mit launigen Worten mehr als 150 Gäste im historischen Saal der „Kapelle“ des Vonderau Museums. Reinhard Schwab, Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Fulda, gab zur Einführung einen kurzen Überblick über Fontanes dichterisches Schaffen. Der Roman aus der Ära Bismarcks gilt als der beliebteste, auch meist diskutierte in Fontanes Schaffen und basiert auf einer wahren Geschichte. Das Publikum folgte einer packenden Darbietung und würdigte die intensive, kluge und zugleich berührende Interpretation mit langanhaltendem, stürmischem Beifall sowie Standing Ovations. Klaus W. Becker und Reinhard Schwab zeigten sich tief beeindruckt in ihren Dankesworten an Meike Rötzer und überreichten ein Fulda-Präsent als Erinnerung an den Besuch der Schauspielerin in der Stadt.
