Lokales FD 21.05.2026

Lautsprecher und Kameras zerstört - Tunnel öffnet am Donnerstag

Fulda/Neuhof (gü) – Gute Nachricht für Autofahrer: Der Neuhofer Tunnel soll im Laufe des Donnerstags wieder geöffnet werden. Laut Julia Rös, Leiterin der Außenstelle Fulda der Autobahn GmbH, sei das Ziel, dass die A66 in Fahrtrichtung Fulda ab spätestens 16 Uhr wieder befahrbar ist. Ein Lkw hatte in der Nacht zum Mittwoch großen Schaden an der Tunneltechnik angerichtet – unter anderem wurden 31 von 34 Lautsprechern zerstört oder beschädigt und 13 Kameras komplett abgerissen.

Archivfoto: Christine Görlich.

Archivfoto: Christine Görlich.

Julia Rös. Foto: Jasha Günther.

Rös war bei einem Pressetermin am Mittwochnachmittag froh, verkünden zu können, dass die Tunnelöffnung schneller erfolgen könne, als zunächst befürchtet. Am Morgen habe sie noch Bedenken gehabt, ob es überhaupt vor dem Hessentag klappen könnte. Ein mit Autos beladener Lkw war nach bisherigen Informationen am frühen Morgen in Neuhof-Süd auf die Autobahn gefahren und hatte im Tunnel zunächst Lampen von der Decke gerissen und dann die Fahrspur gewechselt. Dort befand sich allerdings diverse Tunneltechnik, wie Kameras, Lautsprecher und Sensoren, die fast auf der kompletten Länge des Tunnels zerstört oder beschädigt wurde. Warum der Lkw nicht anhielt oder eine der Nothaltebuchten nutzte, ist Rös ein Rätsel. Ein ähnlicher Vorfall in einem anderen Tunnel sei ihr auch nicht bekannt.

Da 13 von 34 Kameras komplett runtergerissen und weitere beschädigt wurden, aber noch Bilder senden, ist eine durchgängige Videoüberwachung des Tunnels aktuell nicht möglich – obwohl das System so ausgelegt ist, dass die einzelnen Abschnitte jeweils von zwei Kameras abgedeckt werden. Deshalb werde die Öffnung am Donnerstag voraussichtlich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 statt sonst 80 Stundenkilometer erfolgen. Zusätzlich werde der Betriebsdienst engmaschig Kontrollen fahren. Parallel werde derzeit noch geprüft, ob von den noch intakten Kameras einige abgebaut und an andere Stellen versetzt werden können, um wieder eine durchgängige Videoüberwachung aus der Tunnelleitstelle in Eschwege zu ermöglichen. Dann könnte auch wieder Tempo 80 erlaubt werden. Möglich wird die Öffnung, da die Prüfung ergeben hat, dass die Sensorik und Kabel der Brandmeldeanlage nichts abbekommen haben. Wie wichtig die ist, hatte sich erst vor kurzem bei einem Brand im Tunnel gezeigt. Gerade dieses Ereignis mache es für die Bevölkerung vielleicht etwas verständlicher, warum der Tunnel nicht gleich wieder geöffnet werde, meinte Rös.

Die von der Decke herabhängenden Leuchten waren im Laufe des Mittwochs bereits entfernt worden. Für die eigentliche Instandsetzung aller beschädigter Technik werde es in den kommenden Wochen und Monaten nächtliche Sperrungen geben. „Wie viele Nächte es in Anspruch nimmt, ist noch nicht absehbar“, sagte Rös. Ebenfalls noch unklar ist, wann mit den Reparaturen begonnen werden kann, denn bei der verbauten Technik, wie den Lautsprechern, handelt es sich Spezialanfertigungen für Tunnel, die in dieser Menge nicht auf Lager seien. Wie hoch der finanzielle Schaden sei, habe noch niemand durchgerechnet, sagte Rös, die Priorität habe erstmal darauf gelegen, zu schauen, was getan werden muss, um den Tunnel wieder öffnen zu können.

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