Fußball 06.05.2026

Regionalliga – Ärger über Hillmann-Platzverweis – Pokalfinale im Blick

Fulda (jah) – Fünf Heimspiele in Folge konnte die SG Barockstadt in der Fußball-Regionalliga Südwest zuletzt für sich entscheiden, gegen den SGV Freiberg gab es am Samstag nun wieder eine Niederlage – Trainer Daniyel Cimen ärgerte sich zwar über das 0:2 und auch über den kuriosen Platzverweis gegen Kevin Hillmann, richtete den Blick jedoch bereits wieder nach vorne – schließlich wirft das Hessenpokalfinale bereits seine Schatten voraus.

Kevin Hillmann sah die erste Gelbe Karte gegen Freiberg noch beim Warmmachen. Archivfoto: Christine Görlich

„In einzelnen Aktionen hat man gesehen, was für eine Qualität Freiberg hat – sowohl beim 0:1 als auch beim 0:2“, sagte der Trainer der SG Barockstadt. „Das war am Ende der kleine, aber feine Unterschied.“ Leon Pomnitz hätte die SGB kurz vor der Pause in Führung schießen können, scheiterte jedoch an SGV-Keeper Eljuga – und im direkten Gegenzug traf der ehemalige Fuldaer Gal Grobelnik auf der anderen Seite zum 1:0. „Es war über weite Strecken ein enges Spiel, dass wir nicht auf unsere Seite ziehen konnten. Gerade in solchen Partien hätte uns eine eigene Führung gut getan, so mussten wir einem Rückstand hinterher laufen.“

Dass seine Mannschaft nach der Pause alles in die Waagschale warf, gefiel dem Barockstadt-Coach: „Wir haben in der zweiten Halbzeit alles probiert“, konstatierte Cimen mit Blick auf die Chancen von Moritz Dittmann, dessen Abschluss der Freiberger Keeper stark mit den Fingerspitzen entschärfte, und den abgefälschten Schuss von Hans Nunoo Sarpei. „Vorne braucht es gegen solche Gegner einfach Effektivität, das hat man am Samstag gesehen.“ In der Schlussphase sei die Partie dann schließlich gekippt – bis zu diesem Zeitpunkt kam vom Tabellenzweiten der Regionalliga allerdings nicht viel. „Bis wir ins Risiko gegangen sind, hatte Freiberg nicht viel. In den letzten 15 Minuten haben wir dann mehr Räume freigegeben – und da hat man ihre Qualität im Umschaltspiel gesehen.“ Genau diese Details seien entscheidend: „Das sind Kleinigkeiten, ein, zwei Fehler zu viel – und dann verlierst du so ein Spiel.“

Für zusätzlichen Ärger sorgte die Gelb-Rote Karte gegen Kevin Hillmann. „Das ärgert mich, vor allem, weil er bei der ersten gelben Karte noch gar nicht auf dem Feld war“, so Cimen: Der Außenverteidiger echauffierte sich hinter dem Tor beim Warmmachen über eine Gelbe Karte gegen Aaron Frey, der seinen Gegenspieler nach einem Grätsch-Versuch nicht mal berührte – gerade einmal sechs Minuten auf dem Platz, musste Hillmann dann in der Nachspielzeit vorzeitig unter die Dusche. Nach seiner Verletzung habe der Offensivspieler eigentlich Spielpraxis sammeln sollen. „Jetzt ist er wieder gesperrt – und dann bleibt vor dem Pokalfinale nur noch ein Spiel.“ Insgesamt wollte der Trainer die Schiedsrichterleistung jedoch nicht überbewerten: „Er hat das Spiel nicht in die eine oder andere Richtung entschieden. Klar, ein paar 50:50-Situationen kann man diskutieren – aber großen Einfluss auf die Niederlage hatte das nicht.“

Während sportlich noch zwei Ligaspiele anstehen, gab es abseits des Platzes positive Nachrichten: Moritz Reinhard hat seinen Vertrag bei der SGB verlängert, nach einer gewissen Anzahl an Einsätzen griff eine Option im Arbeitspapier des 30-Jährigen – für Cimen ein wichtiges Signal. „Mo hat sich das verdient. Er ist schon lange im Verein und unglaublich wichtig für die Mannschaft – auch neben dem Platz“, betonte er. Zwar habe Reinhard in der Rückrunde „ein bisschen Pech mit Verletzungen und Krankheiten“ gehabt, doch seine Bedeutung sei unbestritten: „Man hat gegen Kassel oder Homburg gesehen, wie wichtig er auch auf dem Platz ist. Wir sind sehr froh – sportlich und menschlich.“

Der Blick bei der SGB geht nach dem sicheren Klassenerhalt ohnehin längst über die Liga hinaus – hin zum Hessenpokalfinale am 23. Mai in Offenbach gegen Drittligist Wehen Wiesbaden. Auch die nun feststehende Anstoßzeit von 16.30 Uhr kommentierte Cimen mit Vorfreude: „Das ist vielleicht nicht die typische Uhrzeit, die man aus der Saison kennt, eine kleine Umstellung. Aber das ist eine einmalige Chance. Egal welche Uhrzeit, egal welches Wetter, egal wie der Platz ist – das ist alles zweitrangig.“ Vielmehr gehe es darum, die verbleibenden Spiele optimal zu nutzen: „Wir haben jetzt noch zwei wunderbare Spiele, die wir als Vorbereitung sehen.“