Lokales VB 03.05.2026

PV-Anlage und E-Fahrzeug in Brand – Feuerwehr übt realitätsnah

Lauterbach (pm/gü) – Der Löschzug Mitte der Feuerwehr Lauterbach wurde im Rahmen einer realitätsnahen Übung zu einem angenommenen Brandereignis bei der Firma Baudekoration Sachs, in Lauterbach, alarmiert. Die Übungslage orientierte sich an aktuellen Herausforderungen der Gefahrenabwehr und verband mehrere einsatztaktische Schwerpunkte miteinander: einen Entstehungsbrand im Bereich einer Photovoltaikanlage, die Rettung von Personen aus einem Dachbereich, einen Brand eines Elektrofahrzeugs in einer Halle sowie die Menschenrettung unter Atemschutz.

Foto: Philipp Stock

Nach Übungsannahme hatten Handwerker auf dem Dach der Firma Instandsetzungsarbeiten an einer Photovoltaikanlage durchgeführt. Dabei kam es infolge eines technischen Defekts zu einem Entstehungsbrand. Die Arbeiter konnten den Dachbereich nicht mehr über den ursprünglichen Rettungsweg verlassen. Aufgrund der Rauchentwicklung mussten sie sich über das Dach in einen anderen Bereich retten. Von dort wurden sie durch die Feuerwehr Lauterbach mittels Hubrettungsfahrzeug gerettet.

Das erste anrückende Fahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug, übernahm die Brandbekämpfung im Außenbereich. Parallel wurde eine Riegelstellung aufgebaut, um eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Gerade Einsatzlagen im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen erfordern ein umsichtiges und strukturiertes Vorgehen, da neben der Brandentwicklung auch mögliche elektrische Gefahren sowie die baulichen Gegebenheiten berücksichtigt werden müssen.

Nach Übungsannahme führte derselbe technische Defekt an der Photovoltaikanlage dazu, dass ein in der Halle abgestelltes Elektrofahrzeug in Brand geriet. Der angenommene Kurzschluss wirkte sich dabei auf die Ladetechnik des Fahrzeugs aus. Im Innenbereich der Halle befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei weitere Personen, die als eingeschlossen, vermisst galten und gerettet werden mussten. Diese Aufgabe wurde dem zweiten Fahrzeug, dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, zugeordnet. Atemschutztrupps gingen zur Menschenrettung in den Innenangriff vor. Die vermissten Personen konnten aufgefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Gleichzeitig wurden die Atemschutzüberwachung, die Sicherung der Einsatzstelle sowie die Koordination der einzelnen Einsatzabschnitte durchgeführt.

Nach der primären Rettung aller vier betroffenen Personen wurde die Brandbekämpfung fortgesetzt. Im Anschluss daran erfolgten Nachlöscharbeiten sowie die Belüftung der Halle, um Rauch und Schadstoffe aus dem Gebäude zu entfernen. Nach rund eineinhalb Stunden konnte die Übung erfolgreich beendet werden. Die Übung verdeutlichte, wie komplex moderne Einsatzlagen für die Feuerwehren geworden sind. Photovoltaikanlagen, Elektrofahrzeuge, technische Defekte, Menschenrettung aus Höhen sowie der Innenangriff unter Atemschutz stellen hohe Anforderungen an Ausbildung, Kommunikation und taktisches Vorgehen.

Entscheidend ist dabei das abgestimmte Zusammenwirken aller eingesetzten Kräfte – von der ersten Lageerkundung über die Brandbekämpfung und Menschenrettung bis hin zur abschließenden Kontrolle der Einsatzstelle. Mit der Übung bei der Firma Baudekoration Sachs trainierte der Löschzug Mitte der Feuerwehr Lauterbach ein anspruchsvolles Szenario, das aktuelle technische Entwicklungen und klassische Aufgaben der Feuerwehr miteinander verband. Ziel war es, Abläufe zu festigen, die Zusammenarbeit der Einheiten zu stärken und die Einsatzkräfte auf vergleichbare Lagen im Ernstfall vorzubereiten.

Übung der Feuerwehr Lauterbach. Fotos: Philipp Stock