Bereits die Eröffnung durch das Gitarrenensemble der Musikschule „Saitensprung“ (Leitung: Siegbert Remberger) setzte einen klangvollen Akzent. Mit Telemanns „Konzert in D-Dur“ gelang dem Ensemble ein klarer und fein ausbalancierter Vortrag, der insbesondere durch rhythmische Geschlossenheit und differenzierte Dynamik überzeugte. Im anschließenden Ausschnitt aus „Hotel California“ zeigten die Spielerinnen und Spieler große Spielfreude. Jonathan Benedikt Schaller beeindruckte anschließend mit Paganinis „Sonatina“. Mit technischer Sicherheit, sauberer Artikulation und musikalischer Klarheit gestaltete er die virtuosen Passagen souverän und verlieh dem Werk zugleich Leichtigkeit und Eleganz.
Lora Kinova überzeugte in Villa-Lobos’ „Prelude no. 3“ durch eine ausdrucksvolle Interpretation und ein sensibles Gespür für Klangfarben. Besonders die gesangliche Linienführung und ihre kontrollierte Dynamik verliehen dem Werk eine eindringliche emotionale Tiefe. Andreas Schulken präsentierte mit „Classical Gas“ von Mason Williams ein stilistisch kontrastreiches Werk und begeisterte mit rhythmischer Präzision, energiegeladenem Spiel und markanter Bühnenpräsenz.
Einen künstlerischen Höhepunkt des Nachmittags setzte Adi Omerovic mit Werken von Johann Sebastian Bach und Johann Kaspar Mertz. Das anspruchsvolle Preludio aus der Lautensuite BWV 997 interpretierte er mit struktureller Transparenz und stilistischem Feingefühl. In der „Tarantella“ und dem „Capriccio“ von Mertz zeigte er darüber hinaus große Virtuosität, präzise Technik und hohe Ausdrucksintensität. Auch Andrii Serdiuk überzeugte mit einem differenzierten Vortrag. Die Allemande aus Bachs Lautensuite BWV 996 gestaltete er stilbewusst und elegant, während er in den Werken von Barrios und Villa-Lobos seine klangliche Reife und musikalische Sensibilität eindrucksvoll unter Beweis stellte. Besonders sein fein nuancierter Ton und die natürliche musikalische Gestaltung hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.
Den solistischen Abschluss gestaltete Boris Tesic, der mit seinem Vortrag seine internationale Konzert- und Dozentenerfahrung erkennen ließ. Die „Suite California“ von José Maria Gallardo del Rey interpretierte er mit großer stilistischer Bandbreite, eleganter Phrasierung und faszinierender Klangkultur. In Tarregas „Capricho Árabe“ überzeugte er durch ausdrucksstarke Melodik und poetische Tiefe, während er in Yates’ „Braziliana“ sowie Barrios’ „Maxixe“ mit virtuoser Leichtigkeit, rhythmischer Raffinesse und temperamentvoller Spielfreude begeisterte.
Das Konzert machte deutlich, wie fruchtbar die Verbindung von musikalischer Ausbildung, pädagogischer Arbeit und professioneller Konzertpraxis sein kann. Die intensive Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Dozenten wurde nicht nur hörbar, sondern auch als lebendiger künstlerischer Dialog erfahrbar. Das Publikum dankte allen Beteiligten am Ende mit langanhaltendem Applaus.
