Die Kasseler mussten sich zum Auftakt knapp mit 9:14 den Wetzlar Wölfen geschlagen geben und dürften entsprechend hoch motiviert in ihr erstes Heimspiel gehen. Saints-Headcoach Jonas Heck stellt sich deshalb auf eine intensive und physische Partie ein: „Wenn man das erste Spiel verliert, will man direkt zeigen, dass man es besser kann. Genau das erwarten wir auch von Kassel.“
Der Saisonstart der Saints hatte zwei Gesichter: Vor allem die Defensive präsentierte sich von Beginn an stabil und ließ Marburg kaum zur Entfaltung kommen. Zwischenzeitlich lag Fulda bereits deutlich mit 38:0 in Führung. Erst im weiteren Verlauf, als kräftig rotiert wurde, schlichen sich kleinere Unkonzentriertheiten und Abstimmungsprobleme ein, die den Gästen noch Punkte ermöglichten.
„Es war ein etwas rostiger Start, vor allem in der Offense“, sagt Heck rückblickend. Während die Defense sofort funktionierte, musste sich die Offensive im Spiel erst finden. Kein Wunder: Neuer Quarterback, neue Strukturen, neue Mitspieler. „Das war ein Härtetest – und der hat funktioniert. Ab jetzt werden wir nur besser“, so der Coach, der genau solche Spiele als wichtigen Entwicklungsschritt sieht.
Besonders positiv bewertet Heck die frühe Integration der Neuzugänge. Trotz vieler neuer Gesichter tritt die Mannschaft bereits erstaunlich geschlossen auf – auf dem Feld wie daneben. „Das sind nicht nur gute Spieler, sondern auch richtig gute Jungs. Der Teamgeist wird bei uns großgeschrieben – und sie haben sich sehr gut eingefügt“, betont er. Gerade in einer ausgeglichenen Liga könnten genau diese Abläufe und das schnelle Zusammenwachsen am Ende entscheidend sein.
Mit den Kassel Titans wartet nun allerdings ein Gegner, der trotz Auftaktniederlage keinesfalls zu unterschätzen ist. Die Nordhessen haben sich laut Heck mit drei Imports verstärkt und wollen vor heimischer Kulisse ein anderes Gesicht zeigen als noch in Woche eins.
Hinzu kommt die Erinnerung an die vergangene Saison: Beide direkten Duelle entschieden die Saints für sich. Doch darauf will man sich in Fulda nicht verlassen. „Man kennt sich, aber nach einem Spiel kann man kein Team wirklich einschätzen“, warnt Heck. „Wir dürfen uns auf den Ergebnissen der vergangenen Saison nicht ausruhen.“ Der Fokus liegt daher klar auf dem eigenen Spiel: „Wenn wir auf uns schauen und unser Ding durchziehen, sind wir schwer zu stoppen.“
Die Marschroute ist klar: Die Defensive soll an die starke Leistung aus den ersten drei Vierteln gegen Marburg anknüpfen, während die Offensive von Beginn an besser in den Rhythmus finden soll. „Wir müssen das umsetzen, was wir trainieren“, fordert der Headcoach. Gleichzeitig bleibt er realistisch: „Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen. Aber jedes Spiel muss erstmal gespielt werden.“ Die Zielsetzung formuliert er dennoch deutlich – mit einem Augenzwinkern: „Wir wollen Kassel keinen schönen Nachmittag bereiten.“
Für Jonas Heck ist die Saison auch organisatorisch ein neuer Abschnitt. Nach internen Anpassungen trägt er nun die letzte sportliche Verantwortung an der Seitenlinie. Große Veränderungen im Tagesgeschäft habe das jedoch nicht ausgelöst. „90 Prozent sind wie vorher“, sagt er. Der Austausch mit seinem Vorgänger Danijel Katusic sei weiterhin eng, die Zusammenarbeit funktioniere unverändert gut. „Er bleibt ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft.“
In Kassel wartet damit ein erstes echtes Auswärtssignalspiel der jungen Saison. Nach dem überzeugenden Auftakt wollen die Saints zeigen, dass der Sieg gegen Marburg kein Ausreißer war, sondern der Beginn einer Entwicklung. Gleichzeitig ist klar: In der Regionalliga werden Spiele selten leicht gewonnen. Genau deshalb könnte die Partie am Samstag schon früh in der Saison ein wichtiger Gradmesser werden – sportlich wie mental.
