Hauptgrund für das Aus sind die hohen Abgaben von rund 90 Prozent, die von den Mitgliedsbeiträgen an den Hauptklub fließen. Von den jährlich eingesammelten 19 Euro pro Mitglied bleibt nur ein kleiner Teil für die Arbeit direkt in Lahrbach übrig. „Das sehen wir nicht ein, dass wir so viel abtreten müssen“, stellt der Vorsitzende fest. Diese Situation sorgte schon lange für Unmut im Verein. „Es wurde schon mehrere Jahre bemängelt“, so Reichelt. Auch andere Vereine unter dem Dach des Verbandes hätten ähnliche Überlegungen angestellt, sahen bisher aber ein Hindernis: Bei einer Vereinsauflösung fällt das gesamte Vermögen an den Hauptverband. Laut Reichelt lässt sich dies jedoch umgehen. „Wir lösen den Verein ja gar nicht auf“, erklärt er. Stattdessen setzt der Club auf eine Änderung des Namens und der Satzung.
In der letzten Mitgliederversammlung fiel die Entscheidung für den Austritt schließlich einstimmig. Die späte Reaktion von Klaus Neisser, dem Präsidenten des Hauptklubs, bestärkte die Mitglieder in ihrem Entschluss. Dieser meldete sich erst eine Woche nach dem bekannt gewordenen Austritt telefonisch. Reichelt vermutet, dass die Trennung in Lahrbach Kreise ziehen wird. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das einen größeren Bogen schlagen wird“, so der Vorsitzende. Er hält es für möglich, dass weitere Zweigvereine diesem Beispiel folgen.
„Natürlich hätte man sagen können, man erhöht die Beiträge“, sagt Reichelt zu der Option, trotz der Abgaben im Verband zu bleiben. Doch da im Allgemeinen die Kosten steigen und im Ort ein „Gentlemans Agreement“ zwischen den Vereinen herrscht, kam das nicht infrage. Diese Absprache sieht vor, die Beiträge niedrig zu halten, damit alle Bürger Mitglied in sämtlichen örtlichen Vereinen sein können. In Lahrbach setzt man auf gegenseitige Unterstützung.
So sind die Würfel nun gefallen und die Satzung wird umgeschrieben. Einen festen zeitlichen Rahmen konnte Reichelt derweil noch nicht benennen, bis die gesamte Umstrukturierung abgeschlossen sei. Die Satzungsänderung müsse davor noch offiziell durch das Finanzamt und das Amtsgericht gehen. Eines ist jedoch klar: Der Verein bleibt eigenständig bestehen und auch für einen neuen Namen gibt es bereits einen Plan, wenn auch noch keine endgültige Festlegung. „Die Feststellung kommt durch die Mitglieder bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung“, so Reichelt abschließend. Dort werden den Mitgliedern dann drei Namen zur Auswahl stehen.
