Handball 10.05.2026

Oberliga Nord – Drei Neuzugänge für „Stocki“ – Hünfeld muss bangen

Osthessen (pf) – Für den Meister TV Hersfeld endete die Handball-Oberliga Nord am Samstag mit der ersten Auswärtspleite der gesamten Saison: Mit 32:34 (14:17) unterlagen die Hersfelder bei der ESG Gensungen/Felsberg II, blicken nun aber endgültig nach vorne. Die HSG Großenlüder/Hainzell verlor im letzten Heimspiel einen wilden Schlagabtausch gegen Baunatal, der Hünfelder SV kam bei Ost-Mosheim unter die Räder.

Hersfelds Trainer Dragos Negovan (stehend) kassierte mit seinem Team zwar eine Niederlage, doch nach mehreren Wochen Pause und der feststehenden Meisterschaft konnte der TVH das wohl verkraften. Archivfoto: Chrsitine Görlich

ESG Gensungen/Felsberg II – TV Hersfeld 34:32 (17:14)

„Wäre das Spiel im Anschluss an das vorletzte gewesen, hätten wir gewonnen. Aber durch die drei Woche Pause war die Luft einfach raus und es wurde mehr zurückgezogen als durchgezogen“, musste TVH-Trainer Kai Hüter bilanzieren, dessen Jungs die Feierlichkeiten zwar hinter sich gebracht hatten, doch für das letzte Saisonspiel auch kein Risiko mehr gingen: Jannik Bachus fiel kurzfristig aus, Jonas Rübenstahl wurde ebenso wie Felix Rehberg geschont. „Trotz allem wäre mehr drin gewesen“, so Hüter. Die Schiedsrichter-Leistung bewerteten die Hersfelder „auf beiden Seiten katastrophal“, doch lobten den Gegner für einen couragierten auftritt: „Gensungen hat das gut gemacht. Die Chancen, die wir hatten, um es zu drehen, haben wir nicht konsequent genutzt“. Dennoch ging es abends noch in die „Blaue Maus“, um die Saison gemeinsam ausklingen zu lassen. Die perfekte Auswärtsbilanz verpasste der Meister zwar – es war die erste Pleite in der Fremde überhaupt. Doch der Abschied von Coach Dragos Negovan und Co. war mit dem Aufstieg in die Regionalliga ohnehin schon gelungen. Die Planungen für die neue Runde laufen schon intensiv: Michael „Stocki“ Stock übernimmt den TVH in der Regionalliga. Dazu stehen mit Theo Sauerbier (Hünfelder SV) sowie Julian Ley und Noah Hüter (MT Melsungen) bereits drei Neuzugänge fest, wie Coach Kai Hüter – Onkel von Noah – vermelden kann.

Hersfeld: Rehberg, Förtsch (2), Becker (2), Kürten, Wiegel (6/3), Holzschuh (1), F. Reinhardt (6), L. Reinhardt (6), Kümmel, Krause (2), Berger (2), Voß, Thole, Kehl (5), Mudrak.

 

HSG Großenlüder/Hainzell – HSG Baunatal 40:43 (19:24)

Die HSG Großenlüder/Hainzell wollte dem Vizemeister im letzten Heimspiel der Saison nochmal alles abverlangen und lieferte am Ende wieder ein Spektakel. Drei Tore Differenz waren es hintenraus, allerdings war der Spielverlauf meist deutlicher. Schon nach sechs Minuten waren die Gastgeber mit fünf Toren im Hintertreffen und kamen erst vor der Halbzeitpause nochmal etwas heran. Doch statt weiter aufzuholen, wurde es noch deutlicher. 21:28 (34.) stand es dann zwischenzeitlich aus Lüderer Sicht, die HSG machte anschließend noch das Beste aus dem Abend und zumindest die 40 Tore voll. „Im Angriff ist alles in Ordnung“, sagte Trainer Sebastian Peppler und leitete damit die Analyse treffend ein: „Aber hinten schwimmen wir im Moment einfach und spielen leider keine Abwehr. Heute haben wir wieder keinen Zugriff bekommen, die Torhüter hatten viele Hochs und Tiefs – da kam leider kein Rhythmus zustande“. Fest steht auch bereits, obwohl noch der Saisonabschluss in Bettenhausen ansteht, dass Großenlüder/Hainzell als Tabellenfünfter abschließen wird. Dort will die HSG dann aber mit einem Sieg in die Pause gehen.

Großenlüder/Hainzell: Masche, S. Dimmerling, Bosold (6), Kirsch (7), Thiem, Münker (7), Hendus, L. Dimmerling (4), Blinzler (1), Gaßmann, Deppe (6), H. Dimmerling (7), Nechvatal (2).

 

TSV Ost-Mosheim – Hünfelder SV 45:31 (19:12)

Ganz böse unter die Räder kam der HSV – und das, obwohl Ost-Mosheim selbst bisher eine durchwachsene Saison spielt und bis dato erst fünf von 20 Spielen gewinnen konnte. Doch Hünfeld war von seinem ersten Saisonsieg am Samstag meilenweit entfernt: Trainer Fabian Sauer bezeichnete es als „Kollektivversagen“: „Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, gar nicht hinbekommen. Wir wollten ins Tempospiel kommen und die Gegner umlaufen, weil wir wussten, wie sie spielen. Aber das haben wir nicht geschafft. Dann kommen vorne noch technische Fehler dazu, und dann wird es eben schwierig“. Keine Lösungen fanden die Hünfelder und lagen schon zur Halbzeit mit sieben Toren hinten, zuvor waren es gar schon acht. Mitte der zweiten Hälfte konnte der Gast zwar nochmal auf 20:25 (41.) verkürzen, doch mehr war nicht drin. Als Drittletzter der Oberliga Nord ist der HSV weiterhin abhängig von der Regionalliga: Sollte Vellmar dort die Klasse halten, bliebe Hünfeld in der Oberliga, und Vellmar hat es immerhin noch in eigener Hand. Fest steht für die Haunestäder zumindest, dass im letzten Saisonspiel zuhause gegen Wesertal ein ganz anderes Gesicht gezeigt werden soll.

Hünfeld: E. Becker (1), Schäfer, Reuchsel (5), Schott (2), Gute (5), Zachow (1), Aha (2), Kaub (4), Alt, Sauerbier (7/3), Hohmann, Schramm (1), M. Becker (3), Simon.