Der stellvertretende Leiter der JVA Fulda, Claus Peter Mihm, begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung des langjährigen Wirkens von Karsten Koudela. Gleichzeitig zeigte sich Mihm überzeugt davon, dass Faust die bevorstehenden Aufgaben erfolgreich meistern werde.
Der hessische Minister der Justiz und für den Rechtsstaat, Christian Heinz, sprach von einem „würdigen Rahmen“ für die Amtsübergabe. In seiner Ansprache ging der Minister auch grundsätzlich auf den Wandel des Strafvollzugs ein: „Der Stand der Zivilisation zeigt sich darin, wie mit den Schwächsten der Gesellschaft umgegangen wird“, erklärte er. Gerade in der JVA Fulda sei der Fokus auf Resozialisierung spürbar, wobei trotzdem der Fokus auf den Schutz der Bevölkerung nicht verloren gehe. Der Strafvollzug stehe zwar selten im Fokus der Öffentlichkeit, doch kaum ein anderer Bereich übernehme so viel Verantwortung für die Menschen. „Mehr als 30 Jahre wirkt Karsten Koudela bereits im hessischen Justizvollzug“, so Heinz. Damit kenne er das Spannungsfeld zwischen Sicherheit, innerer Freiheit und Anforderungen des Gesetzgebers bestens. Er beschreibt Koudela als bodenständigen Praktiker aus Nordhessen, der nun der hessischen Justiz weiter erhalten bleiben und als stellvertretender Anstaltsleiter der JVA Kassel tätig sein wird. „Für sein Engagement danke ich ihm sehr“, so Heinz. Auch Carsten Faust verfüge über einen breiten Erfahrungssatz, erklärte Heinz. „Er ist ein ausgesprochen guter Kenner des hessischen Justizvollzugs. Für seine neue Tätigkeit wünsche ich ihm alles erdenklich Gute.“
Fuldas Oberbürgermister Dr. Heiko Wingenfeld betonte die Verbundenheit zwischen Stadt und Justiz, besonders in den Räumlichkeiten des Stadtschlosses, welches vor 80 Jahren als Landgericht angeboten wurde. So betonte er, dass auch die Kommune Verantwortung für den Rechtsstaat trage, was sich im Rahmen der Justizvollzugsanstalten zeige. Zudem zeige sich in der Justiz, ob Menschen in einem Rechtssaat leben. Besonders würdigte der Oberbürgermeister deswegen das Leitmotiv Koudelas: „Heute Gefangener, morgen mein Nachbar“. In Richtung Fausts gab Wingenfeld die Zusicherung der Stadt „alles, was wir tun können, beizutragen“.
Für die Leiterinnen und Leiter der hessischen Justizvollzuganstalten sprach Klaus-Dieter Vogt, Leiter der JVA Hünfeld. Die Verabschiedung und Einführung seien von „Dankbarkeit, Stolz, Zuversicht und Neugier“ geprägt. Vogt würdigte Koudelas siebenjährige Leitung der JVA Fulda: „Die Arbeit war stets von hoher Zuverlässigkeit geprägt. Koudela hat die Bediensteten befähigt, Verantwortung zu übernehmen.“ Zugleich blickte Vogt vorfreudig auf die Zeit mit Carsten Faust, der bereits ein „alter Hase in der Justizvollzug sei.“
Auch der Personalratsvorsitzende Steffen Adamczyk blickte „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ auf den Abschied Koudelas. Er habe den offenen und ehrlichen Umgang sowie Koudelas Blick für die Mitarbeitenden stets geschätzt. Mit Blick auf Faust zeigte Adamczyk sich optimistisch. Gerade weil er die JVA Fulda bereits kenne, sei dies ein großer Vorteil.
In seinen Schlussworten dankte Karsten Koudela dem Ministerium für das entgegengebrachte Vertrauen. „Es war eine schöne Aufgabe, die mich jeden Tag erfüllt hat.“ „In Kassel hat sich jedoch für mich jetzt eine Tür geöffnet, die durch die heimatnahe Versetzung den beruflichen Kreis schließt.“ Er sei trotzdem jeden Tag gerne nach Fulda gekommen und wünschte seinem Nachfolger dieselbe positive Erfahrung.
Carsten Faust betonte die berufliche Erfüllung seiner Rolle: „Nach Fulda zurückzukehren war wie nach Hause kommen.“ Von Beginn an sei er herzlich aufgenommen worden, auch in Zukunft wolle er auf Zuhören und gemeinsam Lösungen setzen. „Ich trete das Amt gerne und mit Demut an“, betonte er,
Karsten Koudela ist im Jahr 1965 in Kassel geboren. Nach seiner Fachhochschulreife begann der Nordhesse eine Ausbildung als Reserveoffiziersanwärter bei der Bundeswehr in Homberg/Efze. Als Oberleutnant der Reserve wechselt er im Jahr 1993 an die JVA Kassel I und begann seinen Vorbereitungsdienst. Es folgten zahlreiche Funktionen und ein Wechsel an die JVA Frankfurt I und II sowie dem Hessischen Ministerium der Justiz ehe er im Jahr 2005 wieder nach Kassel zurückkehrte. Im Jahr 2006 übernahm er eine Vollzugsabteilungsleitung in der JVA Schwalmstadt. Im Jahr 2018 ging es für ihn an die JVA Hünfeld, dort war er Geschäftsleiter. Am 1. Januar 2019 wurde er dann zum Leiter der JVA Fulda ernannt. Seit dem 1. Januar 2026 ist er stellvertretender Anstaltsleiter der JVA Kassel I. „Karsten Koudela ist ein echter Nordhesse. Wer sich mit seiner beruflichen Laufbahn beschäftigt, wird feststellen: Es hat ihn immer auch wieder nach Kassel gezogen. Ich wünsche ihm für seine neue Aufgabe viel Erfolg, er kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen.“
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Pfarrer Dr. Andreas Leipold an der Querflöte, Prof. Dr. Christian Vallbracht am Cello sowie Kantor Sebastian Bethge am Continuo.
Über Carsten Faust
Carsten Faust ist im Jahr 1966 in Frankenberg geboren. Nach seinem Abitur begann er eine Ausbildung zum Bürokaufmann ehe es für ihn als Zeitsoldat zur Bundeswehr in Rotenburg an der Fulda ging. Es folgte eine Ausbildung in der Verwaltung der Stadt Frankfurt am Main. Dort übernahm er diverse Funktionen in unterschiedlichen Abteilungen. Im Jahr 2002 wechselte er an die JVA Schwalmstadt und im Jahr 2003 an das VCC Nord, ehe es für ihn im Jahr 2005 an die JVA Hünfeld ging. Im Jahr 2008 wurde der Frankenberger erstmals als kommissarischer stellvertretender Leiter an die JVA Fulda abgeordnet. Es folgte eine Versetzung an die Gemeinde Kirchheim als Hauptamtsleiter im Jahr 2012 und eine weitere an die JVA Hünfeld im Jahr 2016 als Vollzugabteilungsleiter der JVA Hünfeld. Im Jahr 2024 wurde er dann zum weiteren Vertreter des Leiters der JVA Hünfeld bestellt. Seit dem 1. Januar 2026 ist Carsten Faust nun Leiter der JVA Fulda. „Carsten Faust ist nicht nur ein guter Kenner des osthessischen Justizvollzugs, er bringt zusätzlich noch Erfahrungen aus der Kommunalverwaltung mit. Expertise, die ihm sicher dienlich sein wird“, sagte der Justizminister.
