Schon am Vormittag füllte sich das Gelände mit Familien, Badegästen und Mitgliedern des Fördervereins. Zwischen Sonnenstrahlen, Gesprächen am Beckenrand und mutigen ersten Sprüngen ins Wasser wurde schnell deutlich, welchen Stellenwert das Waldschwimmbad für viele Menschen in der Gemeinde besitzt. Bei frischen 15,5 Grad Wassertemperatur ließ es sich auch Bürgermeister Frederik Hohenstein nicht nehmen, selbst mit ins Wasser zu gehen.
„Ein Freibad ist weit mehr als nur ein Ort zum Schwimmen. Es ist ein Treffpunkt für Familien, Kinder und Jugendliche, ein Ort für Sport, Erholung und Gemeinschaft“, betonte Hohenstein während seiner Ansprache zur Saisoneröffnung. Gerade im ländlichen Raum sei ein solches Bad „ein echtes Stück Lebensqualität“. Und genau in diese Lebensqualität wurde in den vergangenen Monaten kräftig investiert.
Besonders sichtbar wurde das am umfassend sanierten Funktionsgebäude. Neue Toilettenanlagen, moderne Duschen und Umkleiden, Sozial- und Lagerräume sowie ein komplett neues Raumkonzept prägen nun das Bild im Eingangsbereich des Bades. Große Fensterfronten und helle Materialien sorgen für ein deutlich moderneres Erscheinungsbild. Insgesamt investierte die Gemeinde rund 210.000 Euro in die Sanierung.
Dazu kamen weitere technische Maßnahmen. So wurde unter anderem die in die Jahre gekommene Solarabsorberanlage auf dem Dach erneuert. Die bisherigen Schläuche waren teilweise fast 20 Jahre alt und mussten aufgrund von Materialermüdung ersetzt werden. Zusätzlich investierte die Gemeinde in eine neue Blitzschutzanlage. Insgesamt beliefen sich diese Maßnahmen auf rund 75.000 Euro, die zur Hälfte gefördert wurden.
Doch die Planungen gehen bereits weiter. Direkt neben dem Schwimmbad soll künftig eine Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen. Für rund 45.000 Euro möchte die Gemeinde eine 58-Kilowatt-Anlage errichten, die im Idealfall jährlich etwa 13.000 Euro Stromkosten einsparen soll. „Die Anlage wird sich in etwa dreieinhalb Jahren amortisiert haben – wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch natürlich auch“, erklärte Hohenstein.
Außerdem soll künftig auch das Baby-Planschbecken umfassend modernisiert werden. Die geschätzten Kosten liegen laut Bürgermeister bei rund 400.000 Euro. Besonders wichtig sei diese Investition mit Blick auf Kinder und Jugendliche: „Wenn man die Statistiken zu Badeunfällen sieht und merkt, dass Kinder immer später schwimmen lernen, dann ist es wichtig, dass wir unsere Kleinsten früh ans Wasser gewöhnen.“
Unterstützung erhält die Gemeinde dabei weiterhin vom Landkreis Fulda. Im Rahmen des Anschwimmens übergab der stellvertretende Landrat Frederik Schmitt einen Förderbescheid über 199.000 Euro aus dem Kreisausgleichsstock.
Schmitt hob in seiner Rede nicht nur die Bedeutung des Schwimmbades hervor, sondern auch die soziale Funktion solcher Orte. „Wir unterschätzen manchmal, wie wichtig soziale Beziehungen für ein gesundes und gutes Leben sind“, sagte er. Orte wie das Waldschwimmbad seien deshalb weit mehr als reine Sportstätten: „Sie sind Orte des Lebens und des Zusammenkommens.“
Besonders lobte Schmitt das Engagement des Fördervereins, ohne den viele Freibäder heute kaum noch erhalten werden könnten. Tatsächlich wurde an diesem Nachmittag deutlich, wie viel ehrenamtliche Arbeit hinter dem Betrieb steckt – vom Organisieren des Anschwimmens über das Kuchenbuffet bis hin zur Unterstützung bei Arbeiten rund um das Bad.
Auch Bürgermeister Hohenstein bedankte sich ausdrücklich bei den vielen Helfern. Sein Dank galt neben dem Förderverein auch den Mitarbeitern des Bauhofs, den beteiligten Firmen, den politischen Gremien sowie dem Landkreis Fulda für die Unterstützung der Maßnahmen.
Und so wurde aus dem traditionellen Anschwimmen weit mehr als nur der Start in eine neue Badesaison. Zwischen Sonnenliegen, Gesprächen am Beckenrand und den ersten Sprüngen ins Wasser entstand genau das, was Hohenstein in seiner Rede beschrieben hatte: ein Ort der Gemeinschaft.
